Bonn will Sitz des Grünen Klimafonds werden

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Bonn

Der im Jahr 2010 auf der UN-Klimakonferenz in Cancún eingerichtete Grüne Klimafonds („Green Climate Fund“) gilt als einer der finanziellen Grundbausteine für eine globale Klimapolitik. Er soll 2013 seine Arbeit aufnehmen und Entwicklungsländern bei der Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen helfen und sie im Umgang mit nicht mehr vermeidbaren Folgen des Klimawandels unterstützen. Bereits auf der Klimakonferenz im Dezember 2011 in Durban hatte Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) angekündigt, dass er den Fonds gerne nach Deutschland holen würde. Nun hat auch das Bundeskabinett die Kandidatur beschlossen.

Als potentiellen Sitz des „Green Climate Fund“ (GTC), dessen Umfang bis 2020 jährlich rund 100 Milliarden US-Dollar erreichen soll, wird die Bundesstadt Bonn genannt. Röttgen, der schon in Durban die „sehr, sehr hohe“ Bedeutung des Fonds betonte, unterstreicht erneut dessen unverzichtbare Rolle im Kampf gegen den Klimawandel: „Der Grüne Klimafonds wird ein zentraler neuer Baustein in der Architektur der internationalen Klimafinanzierung werden.“

Dass Deutschland eine gute Wahl für den Sitz des GTC wäre, begründet der CDU-Politiker folgendermaßen: „Für uns geht es darum, dass der Fonds baldmöglichst in einem Umfeld angesiedelt ist, in dem er wirkungsvoll und effizient arbeiten kann. Der Standort Bonn mit seinen sehr guten Bedingungen bietet sich dafür an.“ Auch der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dirk Niebel (FDP), betont: „Deutschland ist der zweitgrößte Klimafinanzierer weltweit. Wir haben sowohl durch unser starkes finanzielles wie auch durch unser inhaltliches Engagement im nationalen und internationalen Klimaschutz unter Beweis gestellt, dass wir ein verantwortungswürdiger und verlässlicher Partner sind. Der Standort Bonn bietet ein internationales Umfeld und die Vernetzung mit bereits jetzt vielen Organisationen, die im Umwelt- und Klimabereich tätig sind. Der Green Climate Fund findet so ideale Bedingungen für seine Arbeit.“

Die von Niebel und Röttgen vorangetriebene Kandidatur unterstreicht auch Deutschlands Vorreiterrolle in Sachen Klimaschutz und Energiewende. In seiner Rede vor dem Plenum der Klimaschutzkonferenz in Durban stellte Röttgen mit der Bewerbung Deutschlands um den Sitz des Green Climate Fund auch 40 Millionen Euro für erste Maßnahmen in Aussicht, die aus dem Fonds finanziert werden. Die Entscheidung über den Standort des Fonds wird Ende 2012 von der 18. Vertragsstaatenkonferenz der Klimarahmenkonvention in Katar getroffen.

Matthias Schaffer

 

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