Brennstoffzellenzüge ab 2017 im deutschen Nahverkehr

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Brennstoffzellenzüge
Brennstoffzellenzüge

Eine bahnbrechende Neuerung im deutschen Schienenverkehr wurde diese Woche auf der Innotrans, Messe für Eisenbahntechnik, in Berlin vorgestellt. Ende kommenden Jahres sollen die weltweit ersten Züge mit Brennstoff-zellentechnik im deutschen Nahverkehr fahren. Am Dienstag wurden die neuartigen Züge auf der Messe in Berlin präsentiert.

Angestoßen wurde das Projekt, ebenfalls auf der Innotrans, vor zwei Jahren durch Unterzeichnen einer entsprechenden Absichtserklärung von Vertretern des französischen Bahnkonzerns Alstom und mehrerer Bundesländer.

Seitdem werden im Alstom-Werk in Salzgitter rund 50 Züge für Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg gefertigt. In Salzgitter arbeiteten die Spezialisten für Nahverkehrszüge eng mit Experten des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) aus Stuttgart zusammen. Der niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies sprach damals von einer „Vorreiterrolle im Schienenverkehr“. Der Bund förderte die Entwicklung mit etwa acht Millionen Euro.

Ende 2017 werden die ersten beiden Brennstoffzellenzüge fertiggestellt. Die mit dieser innovativen Technik ausgestatteten Prototypen fahren zunächst im Netz der Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser (evb) auf den Strecken Cuxhaven – Bremerhaven sowie Bremerhaven – Buxtehude im regulären Betrieb. Dort sollen bis 2020 14 weitere Züge des Modells Coradia iLint eingesetzt werden.

Der Triebwagen sieht aus wie ein moderner Regionalzug der Bahn. Auf dem Dach sind allerdings sowohl ein Wassertank als auch eine Brennstoffzelle verbaut. Innerhalb der Brennstoffzelle wird dem Wasserstoff Sauerstoff zugeführt, diese reagieren miteinander und es entsteht elektrische Energie. Übrig bleiben bloß Wasserdampf und Kondenswasser statt des umweltschädlichen Dieselrußes.

Die neue Technik ist kostengünstig und energieeffizient. Vor Allem aber versprechen sich die Hersteller völlige Emissionsfreiheit. Bundesverkehrsminister Dobrindt sprach von einer „echten Alternative zum Diesel“. 

Coradia iLint soll in der Herstellung etwa fünf Millionen Euro kosten, eine Million mehr als ein vergleichbarer Zug mit Dieselantrieb. Er erreicht eine Höchstge-schwindigkeit von 140 Kilometern pro Stunde und hat eine ungefähre Reichweite von 600 Kilometern.

Für die Langstrecke sind die neuen Brennstoffzellenzüge also leider noch nicht geeignet, im Regionalverkehr sollen sie aber frühestmöglich die Diesellok ersetzen.

Insbesondere auf Strecken ohne elektrische Oberleitung, in Deutschland immerhin rund 40 Prozent des Schienennetzes, kann der neue Zug sauber und leise eingesetzt werden.

Quelle: bundesverkehrsportal.de

 

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