Biogas: Fluch oder Segen?

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Deutschland steht mit 22.370 Gigawattstunden im Jahr 2006 an der Spitze der Energiegewinnung aus Biogas. Kein Wunder, unterstützt doch das Erneuerbare-Energien-Gesetzt (EEG) die Entwicklung von Technologien zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Quellen. So soll das Klima geschont und die Umwelt geschützt werden.

Für die Produktion von Biogas wird Silomais großflächig angebaut. Mais ist anspruchslos und hat einen hohen Biomasseertrag. Der Mais wird geerntet, siliert (durch Milchsäuregärung konserviert) und dann entweder als Futtermittel oder für die Biogasproduktion verwendet. Durch den neu eingeführten NaWaRo-Bonus werden der Anbau und die Verwendung des Mais nachhaltig beeinflusst.

Es wird immer weniger Mais als Futtermittel angebaut. Stattdessen wird vermehrt Energiemais angebaut. Die Anbauflächen sind von 70.000 Hektar im Jahr 2005 auf 140.000 Hektar im Jahr 2006 gestiegen.  Dies hat nicht nur für die Natur negative Konsequenzen. Es ist bekannt, dass die Biodiversität in Maismonokulturen weitaus geringer ist, als auf Grünlandflächen oder in Weizenfeldern. Durch verengte Fruchtfolge, Bodenerosionen und Grundwasserbelastung erfolgen eine Verschlechterung der Böden und ein Verlust an wichtigen Lebensräumen.

Aufgrund der starken Konkurrenz zwischen Energieerzeugung und Futtermittelproduktion steigen die Pachtpreise an und es müssen neue Flächen erschlossen werden, die landwirtschaftlich genutzt werden können. Dies verstärkt den Druck auf Naturschutzflächen und lässt die Akzeptanz in der Bevölkerung und bei Naturschutzbehörden sinken. Grundsätzlich ist die Energiegewinnung aus Biogas positiv zu bewerten, da das Methan, das in der landwirtschaftlichen Produktion als Abfallstoff entsteht, ungenutzt in die Atmosphäre gelangen würde. Durch die Weiterverwendung in Biogasanlagen wird das Klima geschont. Jedoch sollte die Gewinnung von Energie aus erneuerbaren Quellen nicht auf Kosten der Umwelt oder des Menschen erfolgen.

Felicitas Wagner

 

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