Nachhaltigkeitsziele messbar machen

Bislang existieren kaum Methoden zur integrierten Analyse und Bewertung der Nachhaltigkeit von Produkten und Dienstleistungen. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass es bis vor kurzem keine global einheitliche Zielvorgaben gab. Mit der Agenda 2030 der Vereinten Nationen hat sich das geändert.

Das ZNU-Zentrum für Nachhaltige Unternehmensführung der Universität Witten/Herdecke und das Öko-Institut haben zusammen die Methode “SDG-Evaluation of Products (SEP)” entwickelt, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Die Methode nutzt als Maßstab die Agenda 2030 der Vereinten Nationen mit ihren 17 Nachhaltigkeitszielen (engl. Sustainable Development Goals, SDG) und 169 Unterzielen, die die Staatengemeinschaft im September 2015 verabschiedet hat. Die Methodenentwicklung wurde zudem durch vier Fallstudien aus den Branchen Lebensmittel, Kosmetik & Hygiene, IT-Produkte und Mobilität unterstützt.

Einheitliche Nachhaltigkeitsbewertung anhand von 45 Indikatoren

Die Methode SEP basiert auf der Herangehensweise der Ökobilanz. Das Herzstück der Methode ist die Nachhaltigkeitsbewertung. Sie misst den Beitrag des Produkts bzw. der Dienstleistung zu den jeweiligen SDGs der Agenda 2030 anhand von 45 festgelegten Indikatoren. Davon sind 22 Kern-Indikatoren, die verpflichtend bei der Durchführung der Bewertung angewendet werden müssen. Die Indikatoren sind in zwei Gruppen geteilt – 25 C1-Indikatoten, die direkt den Beitrag des Produkts bzw. der Dienstleistung messen und 20 C2-Indikatoren, die den Beitrag der involvierten Unternehmen entlang des Lebenswegs messen. Das Ergebnis zeigt, bei welchen Nachhaltigkeitsthemen das Produkt besonders gut abschneidet und bei welchen noch Handlungsbedarf besteht.

Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 der Vereinten Nationen (UN 2017)

Um die Bewertung zu vervollständigen, kann eine Analyse des gesellschaftlichen Nutzens ergänzt werden. Dadurch lassen sich mit Blick auf die SDGs zusätzliche Nutzenaspekte der betrachteten Produkte und Dienstleistungen jenseits ihres Kernnutzens identifizieren.

Frei verfügbare Software erleichtert die Anwendung

Um die Anwendung der Nachhaltigkeitsbewertung zu vereinfachen, wurde zudem die Software ProFitS entwickelt. Sie ermöglicht es, insbesondere die C2-Indikatoren zu berechnen und zu bewerten. Die Software kann unter www.sdg-evaluation.com frei genutzt werden.

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