Computervirus in AKW Gundremmingen gefunden

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Atomenergie
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Im deutschen Atomkraftwerk Gundremmingen wurde ein Computervirus entdeckt. Das Ziel der Schadsoftware war es offenbar, das Kraftwerk mit dem Internet zu verbinden. Wichtige Steuerungssoftware in deutschen Atomkraftwerken ist aus Sicherheitsgründen nie ans Internet angeschlossen. Eine Gefahr für die Bevölkerung habe es nicht gegeben, teilten die Betreiber des Meilers mit. Wie das Virus auf die Rechner gelangen konnte, ist noch unklar.

Es wäre ein wahrer Albtraum – einer, der im Online-Zeitalter leider nicht undenkar ist: Ein Atomkraftwerk, das von Dritten über das Internet ferngesteuert wird. Terroristen oder andere Kriminelle hätten dann eine extrem gefährliche Waffe in der Hand, die unvorstellbar großen Schaden anrichten könnte. Durch eine absichtlich herbeigeführte Kernschmelze könnten weite Teile der Bundesrepublik verstrahlt werden und tausende Menschen getötet werden.

Damit so etwas nicht passiert, ist sensible Software, wie beispielsweise zur Steuerung der Kühlung oder der Brennstäbe, nicht mit dem Internet verbunden. Umso alarmierender ist die Nachricht, dass ein Computervirus im Atomkraftwerk Gundremmingen eben diese Verbindung herstellen sollte.

Das Schadprogramm wurde von IT-Spezialisten bei der jährlichen Revision von Block C entdeckt, teilte Betreiber RWE am Montag mit. Dabei wird das Kraftwerk teilweise vom Netz genommen, um wichtige Arbeiten und Prüfungen durchzuführen.

Das Virus befand sich laut RWE in dem System, das für das Nachladen der Brennstäbe verantwortlich ist. Direkten Einfluss auf die Steuerung hätte das befallene System jedoch nicht gehabt, betonten die Betreiber. IT-Fachleute sollen nun herausfinden, wie das Virus auf die Rechner gelangen konnte. Da es nicht von außen erfolgt sein kann, wäre auch ein interner Angriff denkbar.

Trotz des Virus habe zu keiner Zeit eine Gefahr für die Bevölkerung bestanden, betonten die Verantwortlichen. Dennoch sei das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik und der Aufsichtsrat von RWE informiert worden. Zudem haben die Betreiber die IT-Sicherheitsmaßnahmen erhöht.

Atomkraftgegner fordern nun unter anderem, schnellstmöglich aufzuklären, wie lange das Virus bereits im System gewesen ist. Die betreffende Software sei 2008 nachgerüstet worden, so RWE. Das Kraftwerk Gundremmingen soll im Zuge des Atomausstiegs 2021 endgültig vom Netz gehen. Vergangenes Wochenende hatten rund 750 Menschen vor dem Kraftwerk für eine frühere Stilllegung demonstriert.

Quelle: FAZ

 

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