2015: Klimawandel verursacht erneut Welthitzerekord

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Klimawandel und Hitzerekorde
Klimawandel und Hitzerekorde

Der vergangene Juli war nicht nur in Deutschland der heißeste Monat aller Zeiten. Auch im globalen Vergleich brach er alle Rekorde. Der Juli war der heißeste Monat seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, teilten amerikanische Meteorologen vergangene Woche mit. Sehr wahrscheinlich stelle auch das gesamte Jahr 2015 erneut den Welthitzerekord auf – und löst damit das Jahr 2014 schon wieder ab. Eilen wir künftig von einem Hitzerekord zum nächsten? Ja, sagen Klimaforscher. Es ist sehr wahrscheinlich, dass der diesjährige Rekord in den nächsten Jahren erneut gebrochen wird. Der Grund ist der Klimawandel, der schon heute deutlich zu spüren ist.

Dabei ist dies erst der Anfang. Die wirklich deutliche Erwärmung wird erst in den nächsten Jahrzehnten erwartet.

Der Klimawandel, der von einigen so viele Jahre als Mythos abgetan wurde, ist mittlerweile nicht mehr zu leugnen. Schon jetzt wird es spürbar wärmer, auch in Deutschland. Das Jahr 2014 ging als das weltweit wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1880 in die Geschichtsbücher ein.

Bei uns war das vergangenen Sommer jedoch nur teilweise spürbar. So lagen die Temperaturen im Juli 2014 bei durchschnittlich rund 19 Grad und im August kühlte es sogar bis auf 16 Grad ab. Doch die Hitzewelle um Pfingsten bei der Höchsttemperaturen bis zu 38 Grad erreicht wurden, gab uns einen Vorgeschmack auf das, was bei uns dieses Jahr fast den gesamten Juli auf der Tagesordnung stand: Ein wahrer Rekordsommer, mit Temperaturen, die wir eigentlich nur aus Südeuropa oder noch heißeren Regionen kennen.

Dieser Juli zeigte uns eindeutig, was die Klimaerwärmung auch für unsere Breitengrade in den kommenden Jahren bedeuten wird. Rekordtemperaturen von bis zu 40, 3 Grad, wie in Kitzingen in Oberbayern und wochenlang kaum Regen bescherten uns den heißesten Juli aller Zeiten. Auch überall sonst auf der Welt war der vergangene Juli der heißeste seit dem Beginn der Wetteraufzeichnungen, teilten vergangene Woche Meteorologen der amerikanischen Ozean- und Atmosphärenbehörde NOAA mit. Demnach habe die globale Durchschnittstemperatur im Juli bei rund 16,3 Grad gelegen – und damit 0,08 Grad über den Temperaturen des bisherige Rekordmonats – der Juli vergangenen Jahres. Außerdem ist dieser Juli der vierte Monat in Folge, in dem ein Temperaturrekord geknackt wurde.

Und nicht nur der Juli, sondern das gesamte bisherige Jahr ist nach 2014 bereits erneut rekordverdächtig warm. So sind die ersten sieben Monate des Jahres die wärmsten jemals aufgezeichneten gewesen, teilte das NOAA mit: Die globale Durchschnittstemperatur auf der Erde habe während dieses Zeitraums 16,5 Grad Celsius betragen. Damit sind die bisherigen Welthitzerekorde von 1998 und 2010 um rund das Siebtel eines Grades übertroffen worden. Dieses Jahr sei zwar auch das Klimaphämomen El Nino für das überdurchschnittlich warme Wetter verantwortlich, dennoch sind sich die meisten Experten sicher, dass wir schon heute die Folgen des Klimawandels zu spüren bekommen, und das sogar deutlich: Bereits 2014 war es auf der Erde rund rund 0,7 Grad wärmer gewesen als zwischen 1901 und 2000. Und dieses Jahr lag die Erdtemperatur im Jahresmittel bereits 0,85 Grad Celsius über dem gemessenen Durchschnitt des 20. Jahrhunderts, an Land sogar um 1.26 Grad darüber. Ein Rekordjahr jagt also das nächste.

Von einem Stillstand der globalen Erwärmung (Erwärmungspause), wie sie zwischen 1998 und 2013 verzeichnet wurde, kann seit vergangenem Jahr also keine Rede mehr sein. Und auch die Erwärmungspause, die Klimaskeptiker immer wieder gern als Argument gegen die Theorie der menschengemachten globalen Erwärmung ins Feld führten, kann mittlerweile mit anderen Ursachen erklärt werden (CEP berichtete). Einige Forscher behaupten sogar, sie hätte gar nicht stattgefunden, sei also eine reine Illusion gewesen.

Die Klimaerwärmung findet statt, und spätestens seit dem Rekordsommer 2015 kann sie auch jeder bei uns in Deutschland am eigenen Leib spüren. Noch jedoch genießen viele Menschen die Rekordtemperaturen, trotz der negativen Auswirkungen der vergangenen Dürre auf die Landwirtschaft. Führt man sich jedoch vor Auge, dass es dieses Jahr im globalen Durchschnitt noch nicht mal ein Grad wärmer war als im 20. Jahrhundert, und dass Klimaforscher eine Erwärmung von bis zu sechs Grad bis 2100 befürchten, kann man sich ausmalen, was die nächsten Jahre und Jahrzehnte auf uns zukommen wird.

Quellen: Die Welt / Wetter Online 

 

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