Chinesische Regierung spricht Ernährungsempfehlung für weniger Fleisch aus

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Fleisch
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Der immer weiter zunehmende Konsum von Fleischprodukten stellt weltweit ein großes Problem dar. Alleine 14,5 Prozent der Treibhausgas-Emissionen entstehen durch die Rinder-, Schweine- und Hühnerhaltung. Insbesondere Rinder werden immer wieder, als starker Erzeuger von Methan, zum Gegenstand kritischer Diskussionen. Die entstehende Gülle wird zwar als Naturdünger genutzt, hat jedoch ein zunehmend negatives Image, da es zur Versauerung des Bodens kommen kann und eine mögliche Einschränkung der Biodiversität vermutet wird. Gleichzeitig kommt es aufgrund des zunehmenden Bedarfs an Futtermitteln zur Abholzungen weiterer Waldflächen.

Angesichts dieser vielen negativen Neben- und Nachwirkungen hat die chinesische Regierung nun eine Ernährungsempfehlung ausgesprochen, um den Fleischkonsum zu drosseln. Dieser war seit 1982 von 13 Kilogramm auf 63 Kilogramm pro Jahr und Kopf gestiegen. Sollte die Entwicklung so weiter gehen, rechnen Experten damit, dass es im Jahr2030 rund 93 Kilogramm sein werden. Angesichts der Einwohnerzahl Chinas und des zu erwartenden Bevölkerungswachstums in den nächsten 15 Jahren, wären die Auswirkungen für Klima und Umwelt katastrophal.

Die chinesische Regierung will deshalb und aus gesundheitlichen Gründen nun den Fleischbedarf seiner Bürger wenn möglich halbieren. Zwischen 40 und maximal 75 Gramm Fleisch sollen sie pro Tag zu sich nehmen. Sollte sich diese Vorgabe wirklich durchsetzen, wären die Chinesen mit ihrem Fleischverzehr fast wieder auf dem Niveau der achtziger Jahre. Der chinesische Verbrauch von Fleisch liegt bei 28 Prozent der weltweiten Produktion, in Hinblick auf Schweinefleisch sogar bei etwa 50 Prozent. Diese Zahlen würden sich bei erfolgreicher Umsetzung der Vorgabe, kurzfristig gesehen, voraussichtlich ebenfalls halbieren.

Um die Bevölkerung zum Umdenken zu bewegen, arbeitet die Regierung mit der Tierschutzorganisation WildAid zusammen, die eine Video-Kampagne gestartet hat – mit Arnold Schwarzenegger und Titanic-Regisseur David Cameron als Frontmänner. “Mit seinem Vorstoß, den Fleischkonsum zu halbieren, könnte China eine Führungsrolle dabei übernehmen, die Treibhausgas-Emissionen drastisch zu reduzieren und die Klimaziele von Paris zu erreichen”, erklärte Regisseur Cameron.

Vegetarische und vegane Ernährung sind bereits jetzt ein internationaler Trend, doch reichen sie leider nicht aus, um den massiv ansteigenden Fleischverzehr der Weltbevölkerung auszugleichen. So sind Vorgaben und Empfehlungen, wie sie die chinesische Regierung ausspricht, ein wichtiger Ansatzpunkt, um die Aufmerksamkeit der Menschen auf die Negativfolgen eines zu hohen Fleischkonsums – sowohl für die Umwelt, als auch für den eigenen Körper – aufmerksam zu machen. Aufklärungsarbeit ist dabei der erste Schritt.

Wichtig ist jedoch der richtige Ansatz. Aktivisten, die mit schrägen Aktionen und schrecklichen Bildern versuchen die Aufmerksamkeit der Menschen auf das Thema zu lenken, ernten für ihre Bemühungen oft nur irritierte Blicke oder Abweisung. Für viele ist das Thema zu weit weg, denn was interessiert sie ein Stück Wald auf der anderen Seite der Erdkugel, oder wie das Schwein gelebt hat, das auf ihrem Tisch landet. Diese Themen zu ignorieren oder mit Trotz darauf zu reagieren ist für viele bequemer und einfacher. Diese Menschen müssen auf die direkten Folgen für sie selbst aufmerksam gemacht werden, wie beispielsweise mögliche körperliche Schäden durch zu viel Fleisch oder Einschränkungen für ihren Alltag, die aus der Fleischproduktion entstehen. Denn den Fleischkonsum in China einzuschränken wird bei der Wachstumsrate der Weltbevölkerung in Zukunft einfach nicht mehr ausreichen. So könnte auch sich die deutsche Regierung stärker darum bemühen, die Aufmerksamkeit der Deutschen auf dieses bedeutende Thema zu lenken.

Quellen:
http://www.geo.de/GEO/natur/green-living/ernaehrung-und-klima-chinesen-sollen-50-prozent-weniger-fleisch-essen-83686.html
http://wildaid.org/sites/default/files/resources/5%20To%20Do%20Today-Eating%20for%20Tomorrow%20report.pdf
https://vimeo.com/170833983

 

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