Aldi produziert künftig giftfrei

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Aldi will bis 2020 auf Schadstoffe in seinen Textilien verzichten. Damit reagiert Aldi auf die Greenpeace

Deutschlands größter Discounter Aldi verpflichtet sich, seine Textilien und Schuhe bis spätestens 2020 giftfrei zu produzieren. Damit reagiert das Unternehmen auf die sogenannte „Detox-Kampagne“ der Umweltschutzorganisation Greenpeace. Greenpeace hatte vergangenes Jahr Textilien und Schuhe verschiedener Discounter auf gefährliche Chemikalien untersuchen lassen. Dabei schnitt unter anderem Aldi schlecht ab. Auch Lidl und Tchibo gaben mittlerweile bekannt, künftig ohne die betreffenden Chemikalien produzieren zu wollen. Für Greenpeace ist das ein großer Erfolg.

Für Aldi ist das Textilgeschäft eine wichtige Sparte. Knapp 10 Prozent des Gesamtumsatzes erzielt der Discounter jährlich mit dem Verkauf von Kleidung, Schuhen und anderen Textilien. Das sind rund 2.5 Milliarden Euro im Jahr. Im Zuge der Detox-Kampagne von Greenpeace wurden vergangenen Herbst Kinderkleidung und -schuhe, die im Sortiment von Aldi Süd und Nord zu finden sind, analysiert.

Dabei wurden unter anderem umweltschädliche Chemikalien wie Alkylphenolethoxylate (APEO) gefunden, deren Abbauprodukte hochgiftig für Wasserorganismen sind. Solche Chemikalien gelangen in den Produktionsländern meist in großen Mengen ins Abwasser – allein in China sind etwa zwei Drittel der Gewässer mit solchen hochgiftigen Schadstoffen kontaminiert. Neben den APEOs wurden bei der Analyse auch gesundheitsschädliche Substanzen, unter anderem Dimethylformamid (DMF) entdeckt, die das Immunsystem und die Fortpflanzung schädigen können. Mit jeder Wäsche gelangen diese Substanzen auch bei uns ins Abwasser.

In einem Einkaufsratgeber bewertete Greenpeace außerdem die Nachhaltigkeit der verschiedenen Billiganbieter, darunter auch Aldi Nord und -Süd. Dabei stufte Greenpeace Aldi als „miserabel“ ein, auch weil der Discounter neben dem Einsatz von giftigen Rohstoffen wenig auf soziale Standards in den Produktionsländern und auf die Wiederverwertbarkeit seiner Textilien achten würde, so die Begründung.

Nun hat Aldi in Bezug auf die giftigen Chemikalien in seinen Textilien reagiert und einen detaillierten Plan zur Entgiftung dieser Produkte vorgelegt. Demnach verpflichtet sich Aldi vertraglich, gefährliche Schadstoffe wie APEO und DMF bis 2016 aus der Produktion zu verbannen. Desweiteren will der Discounter die Bevölkerung in den Produktionsländern über die Gefahren von giftigen Chemikalien im Abwasser aufklären. Im Zuge dessen sollen rund 80 Prozent der Aldi-Lieferanten ihre Abwasserdaten bis Ende März 2016 offenlegen. Bis Ende Juni 2016 will Aldi außerdem ein Programm für „nachhaltigen Konsum“ aufsetzen, so Greenpeace in einer Pressemeldung.

Für die Detox-Kampagne von Greenpeace ist das ein großer Erfolg. Kirsten Brodde, Textilexpertin von Greenpeace, sagte: „Mit billigsten Textilien lockt Aldi Woche für Woche ihre Kunden in die Läden. Jetzt hat Aldi erkannt, dass diese Ware ohne giftige Chemie produziert sein muss“. Neben Aldi haben mittlerweile auch viele andere Discounter verkündet, ihre Produktion zu entgiften, unter anderem Lidl, Penny und Tchibo. Greenpeace schrieb, damit schwenke die Textilherstellung der Discounter insgesamt auf einen sauberen Kurs um.

Insgesamt hätten sich bereits 24 international führende Modeunternehmen und sechs italienische Zulieferer gegenüber Greenpeace verpflichtet, bis 2020 auf gesundheits- und umweltschädliche Textilien zu verzichten. Greenpeace hofft, dass noch andere große Hersteller diesem Beispiel folgen werden. „Weg vom Viel-und-Billig-Schick – diese Haltung erwarten wir nun auch von den weltweit größten Einzelhändlern Wal-Mart, Carrefour und Tesco“, sagte Greenpeace-Sprecherin Brodde dazu abschließend.

 

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