Nachhaltigkeit hat viele Gesichter

Welche Entwicklungen tragen 2023 zu mehr Nachhaltigkeit bei? Diese Frage haben seit Dezember Spezialisten aus Bereichen wie erneuerbare Energie, Technologie, Infrastruktur und Handel für uns beantwortet. Im ersten Teil der Beitragsserie ging es um Trends zur Energiespeicherung, der ressourcenschonenden Planung, Technologien zur Energieoptimierung sowie um mehr Transparenz und Standardisierung für die Kreislaufwirtschaft. Im heutigen Beitrag erläutern die Experten Trends beim Ausbau der Energieversorgung über erneuerbare Energie sowie Technologietrends, die den Online- und Versandhandel oder die Bekleidungsindustrie nachhaltiger machen können.

Grüner Wasserstoff als wichtiger Baustein zur Dekarbonisierung

Grüner Wasserstoff, der zu 100 % aus erneuerbarer Energie gewonnen wird, kann einen entscheidenden Beitrag zur Energieautarkie und zur Senkung von CO2-Emissionen leisten. Ohne grünen Wasserstoff werden wir Net Zero nicht erreichen können. Besonders Unternehmen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien haben dies bereits erkannt. Mit der Wasserstofferzeugung und -speicherung vor Ort eignet er sich aber auch für große Unternehmen aus der Schwerindustrie wie beispielsweiße Stahl und Chemie. Aber auch für Mobilitätsanwendungen in Kommunen, dem öffentlichen Nahverkehr, für die Schwertransportbranche oder den Schiff- und Flugverkehr setzt er sich immer stärker durch. Hinzu kommen Optionen zur Sektorenkopplung für die Bereiche Stromerzeugung, Industrie, Verkehr und Wärme. Wir erwarten, dass dieser Trend 2023 weiter Fahrt aufnimmt.

Robin v. Plettenberg, CEO bei H-TEC SYSTEMS

Zukunftstechnologien helfen, die Textilbranche nachhaltiger zu machen

Laut UN-Berichten ist die Kleidungsindustrie der zweitgrößte Umweltverschmutzer weltweit. Neben hohem Wasser- und Chemikalienverbrauch bei der Produktion liegt dies auch an der hohen Retourenquote. Laut Studien der Universität Bamberg verursacht eine einzige Retoure etwa 500g CO2-Emission. Insgesamt entstehen jährlich ca. 1.500.000 Tonnen CO2 durch Kleider- und Schuhretouren aufgrund falsch bestellter Größe. Hinzu kommen Abfälle durch entsorgte Kleidungsstücke und Verpackungen. Hauptgrund für die Retouren sind inkonsistente Größenangaben. Durch KI-basiert Zukunftstechnologien und 3D Körperscan-Verfahren lässt sich diese Problematik lösen. Der Scan kann zur Größenempfehlung in online-shops genutzt werden, dem virtual Try-on am eigenen Avatar und sogar die individuelle Schnittmustererzeugung. Das macht nicht nur den Einkauf zum maßgeschneiderten Kundenerlebnis, sondern schont auch Ressourcen und senkt die CO2-Emissionen.

Verena Ziegler, CEO OpenDress GmbH – BEAWEAR

Retourenmanagement: Je nachhaltiger, desto profitabler

Deutschland ist Retourenweltmeister – nichts worauf wir stolz sein sollten, eher ein Bereich, der immer noch nach nachhaltigen und profitablen Lösungen schreit. Neben der Retoure, die gar nicht erst entsteht, sind smarte Softwaremodule und die nachhaltige Wiedervermarktung funktionstüchtiger B-Waren nicht nur Trendthemen fürs kommende Jahr, sondern unumgehbare Bestandteile des nachhaltigen Retourenmanagements. Intelligente Test- und Wiedervermarktungssoftware direkt bei Herstellern und Händlern on-site einzusetzen, hilft dabei noch mehr Transportwege einzusparen und ist damit ein wichtiger Schritt, um den Handel und das Retourenmanagement nachhaltiger zu machen.

Barbara Brunelli, Business Development Manager bei BuyBay

Hohes Potenzial für Kommunen und Bürger:innen

Fast ein Drittel der installierten Leitung aus erneuerbarer Energie ist in der Hand von Privathaushalten. Das bedeutet, dass es im kommerziellen Sektor sowie im öffentlichen Bereich, in Kommunen und Gemeinden, noch ein sehr hohes Potenzial gibt. Die Energiekrise hat die Vorteile – niedrigere und stabile Energiepreise, Versorgungssicherheit sowie eine schelle Rendite – noch sichtbarer gemacht. Außerdem haben viele Gemeinden Flächen, die sich als Baugrund oder ähnliche Zwecke nicht eignen. Hinzu kommen spannende Projekte aus dem Bereich Bürgerbeteiligung. Hier können sich Personen über Plattformen oder direkt bei Gemeinden beteiligen und so nicht nur von den attraktiven Renditen profitieren, sondern auch zur Energiewende und einer grüneren Zukunft beitragen.

Patrik Danz, CSO bei IBC SOLAR

 

Zu Teil 3 der Serie geht es hier.

Haben Sie noch einen wichtigen Trend, den Sie in einem kurzen Statement beisteuern wollen? Dann schreiben Sie uns gerne an [email protected].

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