Abbau fossiler Subventionen überfällig

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Senkung von Emissionen
Die Senkung von energiebedingten Emissionen ist noch möglich Foto: H.C.Neidlein

Die Notwendigkeit eines Umsteuerns, um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen, unterstreicht der Chefsvolkswirt von Statoil. Nötig sei ein baldiger Abbau von Subventionen für fossile Energie und ein Kohleausstieg in der EU bis 2030.

„Es ist möglich, die energiebedingten Emissionen entsprechend den Anforderungen des Zwei-Grad-Ziels zu senken. Davon sind wir überzeugt,“ so Eirik Wærness, Chefvolkswirt von Statoil. Dies erfordere jedoch sofortiges und koordiniertes Handeln auf globaler Ebene. „Wir sollten den Umfang der dafür notwendigen Anstrengungen nicht unterschätzen. Insbesondere in Bezug auf Energieeffizienz, Brennstoffmix und Konsumentenverhalten sind große Änderungen erforderlich“.

Die Studie Energy Perspectives 2017, die der norwegische Energiekonzern nun in Berlin vorstellte, zeigt dass neben einem Ausbau der erneuerbaren Energien, die Reduzierung des globalen Kohleverbrauchs der größte Hebel zur Senkung der C02-Emissionen ist. Die EU muss bereits bis zum Jahr 2030 aus der Kohleverstromung aussteigen, um das Zwei-Grad-Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens zu erreichen. Flankiert werden muss dies von einem Abbau von Subventionen für fossile Brennstoffe und deutlich höhere C02-Preise, so die Studie.

Zustimmung hierfür gab es bei einer Podiumsdiskussion von Seiten des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und des Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change. „Der Abbau von Subventionen für fossile Energieträger steht jetzt auf der Tagesordnung, auch weil deren Preis ja sehr stark gesunken ist“, sagte Stefan Kapferer, Hauptgeschäftsführer des BDEW. Dr. Brigitte Knopf, Generalsekretärin von Mercator plädierte dafür, mit den eingesparten Subventionsgelder Entwicklungs- und Schwellenländer beim Aufbau einer dekarbonisierten Energieversorgung und nachhaltigen Wirtschaftsweise zu unterstützen. Zudem könnten durch die Streichung von fossilen Subventionen, beispielsweise für Kohle, in Ländern wie Indien im großen Stil Gesundheitsschäden vorgebeugt werden „Klimaschutz muss immer zusammen mit einer nachhaltigen Entwicklung gedacht werden“, betonte Knopf.

Ein effizienterer Umgang mit Energie spielt hierbei eine zentrale Rolle. Die Energieintensität müsse sich bis 2050 drei Mal schneller verbessern als dies in den letzten 25 Jahren der Fall war, unterstrich Wærness. Nur so sei es möglich, die globale Energienachfrage angesichts einer weiter steigenden Weltbevölkerung und Wirtschaftsleistung bis zum Jahr 2050 um mindestens zehn Prozent zu senken.

Allerdings ist auch in dem „Renewal“ Szenario von Statoil, das ein Erreichen des Zwei-Grad-Ziels von Paris bis 2050 ermöglichen soll, die globale Energieversorgung noch längst nicht 100 Prozent erneuerbar. Auf 37 Prozent soll der Anteil der erneuerbaren Energien am globalen Primärenergiemix bis 2050 steigen, von 14 Prozent im Jahr 2014. Über 60 Prozent stammt demnach immer noch aus fossilen Energieträgern. 15 bis 20 Prozent seiner jährlichen Investitionen will nun Statoil bis 2030 in erneuerbare Energien stecken, das Kerngeschäft bleibt jedoch vorerst weiter Gas und Öl.