Alternativen zur erdölbasierten Plastiktüte

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Biotte Kinder
Biotte Kinder

Ab dem 1. April 2016 verpflichten sich große Handelsunternehmen, nach dem Vorbild der Lebens-mittelhändler, Plastiktüten aus Polyethylen nur noch gegen Gebühr abzugeben. In Frankreich ist man bereits einen Schritt weiter. Dort gilt ab 1. Juli eine Verordnung, die dünne PE-Einwegkunststofftüten, so genannte Hemdchentüten, die häufig an der Obsttheke aushängen, ganz verbietet. Eine EU-Richtlinie von 2015 will den jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch erdölbasierter Tüten bis Ende 2025 auf unter 40 Stück senken. Bio-Tragetaschen könnten Verbrauchern, die nicht immer eigene Tragetaschen mitnehmen, eine ressourcenschonende Alternative bieten.

Umweltbewusste Verbraucher nehmen ja bereits häufig wiederverwendbare Tragetaschen mit, die auch in vielen Geschäften angeboten werden. Was aber tun, wenn man einmal ungeplant etwas einkauft? Jedes Mal eine neue Mehrweg-Tüte kaufen?

Biologisch abbaubare Tüten, deren fossile Inhaltsstoffe kontinuierlich reduziert werden, sollen hier eine umweltfreundliche und komfortable Alternative bieten – und das nicht nur bei Tüten für den Bioabfall. Schon heute bestehen spezielle Bio- oder Permanent-Tragetasche aus über 50 Prozent nachwachsenden Rohstoffen. Dieser Anteil soll künftig noch weiter erhöht werden.

Dass sich die Investition in die Weiterentwicklung dieser Werkstoffe lohnt, betonen Hersteller wie die Victorgroup, die im vergangenen Jahr eine Ipsos-Umfrage durchführen ließen, um die Meinung der Verbraucher zu diesem Thema zu prüfen. Die Ergebnisse belegen laut des Herstellers: Die Weiterentwicklung von Biokunststoffen und entsprechender Kompostierungsverfahren ist auch im Interesse der Verbraucher. Der Umfrage zufolge bevorzugt die Mehrzahl der Deutschen Tragetaschen mit hohem Bioanteil.

„Das große Interesse des Gesetzgebers, des Einzelhandels und der Verbraucher, umweltfreundliche Lösungen zu finden, erlaubt es uns, weiter in die Forschung zu investieren und den Erdölanteil unserer Tragetaschen kontinuierlich zu senken“, erklärt Ursula Weck, Geschäftsführerin der Victorgroup. „Je mehr Interessensgruppen diese Technologien unterstützen und nachfragen, desto schneller können wir Plastiktüten ganz ohne fossile Ressourcen produzieren.“

Öfter mal ohne?

IMG 0709Natürlich schließen sich die Bio-Tüte und eine bewusste Vermeidung von Verpackungen, wo sie nicht unbedingt nötig sind, nicht aus. Immer mehr Verbraucher ärgern sich, dass selbst die Bio-Gurke im Supermarkt häufig in der Plastikhülle daher kommt – denn die meisten können ja nicht jeden Tag auf dem regionalen Bauernmarkt einkaufen. Die Nachfrage nach Einkaufsmöglichkeiten, bei denen der Verbraucher selbst die Verpackung bestimmt, hat über ganz Deutschland hinweg verpackungsfreie Supermärkte ins Leben gerufen.

Verpackungsfrei einkaufen liegt im Trend
©Ohne-Laden.de (Carlo Krauß u. Fabian Norden)

In Berlin (Original Unverpackt und Biosphäre), Bonn (Feinkost Deinet), Dresden (Lose), Heidelberg (Annas Unverpacktes), Kiel (Unverpackt), Mainz (Unverpackt Mainz) oder Schwäbisch-Gmünd (Regional und unverpackt) kann man bereits verpackungsfrei einkaufen. In München eröffnete mit dem „Ohne-Supermarkt“ in der Schellingstraße am vorletzten Samstag die neueste verpackungsfreie Einkaufoption. Weitere Projekt in Köln (Louise genießt) und Erfurt (Tütenlos) sollen durch Crowd-Funding finanziert werden.

Die Lebensmittel stehen unverpackt in den Regalen bzw. in Behältern aus denen man sie in mitgebrachte Dosen, Gläser oder wiederverwendbare Tüten abfüllen kann. Viele Geschäfte verkaufen oder verleihen auch Behälter. Zudem wird auf biologische und regionale Herkunft geachtet.

Wenn Sie weitere verpackungsfreie Einkaufsmöglichkeiten kennen, freuen wir uns über Ergänzungen der Liste im Kommentar.

Weitere Informationen und Quellen:
www.biotuete.eu
http://derverbund.com/
http://www.ohne-laden.de/

 

One Response

  1. J.Claassen

    10. März 2016 13:36

    Wie kommt es, dass hier keine Papiertüten erwähnt werden?
    In Amerika werden diese doch schon länger als Einkaufstüten verwendet. Papiertüten kann man dann gut recyclen und muss nicht darauf warten, dass sie sich zersetzen. Eine Zersetzung würde ja auch nur stattfinden, wenn viele eine Biotonne hätten. Das ist aber häufig nicht der Fall. Einen Papiermüll hingegen haben die meisten.

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