ADFC Fahrradklimatest 2016

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Fahrradklimatest 2016
Fahrradklimatest 2016

„Hat deine Stadt ein Herz fürs Rad?“, fragt der ADFC-Fahrradklimatest die Bürgerinnen und Bürger Deutschlands. Mit der weltweit größten Befragung der Bevölkerung  zum Radfahrklima sollen Politik und Verwaltung eine wichtige Rückmeldung aus Sicht der Alltagsexperten erhalten.

Mit wenig Fragen, unter anderem zum Zustand der Radwege oder der Freigabe von Einbahnstraßen für den Radverkehr, können Radfahrer bis zum 30.November 2016 bewerten, ob das Fahrradfahren in ihrer Stadt Spaß macht oder eher stressig ist. Je mehr Bürgerinnen und Bürger dabei vor Ort mitmachen, desto genau wird das Bild vom Radverkehr vor Ort. Und nicht nur Radfahrer können mitmachen, denn die Zielgruppe sollte breit gestreut sein. Ob alt, jung, viel mit dem Rad unterwegs, nie mit dem Rad unterwegs, Alltags- und Freizeitradfahrer, männlich oder weiblich – jeder kann den Fahrradklimatest online unter http://www.fahrradklima-test.de/ ausfüllen.

Als Zufriedenheitsindex der Radfahrer in Deutschland wird der alle zwei Jahre stattfindende Fahrradklimatest vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) im Rahmen des Nationalen Radverkehrsplans gefördert. Die Ergebnisse zeigen schließlich auf, wo sich Verkehrsplaner und politisch Verantwortliche erfolgreich für besseren Radverkehr einsetzen oder wo sich Radfahrende von ihnen allein gelassen fühlen.

Somit setzt der Fahrradklimatest da an, wo es meist an Grundlagen zur Radverkehrsförderung fehlt. Denn eine zielgerichtete und systematische Radverkehrsförderung in einer Stadt erfordert eine Datengrundlage, mit der man Stärken und Schwächen im Radverkehrssystem erkennen und daraus Strategien und Konzepte entwickeln kann. Passende Daten zum Radverkehr sind jedoch meist rar, veraltet oder wenig vergleichbar. Nur in sehr großen Städten kann mit regelmäßigen Haushaltsbefragungen und Zählungen des Radverkehrs gerechnet werden. Noch schwerer wird es, verlässliche Aussagen beispielsweise zur gefühlten Sicherheit der Radfahrer oder über ausreichende Werbung für das Radfahren zu erhalten.

Auf Grund geänderter Rahmenbedingungen und um die Qualität des ADFC-Fahrradklimatests zu verbessern, wurde nun zunächst die Methodik überarbeitet und angepasst. Denn der Anteil kleiner Städte oder Gemeinden ist deutlich gestiegen. Diese wiederum weisen unter anderem durch das Nicht-Vorhandensein von Einbahnstraßen oder Lichtsignalanlagen eine andere Problemcharakteristik auf als die traditionellen, größeren Teilnehmerstädte. Darüber hinaus hat die Umfrage als Planungsinstrument in Kommunen an Bedeutung gewonnen, Aussagen zur Datenqualität werden damit wichtiger. Zuletzt haben die Ergebnisse des Tests in den letzten Jahren an öffentlicher Aufmerksamkeit gewonnen. Neue Methoden der Ergebnispräsentation werden damit notwendig, aber auch Bestrebungen zur Beeinflussung und eine einseitige Vereinnahmung der Ergebnisse haben zugenommen.

Nach den erfolgreichen Befragungsdurchgängen 2012 und 2014 mit rund 100.000 Teilnehmern in rund 470 Städten, werden die Ergebnisse des diesjährigen Fahrradklimatests dann im Frühjahr 2017 präsentiert. Ausgezeichnet werden die fahrradfreundlichsten Städte nach vier Einwohner-Größenklassen sowie diejenigen Städte, die seit der letzten Befragung am stärksten aufgeholt haben.

Egal ob erster oder letzter Platz – der Fahrradklimatest ermuntert die Kommunen sich für die Radverkehrsförderung einzusetzen und die Infrastruktur zu verbessern. Denn nicht nur die Radler, auch das Klima und somit die Gesamtbevölkerung, profitiert von einer Zunahme des Radverkehrsanteils und den damit oftmals verbundenen Umstieg vom Auto auf den Drahtesel.

 

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