Baden-Württemberg fördert energieeffiziente Wärmenetze

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Bild: Stadtwerke Tübingen. Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen spielen eine zentrale Rolle für energieeffiziente Wärmenetze

Baden-Württemberg setzt aus Klimaschutzgründen auf den Ausbau energieeffizienter Wärmenetze. Mit 8,8 Millionen Euro werden noch bis zum Jahr 2021 Investitionen von Kommunen und privaten Investoren gefördert.

Wärmenetze nehmen bei der Wärmeversorgung der Zukunft eine tragende Rolle ein“, unterstreicht der baden-württembergische Umwelt- und Energieminister Franz Untersteller. Entsprechende Investitionen fördert das Land mit dem Förderprogramm „Energieeffiziente Wärmenetze“. Es ist auf sechs Jahre angelegt und hat ein Fördervolumen von insgesamt 8,8 Millionen Euro. Es richtet sich an Kommunen und Investoren, die ein Wärmenetz planen oder sich dabei engagieren wollen.

Die ersten drei Zuwendungsbescheide der aktuellen Antragsrunde sind versandt: Die Stadtwerke Weil am Rhein erhalten eine Zuwendung in Höhe von 200.000 Euro für die Erweiterung ihres Wärmenetzes. Fördermittel in gleicher Höhe bekommt das Wärmenetz Rauer Kopf, ein Projekt der Stadtwerke Böblingen GmbH & Co. KG. Für die Nahwärmeversorgung im Neubaugebiet Kesseläcker in Öhringen gewährt das Land der Kraftwärmeanlagen GmbH in Bietigheim-Bissingen eine Zuwendung von 114.600 Euro. In den geförderten Projekten wird Wärme aus Hackschnitzeln sowie aus Abwärme der Stromerzeugung und Müllverbrennung eingesetzt werden.

„Wärmenetze sind aufgrund ihrer Flexibilität ein wichtiger Baustein der Energiewende. Sie können sowohl Wärme aus erneuerbaren Quellen wie Biomasse, Solarthermie oder Geothermie aufnehmen als auch Wärme aus Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen oder Abwärme aus Gewerbe und Industrie. Damit können Wohnungen, kommunale Gebäude, Gewerbebetriebe oder Industrieanlagen beheizt werden. Die nun geförderten Investitionen in energieeffiziente Wärmenetze leisten einen wichtigen Beitrag auf dem Weg zu einer nahezu klimaneutralen Wärmeversorgung im Land“, so Untersteller. Ziel der Landesregierung sei es, den Anteil erneuerbarer Wärme von heute 14 Prozent bis zum Jahr 2020 auf 21 Prozent zu erhöhen.

Untersteller wies darauf hin, dass der größte Anteil der gesamten Endenergie im Land für Heizen und warmes Wasser verbraucht werde: „Die Wärmeerzeugung ist für mehr als die Hälfte des Endenergieverbrauchs in Deutschland verantwortlich. Heizung und Warmwasserbereitung verursachen ein Drittel der deutschen Treibhausgasemissionen. Um unsere Klimaschutzziele erreichen zu können, müssen wir unser Augenmerk verstärkt auf den Wärmesektor richten.“

Der nächste Stichtag zur Einreichung von Förderanträgen zur Investitionsförderung für die Errichtung oder Erweiterung energieeffizienter Wärmenetze ist der 1. Juli 2017.  Voraussetzung ist die Einbeziehung der Nutzung von erneuerbaren Energien, industrieller Abwärme und hocheffizienter Kraft-Wärme-Kopplung. Die Förderung erfolgt in Form eines mit den Bundesprogrammen kumulierbaren Zuschusses von bis zu 20 Prozent der förderfähigen Kosten und maximal bis zu 200.000 Euro. Über zusätzliche Boni kann der Höchstbetrag auf 400.000 Euro der förderfähigen Kosten pro Investitionsvorhaben erhöht werden. Anträge sind beim Projektträger Karlsruhe (PTKA) Baden-Württemberg zu stellen.

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