Bevölkerung ist sich der Herausforderungen bewusst

,

© luciap/FOTOLIA.com
© luciap/FOTOLIA.com

Welche Umweltrisiken nehmen wir als Bedrohung wahr? Welche Herausforderungen müssen wir bewältigen? Die Antworten auf diese und noch weitere Fragen wurden diesen Mittwoch veröffentlicht. Alle zwei Jahre führen das Bundesumweltministerium und das Bundesumweltamt eine repräsentative Studie zum Umweltbewusstsein unserer Bevölkerung durch. Das Ergebnis: Der Nachhaltigkeitsgedanke hat Platz in der Mitte unserer Gesellschaft gefunden. Obwohl das Auto nach wie vor als wichtigstes Fortbewegungsmittel gilt, kann sich dennoch die große Mehrheit der Fahrer vorstellen darauf zu verzichten. Allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Plastikmüll in Ozeanen, Rodung der Wälder und Artensterben. Das sind die drei größten Sorgen der deutschen Bevölkerung. Als die größten Herausforderungen in sozialer und ökologischer Hinsicht sehen sie die Entwicklung umweltfreundlicher Technologien und  den Wechsel zu erneuerbaren Energien. Zu diesem Ergebnis kommt die Umweltbewusstseinsstudie 2016, deren Ergebnisse am Mittwoch veröffentlicht wurden. Wir sehen Umweltschutz als wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Globalisierung (67%) und sehen darin gleichzeitig die Chance für Wohlstand (58%), Wettbewerbsfähigkeit (51%) und neue Arbeitsplätze (48%).

Maria Krautzberger, Präsidentin des Bundesumweltamtes  (UBA) kritisiert, dass laut Berechnungen des UBA jährlich mehr als 28 Millionen Euro in umweltschädliche Subventionen des Verkehrssektors gesteckt werden. Für eine bessere Luft und grünere Städte müsse es mehr Busse und Bahnen geben und im Gegensatz dazu weniger Autos. Dafür müsse der öffentliche Personennahverkehr als Rückgrat der Stadtmobilität mehr gefördert und ausreichend finanziert werden. Dies könne laut Krautzberger allerdings nur gelingen, wenn die umweltschädlichen Subventionen abgebaut würden und mehr Geld für den öffentlichen Personennahverkehr bereitgestellt würden.

© BMUB
© BMUB

Umweltministerin Barbara Hendricks sagt dazu: „Die Menschen sind bereit, auf das Auto zu verzichten, aber sie brauchen gute Alternativen. Weniger Autos, ein leistungsfähiger und günstiger öffentlicher Nahverkehr, gute und sichere Fahrradwege – all das wünschen sich viele Menschen, weil es ihre Lebensqualität verbessert und die Umwelt schützt. Das ist eine starke und wichtige Botschaft sowohl für die Umweltpolitik als auch für die Stadtentwicklungspolitik. Sie wird uns Rückenwind geben in unserem Einsatz für die Stadt der kurzen Wege, für neue Radwege und nachhaltige Mobilität.“

Derzeit nutzen 70 Prozent der Befragten ihr Auto mehrmals die Woche. Gäbe es bessere Alternativen kann sich ein Großteil gut vorstellen mehr auf das Auto zu verzichten. 91% der Bevölkerung gehen davon aus, dass es sich positiv auf ihr Leben auswirken würde, wenn Städte und Gemeinden so gestaltet werden würden, dass man weniger auf sein Auto angewiesen wäre. 79% der Befragten halten eine solche Veränderung sogar für wünschenswert.

Quellen: BMUB, UBA