Massives Korallensterben am Great Barrier Reef

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Korallensterben am Great Barrier Reef
Korallensterben am Great Barrier Reef

Teile des australischen Great Barrier Reef sterben. Aufgrund monatelang erhöhter Wassertemperaturen sind mancherorts bereits die Hälfte der Korallenbestände zerstört worden. “Der Klimawandel tötet das Barrier Reef”, twitterte der wissenschaftliche Klimarat des Landes. Doch Australiens Premierminister Tony Abbott leugnet den menschen-gemachten Klimawandel nach wie vor. Bald könnte es zu spät sein, das berühmte Riff noch zu retten.

“Kohle ist gut für die Menschheit“, sagte Premierminister Abbott 2014 bei der Eröffnung einer Kohlemine in Queensland. In Australien werden rund 80 Prozent der benötigten Energie mit der Verbrennung des fossilen Rohstoffs erzeugt. Ende 2015 wurde ein weiteres Kohle-Projekt der Superlative genehmigt. In Abott Point soll einer der größten Kohle-Häfen der Welt entstehen. Der Hafen liegt dabei in unmittelbarer Nähe zu einem wunderschönen und wertvollen Weltkulturerbe: Dem Great Barrier Reef.

Das gewaltige Riff erstreckt sich über eine Länge von rund 2.300 Kilometern. Damit ist es das größte Korallenriff der Erde. Es zählt zu den bekanntesten Wahrzeichen Australiens und lockt jeder Jahr unzählige Touristen auf den Kontinent. Der Verlust des Riffs wäre demnach nicht nur für die Umwelt eine Tragödie, auch die australische Wirtschaft würde darunter leiden.

Doch die Regierung um Tony Abbott scheint die Auswirkungen, die die massive Verbrennung von klimaschädlicher Kohle langfristig auf das Riff hat, nicht wahrhaben zu wollen. Der Kohle-Premierminister hat viele der Klimaschutzmaßnahmen der Vorgängerregierung wieder rückgängig gemacht. „Tony Abbott leugnet den Klimawandel, kritisierten ihn die australischen Grünen. „Er sitzt einer Regierung von Klimawandelleugnern vor.“

Die aktuellen Auswirkungen des Klimawandels auf das Great Barrier Reef dürften jedoch selbst für Abott schwer zu leugnen sein. Das Riff ist im Begriff zu sterben. Seit Monaten ist das Wasser an der Nordküste vor Queensland viel zu warm. Die Wassertemperatur an der Oberfläche betrug im Februar 33 Grad Celsius. Die Korallen halten solche Temperaturen nur begrenzt aus. Der Hitzestress hat die sonst bunten Nesseltierchen ausbleichen und absterben lassen. Örtlich sind bis zu 50 Prozent der Bestände zerstört, berichtete die australische Marineparkbehörde.

Aufgrund dieser „regional schwerwiegenden Korallen-bleiche“ mussten die Behörden die höchste Alarmstufe ausrufen. Der nationale Klimarat warnte: „Wahr-scheinlich werden in den nächsten 30 bis 40 Jahren fast alle Korallenbestände weltweit sterben, wenn wir weiterhin fossile Rohstoffe verbrennen und damit das Klima weiter aufheizen“. Das letzte Mal, dass es ein vergleichbares Korallensterben gegeben hatte, war im Jahr 1996. Damals wurden etwa zehn Prozent der Bestände zerstört.

Zusätzlich zum Klimawandel hat auch das Klimaphänomen El Nino das Meerwasser aufgeheizt. Der australische Umweltminister Greg Hunt kommentierte, die Zustände am Riff würden ihm „Sorge“ bereiten. So schlimm wie 1996 sei es jedoch nicht.

Glücklicherweise können sich Korallenbestände regenerieren, wenn die Wassertemperatur wieder fällt. Bei einer ungebremsten globalen Erwärmung könnte das Meerwasser jedoch bald dauerhaft zu warm für die Tiere sein. Ohne Klimaschutzmaßnahmen wird das Riff demnach langfristig nicht zu retten sein.

„Das Riff kann sich erholen“, sagte Richard Leck von der Umweltorganisation WWF. „Aber wir müssen den Wechsel zu sauberer, erneuerbarer Energie beschleunigen.“ Zudem müsse die Umweltbelastung durch die Landwirtschaft und durch Waldrodungen verringert werden.

Doch das wichtigste dürfte sein: Die Regierung um Tony Abbott muss endlich einsehen, dass die Bedrohung des Klimawandels real ist und eine australische Energiewende einleiten. „Kohle ist gut für die Menschheit“ – diesen Trugschluss sollte Abbott schnellstmöglich aufgeben.

Quellen: Zeit.de / Berliner Zeitung

 

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