Anteil Erneuerbarer Energien überholt Atomkraft in der EU

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Anteil Erneuerbarer Energien in EU überholt Atomkraft
Erneuerbare Energien überholen Atomkraft im europäischen Strommix.

Der Anteil Erneuerbarer Energien am europäischen Strommix wächst. Dazu verliert die Atomkraft weiter an Bedeutung. Das teilte die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) kürzlich mit. Aus Daten der International Atomic Energy Agency (IAEA) geht hervor, dass die Produktion von Strom aus Atomkraft vergangenes Jahr auf etwa 800 Milliarden Kilowattstunden sank. Das ist ein Rückgang von zwei Prozent. Gleichzeitig stieg der Anteil erneuerbarer Energien leicht an – auf inzwischen 950 Milliarden Kilowattstunden.

Die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) geht davon aus, dass der Anteil Erneuerbarer Energien auf dem europäischen Strommarkt weiter ansteigt. Auch für die kommenden Jahre wird ein stetiges Wachstum prognostiziert. Das liegt daran, dass die installierte Leistung in vielen EU-Mitgliedsstaaten spürbar gewachsen ist. In Frankreich etwa stieg die installierte Anlagenleistung für Windkraft und Bioenergie 2016 jeweils zweistellig im Vergleich zum Vorjahr an. Insgesamt hat die installierte Anlagenleistung Erneuerbarer Energien nun einen Anteil von 46.000 Megawatt am französischen Strommix. Das ist ein Plus von 2.200 Megawatt im Vergleich zu 2015.

Frankreich will Reaktoren stilllegen

Etwa die Hälfte aller Atomreaktoren der Europäischen Union befindet sich in Frankreich. Allerdings hält die neue französische Regierung an ihrem Plan fest, Atomreaktoren stillzulegen. Bis 2025 ist geplant, den dominierenden Anteil der Atomenergie um 50 Prozent zu senken. Dazu sollen bis zu 17 Atomreaktoren stillgelegt werden.

„Der Trend geht klar in Richtung Erneuerbare Energien, auch wenn der Ausbau noch zügiger voranschreiten kann. Damit die Atomkraft europaweit endlich an ihren wahren horrenden Kosten gemessen wird und ins Museum kommt, braucht es faire Regeln in der EU“, erklärt der stellvertretende Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE), Nils Boenigk.

Auch in Deutschland soll Ende des Jahres ein weiterer Reaktor vom Netz gehen. Trotz des bereits beschlossenen Atomausstiegs ist die Bundesrepublik noch immer der zweitgrößte Produzent von Atomstrom in der EU. Dabei sank der Atomkraftanteil in den vergangenen sieben Jahren von fast 135 Milliarden Kilowattstunden auf noch 84,6 Milliarden. Der Anteil Erneuerbarer Energien verdoppelte sich in dem Zeitraum immerhin. Die Bruttostromproduktion aus Erneuerbaren Energien liegt inzwischen bei 188 Milliarden Kilowattstunden.

Quelle: EAA

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