Carlowitz weiter Denken – Engagement für die Nachhaltigkeit

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Carlowitzpreis
Carlowitzpreis

Der Begriff Nachhaltigkeit hat dieses Jahrhundert geprägt wie kaum ein anderes. Über seine Bedeutung, sein Ausmaß und seine Folgen fachsimpeln nicht mehr nur Wissenschaftler und Forscher. Auch im alltäglichen Konsum spielt für zahlreiche Menschen der Nachhaltigkeitsbegriff eine große Rolle. Viele verbinden damit weitere Bezeichnungen, wie „Bio“, „Öko“ oder „Regional“ und nicht ein Prinzip, das bereits Anfang des 18. Jahrhunderts erstmals formuliert wurde.

Tatsächlich war es Hans Carl von Carlowitz, der dieses Prinzip erstmals 1713 schriftlich in seiner „Sylvicultura oeconomica, oder haußwirthliche Nachricht und Naturmäßige Anweisung zur wilden Baum-Zucht“ festhielt, dem ersten geschlossenen Werk über die Forstwirtschaft. Nach ihm wurde nicht nur die Carlowitz-Gesellschaft benannt, sondern auch ein Nachhaltigkeitspreis gestaltet, der an diesem Wochenende zum dritten Mal vergeben wird. Der Preis, eine Bronzebüste des Namensgebers, würdigt besondere persönliche, nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit erbrachte Leistungen in Gesellschaft, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft. Im Rahmen der 3. Sächsischen Nachhaltigkeitskonferenz, werden am 31.10.2015 der Biologe Michael Succow, der ehemalige EU-Kommissar Janez Pocnik aus Slowenien sowie Prinz El Hassan bin Talal von Jordanien in der Chemnitzer Oper mit dem Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet.

Prof. em. Dr. Michael Succow, der bereits mit dem DBU-Ehrenpreis ausgezeichnet wurde, soll damit in der Kategorie National für sein Wirken im Naturschutz geehrt werden. Der 74-jährige Greifswalder gilt als Vater der Nationalparks in der ehemaligen DDR. Er schaffte es, 12,1 Prozent der Landesfläche der ehemaligen DDR mit einem einstweiligen und 5,5 Prozent mit einem endgültigen Schutzstatus als Natio­nalpark, Biosphä­renre­servat und Naturpark zu sichern. Mit seiner Michael Succow Stiftung, die er mittels des 1997 verliehenen Right Livelihood Award-Preisgeldes gründete, setzt er sich auch weiterhin national und international für den Schutz der Natur ein – unter dem Motto „Erhalten und Haushalten“

Der ehemalige EU-Kommissar für Umwelt, Janez Potočnik, wird in der Kategorie Europa für seine Verdienste um die Kreislaufwirtschaft ausgezeichnet. In der Kategorie Global erhält Prinz El Hassan bin Talal von Jordanien den Nachhaltigkeitspreis für seine Initiative für alternative Energie im arabischen Raum. Er gehört zu den Gründungsmitgliedern der Desertec Foundation und hat das Thema Energiewende in den interreligiösen Dialog eingebracht.

Die Preisträger und ihre jeweiligen Geschichten zeigen, dass jeder seinen Teil zur Nachhaltigkeit beitragen kann – im Kleinen und im Großen – und nehmen damit eine Vorbildfunktion ein. Sie zeigen auch, dass der Begriff der Nachhaltigkeit, wenn auch in Deutschland begründet, ein international diskutiertes Thema ist, das jeden angeht.

 

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