Biologisch abbaubar: Sachsen erfinden die Zahnbürste neu

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Zahnbürsten

Als Alternative zum Rohstoff Erdöl geraten Biokunststoffe mehr und mehr in den Fokus des Herstellungsverfahrens. Nachwachsende Rohstoffe bilden hier meist die Basis für deren Erzeugung. Zum Einsatz für die Produktion kommen Pflanzen, die viel Stärke enthalten, wie zum Beispiel Mais oder Zuckerrüben. Auch Holz, das zur Fabrikation von Zellulose genutzt wird, ist beliebt.

Da der Begriff „Biokunststoff“ nicht geschützt ist, gibt es zu seiner Zusammensetzung keine präzise Kennzeichnung. Es kann daher auch nicht selbstverständlich davon ausgegangen werden, dass diese Stoffe biologisch abbaubar sind.

Zweifellos überzeugt von der Kompostierung seines Bioproduktes ist das Unternehmen Zahoransky. Dessen Tochterfirma im sächsischen Rothenkirchen versucht, Biokunststoffe verstärkt in den Alltag einzubringen. So wird seit einiger Zeit nach einem Ersatz für die herkömmliche Zahnbürste gesucht. Fündig geworden ist die Firme nun mit Hilfe der Westsächsischen Hochschule Zwickau. Über 14 Monate Forschungsarbeit, für die Zahoransky Werkzeuge und dazugehörige Technik bereitstellte, brachten den Erfolg: Die Wissenschaftler kreierten einen auf Zucker basierenden Biokunststoff und verhalfen ihm mit dem Spritzgießen zur Form eines Bürstengriffes.

Weil die Produktion von dieser Art von Plastik aber sehr teuer ist, wurden als Füllstoff Altpapier, Buchen- oder Kokosfasern verwendet. Nebenbei sollte die Firma sich allerdings auch eine umweltfreundlichere Verpackung ausdenken, damit das Projekt kein Nullsummenspiel ergibt. Die entwickelten Bürsten können bis zu fünf Mal verwendet werden – eine sinnvolle Geschäftsidee, wenn man an die Hotelbranche mit ihren Wegwerfartikeln denkt. Zudem sind neuere Versionen der abbaubaren Zahnbürste wahrscheinlich an die drei Monate verwendungsfähig.

Bis zur Freiburger Fachmesse Interbrush im Mai dieses Jahres wird die Firma außerdem präsentieren, aus was für Material die einzelnen Borsten zusammengesetzt werden. Strohhalme oder doch eher Wildschweinborsten? Wir sind gespannt.

Jenny Lohse

 

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