Bio-veganer Anbau von Obst und Gemüse

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Bio-veganer: Kürbisse aus bio-veganem Anbau
Georg Thalhammer produziert Feinkost aus bio-vegan angebauten Kürbissen. © Malchus Kern

Vielerorts stinkt es wieder zum Himmel, denn vor Winteranfang wird auf vielen Feldern Gülle ausgebracht. Dass bio-veganer Anbau von Obst und Gemüse auch ohne tierischen Dünger möglich ist, zeigt der Anfang 2017 gegründete Verband “BIO.VEG.AN.” für bio-veganen Anbau.

Angebot bio-veganer Äpfel, Orangen und Kürbisse

Vegane Äpfel, Orangen oder Kürbisse? So ein Quatsch! Und doch wird es diese bald “vegan” in deutschen Supermärkten zu kaufen geben. Der Grund: der Anfang 2017 gegründete Anbauverband “BIO.VEG.AN.” zertifiziert Betriebe, die sich verpflichten, keinen tierischen Dünger zu verwenden. Vegan Plus sozusagen. Was auf den ersten Blick wie ein Marketing-Gag klingt, macht durchaus Sinn. Denn die derzeitige Produktion und der Konsum von Nahrungsmitteln tierischen Ursprungs hat gravierende negative Effekten. Ob für Umwelt (Verunreinigung von Gewässern), Klima (Treibhausgasemissionen), Gesundheit (Fleischkonsum erhöht Risiko von Herzinfarkten) oder soziale Gerechtigkeit (Billigfleisch zerstört Lebensgrundlagen in Afrika).

Pflanzlicher Dünger

Im konventionellen wie auch im biologischen Anbau wird Obst und Gemüse vielfach durch den Einsatz von Hornspänen, Blutmehl oder Schlachtabfällen wie Federn oder Borsten gedüngt. Beim Anbauverband DEMETER ist die Tierhaltung, bis auf Ausnahmen, obligatorisch vorgeschrieben. Hier gehören Tiere zwingend zu einem Hof-Kreislauf. Der bio-vegane Anbau spaltet die Bio-Szene. Um Boden und Pflanzen zu stärken wird auf pflanzliche Mittel gesetzt. Hülsenfrüchte und Kleegras binden Stickstoff im Boden, Gründüngung lockert den Boden und bringt als Mulch wieder Närhstoffe ein und auch Pflanzenkompost, Basalt- und Steinmehl, Holzasche und Algenmehl werden eingesetzt, um den Boden zu verbessern. Neu sind die Ideen dabei nicht. Bereits seit 30 Jahren exportiert ein Netzwerk bio-vegane Lebensmittel aus Griechenland. Und in Großbritannien wurde bereits 1996 der erste Interessensverbund gegründet. In Deutschland ist dies Anfang 2017 mit der Gründung des “Biozyklisch-Veganer Anbau Verein” geschehen.

Georg Thalhammer bio-vegane Kürbis Schorle
Auch vegan angebaut; die Kürbis-Schorle © Malchus Kern

Wichtig ist dem Verein, dass er keine anderen Anbauverbände ersetzen möchte. BIO.VEG.AN. sieht sich als zusätzliche Stelle, die überprüft, ob die Richtlinien des bio-veganen Anbaus eingehalten werden. Die ersten Betriebe wurden bereits zertifiziert und auch erste Lebensmittel importiert. Denn in Deutschland gibt es bisher nur wenige Betriebe, die bio-vegan arbeiten. Und so wie sich der Verein als Ergänzung sieht, können wir “vegane” Äpfel als Ergänzung zu einer klimaschonenden Ernährung ansehen.

Kauf bio-veganer Produkte gut für die Gesundheit und Umwelt

Vielleicht können wir bereits im Herbst 2018 “vegane” Äpfel im Handel kaufen – der Umwelt, dem Klima, unserer Gesundheit und der sozialen Gerechtigkeit zuliebe. Und damit unseren Teil dafür tun, dass es im Herbst nicht mehr ganz so zum Himmel stinkt.

Malchus Kern schreibt als Freier Autor über Nachhaltigkeit, insbesondere in den Bereichen Landwirtschaft, Ernährung und digitale Innovationen. Auf seinem Balkon versucht er sich an Selbstversorgung.

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