Bundesprogramm Blaues Band Deutschland beschlossen

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Renaturierung von Wasserstraßen
2800 Flusskilometer sollen in 30 Jahren renaturiert werden

Passend zum Welttag der Feuchtgebiete, den die Unesco auf den 2. Februar festlegte, hat die Bundesregierung in der Kabinettssitzung am Mittwoch das Programm Blaues Band beschlossen. Damit verpflichtet sie sich dazu verstärkt in die Renaturierung von Wasserstraßen zu investieren. Auf einer Länge von etwa 2800 Kilometern werden neue Perspektiven für Natur- und Gewässerschutz, Hochwasserprävention, aber auch Freizeitsport wie Erholung gesetzt.

Viele Flüsse spielten über Jahrhunderte eine wichtige Rolle für den Güterverkehr in Deutschland und Europa. Begradigte Flussbetten waren ebenso die Folge wie gekappte Verbindungen zu Auengewässern oder alten Flussarmen. Heutzutage beschränkt sich der Güterverkehr zu Wasser allerdings auf Rhein, Donau und Co. Die sogenannten Nebenwasserstraßen werden nicht mehr benötigt. Ihnen verschafft das Bundesprogramm Blaues Band nun eine Zukunftsperspektive. Für sie werden nun regionale Entwicklungskonzepte erarbeitet, auch Auenflächen in Privatbesitz sollen dafür herangezogen werden. Die Bundesregierung legt zu diesem Zweck ein eigenes Förderprogramm auf. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks sprach von einem „Biotopverbund von nationaler Bedeutung“ und einem „historischen Paradigmenwechsel bei der Entwicklung unserer Wasserstraßen“.

Zum Schutz der biologischen Vielfalt werden bereits fünf Modellprojekte an Rhein und Weser durchgeführt. Hierfür stehen fünf Millionen Euro zur Verfügung. Sie widmen sich der Renaturierung von Flüssen, Auen und Seen.

Zur Umsetzung des Blauen Bandes stellt das Kabinett 50 Millionen Euro jährlich zur Verfügung über einen Zeitraum von 30 Jahren. Gemeinsam mit den Akteuren vor Ort werden nun entsprechende Maßnahmen umgesetzt.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt: “Deutschland hat eine einmalige Wasserlandschaft. Diesen Naturschatz wollen wir erhalten. Mit dem Bundesprogramm ‘Blaues Band Deutschland’ setzen wir uns für Erhalt und Wiederherstellung naturnaher Flusslandschaften ein. Der Güterverkehr ist nicht das allein ausschlaggebende Kriterium für Investitionsentscheidungen; in Zukunft wird auch bewertet, welchen Freizeitnutzen und welche ökologischen Entwicklungsmöglichkeiten eine Wasserstraße hat.”

Auch verschiedene Umweltorganisationen begrüßen das Bundesprogramm und fordern die zeitnahe Umsetzung. Durch die Renaturierung der Wasserflächen kann ein wichtiger Beitrag zu den europarechtlichen Umweltzielen geleistet werden. Der WWF sieht den Kabinettsbeschluss als entscheidenden Schritt für mehr Gewässerschutz in Deutschland und als ein wichtiges Signal.

Auch NABU-Präsident Olaf Tschimpke wirkt zufrieden: „Wenn man Fluss, Ufer und Aue wieder zu einer Einheit verbindet, profitiert nicht nur die Natur, die Programmgelder sind auch eine wichtige Zukunftsinvestition für uns Menschen.“

Quelle: NABU , WWF

 

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