Auf Hawaii entsteht größtes Meeresschutzgebiet der Welt

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Papahānaumokuākea Marine
Papahānaumokuākea Marine

Kommende Woche reist US-Präsident Barack Obama auf die hawaiianische Hauptinsel Oahu. Dort findet eine Konferenz mit Vertretern von Nichtregierungsorganisationen, Politikern der Pazifik-Inseln und Umweltschützern statt. Außerdem ein Anlass den größten Naturschutzraum des Planeten offiziell einzuweihen.

Das bereits von seinem Vorgänger George W. Bush zum Nationaldenkmal erklärte Meeresgebiet Papahānaumokuākea gehört seit 2006 zu den größten Naturschutzgebieten der Welt. Per Erlass wurde seine Größe nun vervierfacht.

Das war dem Präsidenten dank eines über 100 Jahre alten Gesetzes möglich, dass es dem Staatsoberhaupt erlaubt, öffentliches Land wegen seiner Besonderheiten der Natur unter besonderen Schutz zu stellen. So konnte die starke Republikanerfraktion im Senat, die bereits viele umweltpolitische Aktivitäten Obamas blockierte, umgangen werden.

Das nun geschaffene Areal, das mehrere hundert Kilometer nordwestlich der hawaiianischen Hauptinseln liegt, ist mit einer Ausmaße von 1,5 Millionen Quadratkilometern viermal so groß wie Deutschland. Es beherbergt über 7000 verschiedene Arten, darunter Schildkröten, Haie, Wale und Delfine. Auch mehr als zwanzig unterschiedliche Seevögel leben in dem Gebiet. Es ist übersät mit Atollen und Korallenriffen, in denen erst vor Kurzem neue Fischarten sowie das vermutlich älteste Lebewesen der Welt, ein Meeresschwamm, entdeckt worden waren.

Das Papahānaumokuākea Marine National Monument wurde in den vergangenen Jahren immer stärker von Klimawandel und Umweltverschmutzungen bedroht, daher wandten sich Anfang des Jahres einige prominente Hawaiianer an das Weiße Haus und baten um Erweiterung des Gebietes. Auch kommerzielle Ausbeutung sollte verhindert werden. Schätzungen zufolge werden in den, nun geschützten, Gewässern jährlich bis zu acht Prozent der Gesamtmasse Fisch gefangen, in der Hauptsache Thunfisch.

Nicht bloß Umweltschützer und Wissenschaftler unterstützten das Anliegen, Papahānaumokuākea als National Monument zu vergrößern, auch die Senatoren des Staates Hawaii sowie viele Ureinwohner sprachen sich dafür aus. Das Gebiet um Papahānaumokuākea nimmt in der örtlichen Mythologie einen wichtigen Platz ein. Es hat immense Bedeutung als Ursprung des Lebens und als Ort, an den die Seele nach dem Tode zurückkehrt.

Mit der Ausweitung des Gebietes stehen nun etwa drei Prozent der Weltmeere unter Naturschutz. Viel zu wenig, sagen Experten. Schätzungen zufolge müssen mehr als ein Drittel der Ozeanfläche geschützt werden, um globale Stabilität des Ökosystems zu garantieren. Ein langer Weg, den Obama kurz vor seinem Abschied als mächtigster Mann der Welt, wenigstens einen kleinen Schritt weitergegangen ist.

Quelle: The Pew Charitable Trusts

 

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