CO2-Ausstoß in Deutschland 2015 erneut gestiegen

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CO2-Emissionen leicht gestiegen
CO2-Emissionen leicht gestiegen

Nachdem die Treibhausgasemissionen in Deutschland 2014 erstmals seit Jahren gesunken waren, ist davon nur ein Jahr später leider nichts mehr zu spüren. Wie das Umweltbundesamt (UBA) aktuell mitteilt, ist der CO2-Ausstoß letztes Jahr wieder gestiegen. Der Grund für den Anstieg sei der vergleichsweise kalte Winter und die Stromerzeugung mit schmutzigen Kohlekraftwerken. Das Ziel, die Emissionen bis 2020 um 40 Prozent zu verringern, rückt damit in fast uner-reichbare Ferne.

Erst im Februar teilte das UBA mit, dass der Treib-hausgasausstoß in Deutschland 2014 deutlich gesunken war. So seien in Deutschland 2014 rund 901,9 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente ausgestoßen worden – rund 4,6 Prozent weniger als 2013. Doch zu verdanken hatten wir das hauptsächlich dem milden Winter und weniger den Klimaschutzmaßnahmen der Bundesregierung.

Das wird deutlich, wenn man sich die aktuellen Zahlen für 2015 ansieht. Demnach erhöhten sich die Emissionen 2015 um sechs Millionen Tonnen auf rund 908 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. Das entspricht einem Anstieg von 0,7 Prozent. Der Hauptgrund sei der im Vergleich zum Vorjahr deutlich kühlere Winter gewesen, während dem mehr geheizt werden musste, so das UBA. Das habe die Emissionen um 4,5 Millionen Tonnen CO2 ansteigen lassen.

„Die Zahlen weisen darauf hin, dass die Witterung immer noch einen großen Einfluss auf unsere Klimabilanz hat, sagte Umweltministerin Barbara Hendricks. „Das zeigt, dass gerade im Wärmesektor noch enorme Potenziale liegen, vor allem bei der Energieeffizienz von Gebäuden. Hier gibt es Handlungsbedarf“.

Doch nicht nur der kältere Winter hat die Emissionen steigen lassen. Das wohl größte Hindernis in Sachen Klimaschutz ist und bleibt der Verkehrssektor. Hier steigen die Emissionen seit Jahren unaufhörlich, allen Klimaschutzzielen der Bundesregierung zum Trotz. Auch 2015 wurden mit 163,6 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten 1,5 Prozent mehr Treibhausgase emittiert als im Vorjahr. Als Gründe nennt das UBA unter anderem die niedrigen Benzinpreise und eine deutliche Zunahme des Verkehrsaufkommens auf der Straße.

„Die aktuellen Daten bestätigen erneut: Nur mit einer anderen Mobilität werden wir unsere Klimaziele erreichen“, so Hendricks. Wir brauchen, unter anderem, ein besseres Angebot von Bus und Bahn, mehr Elektromobilität für Autos und Fahrräder und eine Förderung von Fuß- und Fahrradverkehr. Letztlich muss der Verkehrsbereich klimaneutral gestaltet sein.

Auch in der Landwirtschaft und der Industrie stiegen die Emissionen 2015 an. Der einzige Bereich, in dem die Klimaschutzmaßnahmen der Bundesregierung bisher greifen, ist bei der Stromerzeugung. Hier seien die Emissionen 2015 etwas gesunken. Der Anteil der Erneuerbaren am deutschen Strommix konnte 2015 auf über 30 Prozent gesteigert werden. Doch das bringt nicht nur Vorteile. So musste auch sehr viel Strom exportiert werden. Das hat laut UBA dazu geführt, dass die Emissionen trotz des hohen Ökostromanteils nicht gesunken sind.

Zudem wird immer noch zu viel Strom mit den besonders klimaschädlichen Kohlekraftwerken erzeugt, wie auch die Umweltministerin betont. „Unsere Klimaschutz-Fortschritte beim Ausbau der erneuerbaren Energien werden leider durch die anhaltend hohe Produktion von Kohlestrom zum Teil zunichte gemacht. Das liegt an den Überkapazitäten bei Kohlekraftwerken“.

Die gute Nachricht sei, dass der schrittweise Kohleausstieg bereits in Planung sei. Dieser ist laut Hendricks „ohne Engpässe bei der Stromversorgung möglich“. Ab 2017 sollen die ersten Braunkohle-Kraftwerke vom Netz gehen und zunächst in eine Reserve überführt werden (CEP berichtete). „Damit ist eine wichtige klimapolitische Weiche bereits gestellt“, so Hendricks.

Ob das allein genügen wird, um das große Klimaschutzziel der Bundesregierung zu erreichen, ist mittlerweile allerdings mehr als fragwürdig. Bis 2020 sollen die Treibhausgasemissionen um 40 Prozent verringert werden (gegenüber 1990). Davon sind aktuell gerade einmal 27,2 Prozent erreicht.

Quelle: Umweltbundesamt

 

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