AEE-Studie: Deutsche Klimaschutzziele weiterhin gefährdet

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Laut einer aktuellen Studie der Agentur für erneuerbare Energien wird das deutsche Klimaschutzziel bis 2020 verfehlt werden.

Die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) hat durch eine aktuelle Untersuchung belegt, dass die deutschen Klimaschutzziele bis 2020 nicht erreicht werden, wenn die Bundesregierung künftig nicht deutlich mehr zur Verbesserung der Treibhausgasbilanz unternimmt. Sollten lediglich die bisherigen Maßnahmen beibehalten werden, wird Deutschland demnach das selbstgesteckte Ziel verfehlen, den CO2-Ausstoß bis 2020 um 40 Prozent im Vergleich zum Jahr 1990 zu verringern.

Zu diesem Ergebnis kommt die AEE aufgrund von Daten der letzte Woche veröffentlichten Metaanalyse: „Klimaschutz und Treibhausgasemissionen in Deutschland„, die das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) im Auftrag der AEE erarbeitet hat. Dabei analysierte das ZSW elf vorangegangene Studien zur Entwicklung der Treibhausgasemissionen in Deutschland und verglich diese Trends mit Szenarien, die sich an den bestehenden Klimaschutzzielen orientieren.

Durch die Daten der Metaanalyse konnten außerdem Rückschlüsse auf die Ursachen der bisher beobachteten Entwicklung gezogen werden. Demnach sei zum einen der Preis für den Ausstoß von Kohlendioxid im Rahmen des Emissionshandels viel zu niedrig. Auch würde in Deutschland weiterhin zu viel Strom mit Kohlekraftwerken erzeugt. Bei der Entwicklung der Erneuerbaren Energien sei Deutschland im Stromsektor momentan zwar noch auf dem Zielpfad, dennoch reiche das Wachstum perspektivisch auch in diesem Bereich nicht aus, um die politischen Ziele bis 2020 und darüber hinaus zu erreichen.

„Erfolgreicher Klimaschutz setzt eine konsequente Nutzung Erneuerbarer Energien in allen Sektoren voraus, also auch im Gebäude- und Verkehrssektor, eine stärkere Senkung des Energieverbrauchs sowie CO2-Preise, die die richtigen Investitionssignale liefern“, erklärt AEE-Geschäftsführer Philipp Vohrer.

Das Ergebnis der Metaanalyse habe gezeigt, dass eine bloße Fortsetzung der bisherigen Politik nicht ausreichend sei, um das gesetzte Klimaschutzziel bis 2020 zu erreichen. Es bedürfe weiterer Maßnahmen, um den CO2-Ausstoß drastisch zu senken. so Vohrer zusammenfassend. Auch die Nachricht des Umweltbundesamts, dass die Treibhausgasemissionen erstmals seit Jahren leicht rückläufig seien, bedeute keine Entwarnung. Damit verkleinere sich lediglich die Lücke zwischen Ziel und Wirklichkeit.

Auch der im Dezember 2014 veröffentlichte „Fortschrittsbericht Energiewende“ der Bundesregierung geht davon aus, dass bis 2020 lediglich eine Minderung der Treibhausgasemissionen um 33 bis 34 Prozent erreicht wird und erhebliche zusätzliche Anstrengungen erforderlich sind, um das 40- Prozent- Ziel doch noch zu realisieren.

Um die Lücke von etwa 62 bis 100 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten zwischen den prognostizierten Emissionsminderungen und dem Ziel, 40 Prozent bis 2020 einzusparen zu schließen, hat die Bundesregierung deshalb im Dezember 2014 das „Nationale Aktionsprogramm Klimaschutz“ und den „Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz“ (NAPE) verabschiedet. „Die Konkretisierung und Umsetzung dieser Maßnahmen muss nun zügig beginnen, damit der aktuelle Rückgang der Treibhausgase nicht nur ein witterungsbedingter Einmaleffekt bleibt“, so Vohrer.

 

One Response

  1. Michael Valentine-Urbschat

    7. April 2015 16:38

    Lieber Herr Hartmann,

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