CO2-Werte 2015 so schnell gestiegen wie nie zuvor

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Klimawandel - CO2-Emissionen
Klimawandel - CO2-Emissionen

Die CO2-Konzentration in der Erdatmosphäre ist 2015 so schnell gestiegen wie noch nie zuvor seit Beginn der Messungen vor über einem halben Jahrhundert. Das teilte jetzt die amerikanische Behörde für Wetter- und Meeresforschung (NOAA) mit. Die Klimatologen schreiben sogar, einen solchen Anstieg habe es vermutlich seit hunderttausenden Jahren nicht mehr gegeben. Neben uns Menschen habe 2015 auch das Klimaphänomen El Niño die CO2-Werte zusätzlich in die Höhe getrieben.

Die NOAA teilte mit, dass sich die Menge an CO2 in der Atmosphäre im Jahr 2015 um über drei Teile pro Millionen Teile Luft (parts per Million /ppm) erhöht habe – so viel wie niemals zuvor seit Beginn der Messungen vor 56 Jahren. Zudem sei dies nun bereits das vierte Jahr in Folge, in dem die Konzentration um mehr als zwei ppm gestiegen ist. Zum Vergleich: Um 1960 waren die Werte gerade einmal 0.75 ppm pro Jahr in die Höhe geklettert.

Seit dem 1980er Jahren allerdings hat sich diese Entwicklung dramatisch beschleunigt. „Die CO2-Werte steigen heute schneller, als sie es seit hunderttausenden Jahren getan haben“, sagte am Donnerstag der NOAA-Klimaexperte Pieter Tans. „Sie steigen explosionsartig verglichen mit natürlichen Prozessen“.

Vergangenes Jahr habe auch der besonders starke El Niño zu dem Rekordanstieg beigetragen, so die Forscher. Das Klimaphänomen hat vor allem in Südostasien und Afrika zu anhaltenden Dürreperioden geführt, was sich negativ auf das Pflanzenwachstum ausgewirkt habe. Riesige Waldbrände in Indonesien haben zusätzlich gewaltige Mengen CO2 freigesetzt. Doch der größte Verursacher des Treibhausgases ist nach wie vor der Mensch.

„Die Auswirkungen von El Niño auf die CO2-Konzentration sind ein natürliches Phänomen, das von kurzer Dauer ist“, erklärt Petteri Taalas, Chef der Weltorganisation für Meteorologie (WMO). „Aber die Treibhausgasemissionen durch menschliche Aktivitäten sind langfristig der wichtigste Faktor, der den Anstieg von CO2 in der Atmosphäre erklärt.“

Insgesamt lag die Konzentration im Februar 2016 bei 402.59 ppm. Vergleicht man das mit den Werten vor dem Beginn der Industrialisierung zeigt sich, welch enormen Einfluss wir Menschen durch die Verbrennung fossiler Rohstoffe auf den CO2-Gehalt in der Atmosphäre haben. So waren um das Jahr 1800 gerade einmal 280 Teile CO2 in einer Millionen Teile Luft.

„Die Menschheit hat seit damals einen Anstieg der CO2-Konzentration um mehr als 120 ppm verursacht. Die Hälfte dieses Anstiegs fand dabei erst seit 1980 statt“, so Tans. „Das letzte Mal als die CO2-Konzentration in der Atmosphäre ähnlich hoch gestiegen ist, liegt zwischen 17.000 und 11.000 Jahren zurück. Damals erhöhte sie sich um etwa 80 ppm. Die aktuelle Entwicklung findet zweihundertmal schneller statt“, betont der Klimaforscher.

Sollte sich dieser Trend fortsetzen, wird die CO2- Konzentration im Jahr 2050 weltweit bei 530 ppm liegen, bis zum Jahr 2100 sogar bei 780 ppm, schätzt die Organisation for Economic Co-Operation and Development (OECD). Sollte das eintreten, steuern wir nach Ansicht des IPCC und der OECD auf eine globale Erwärmung bis zum Jahr 2100 um durchschnittlich vier bis sechs Grad Celsius gegenüber den Temperaturen vor der Industrialisierung zu.

Quelle: NOAA / Spiegel Online

 

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