BMWi-Studie: 230.000 neue Jobs durch Erneuerbare

,

Erneuerbare Energien
Erneuerbare Energien

In einem groß angelegten Forschungsprojekt hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) unter-suchen lassen, wie sich die Energiewende und der Ausbau der Erneuerbaren Energien auf den deutschen Arbeitsmarkt auswirkt. Das Ministerium kommt dabei zu dem Ergebnis, dass durch die Energiewende langfristig sehr viel mehr Jobs neu geschaffen werden, als in den fossilen Erzeugungsbereichen verloren gehen. Bis 2050 könnten demnach 230.000 neue Arbeitsplätze entstehen – wenn die richtigen politischen Signale gesendet werden.

Wie wird sich die Energiewende künftig auf den deutschen Arbeitsmarkt auswirken? Wird der Rückbau von Arbeitsplätzen im Bereich fossiler Energieerzeugung größer sein als der Beschäftigungszuwachs im Bereich der Erneuerbaren Energien? Wie viele Personen sind in der Energiewirtschaft beschäftigt?

Mit diesen und anderen Fragen zu den künftigen Beschäftigungszahlen in der Energiewirtschaft hat sich jetzt das Bundeswirtschaftsministerium in einer groß angelegten Studie befasst. Erstellt wurde die Studie „Beschäftigung durch erneuerbare Energien in Deutschland: Ausbau und Betrieb, heute und morgen“ von Gutachtern der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung mbH (GWS), des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), der Prognos AG und des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW).

Die Studie ermittelt einerseits die Bruttobeschäftigung durch den Bau und Betrieb von Erneuerbare Energieanlagen, also wie viele Menschen in der Branche der Erneuerbaren Energien Arbeit haben. (Im Jahr 2013 belief sich die Bruttobeschäftigung auf 371.400 Personen.) Außerdem berechnet die Studie, ob die Energiewende in Deutschland Arbeitsplätze schafft oder abbaut.

Die Ergebnisse im Überblick:

Den fünf Forschungsinstituten zufolge wirkt sich die Energiewende bereits heute deutlich positiv auf den Arbeitsmarkt aus. Zwar sei die Beschäftigungszahl (brutto) im Bereich Ausbau und Betrieb der Erneuerbare Energien zuletzt leicht rückläufig gewesen, vor allem bei der Photovoltaik, und das mache sich momentan vor allem in kleineren und mittleren Handwerkbetrieben bemerkbar, dennoch konnten sich viele Unternehmen auf den nun stärker umkämpften Märkten halten und ihre Umsätze, wie 2013 im Falle der Windindustrie, sogar ausbauen.

Auch für die Zukunft rechnen die Gutachter mit einem positiven Effekt auf den Arbeitsmarkt. So könnten durch die Energiewende bis zum Jahr 2030 rund 100.000 neue Arbeitsstellen geschaffen werden. Zwar sei im Zuge des Ausbaus der Erneuerbaren für die deutsche Volkswirtschaft zunächst noch mit Mehrkosten zu rechnen, langfristig würden die Erneuerbaren den Verbraucher aber entlasten, was sich positiv auf den privaten Konsum auswirke. Auch dadurch würden die Netto-Beschäftigungszahlen bis zum Jahr 2040 zunächst weiter auf 190.000 und bis 2050 sogar bis über 230.000 (Jahr 2050) steigen. Für den Fall, dass sich der Export sehr gut entwickelt, könnte diese Prognose sogar noch übertroffen werden, glauben die Studienautoren.

Neben dem gut voranschreitenden Ausbau der Erneuerbaren, die laut Gutachter schon heute in erheblichem Maße zur Stromerzeugung beitragen, müsse jedoch bei der Wärmerzeugung nachgebessert werden. Dort verlaufe der Ausbau deutlich schleppender und zeige insgesamt zu wenig Entwicklung. Die Autoren der Studie empfehlen hier der Bundesregierung dringend, auch im Hinblick auf die deutschen Klimaschutzziele, weitere Maßnahmen zu ergreifen und bereits begonnene Programme auszubauen bzw. weiterzuführen. Auch der Bereich Wärmenutzung biete künftig großes Potenzial, um den Arbeitsmarkt positiv zu beeinflussen, so das Fazit der Studie. Neben der Wärmenutzung bemängeln die Autoren auch mangelnde Strategien der Bundesregierung für den Ausbau der Biomassenutzung. Dort werde das Potenzial für einen positiven Beschäftigungseffekt bislang zu wenig genutzt.

Die großen Verlierer der Energiewende sind die tra-ditionellen Energieversorger: Deren Geschäftsmodell sei mit zunehmendem Ausbau erneuerbarer Energien weniger erfolgreich, so die Studie. Das lasse sich bereits beobachten, ebenso wie die notwendigen Anpassungen der Unternehmen aus der Energiebranche, die sich stärker als bisher dem Ausbau erneuerbarer Energien zuwenden müssen. Im Zuge der Energiewende gehen die Gutachter demnach von einem deutlichen Stellenabbau aus. So würden dort im Jahr 2020 16.000 Stellen entfallen, 2030 seien es 14.000. Demgegenüber steht jedoch der deutlich größere Beschäftigungszuwachs im Bereich Erneuerbare Energien. So kommt es durch die deutsche Energiewende insgesamt zu einem klar positiven Effekt auf den deutschen Arbeitsmarkt, mit mindestens 230.000 neuen Arbeitsplätzen im Jahr 2050, so die Prognose der fünf Forschungseinrichtungen.

Quelle: Bundesverband Erneuerbare Energien

 

One Response

Leave a Reply