2015: Das mit Abstand wärmste Jahr in der Geschichte

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2015 erneut wärmstes Jahr
2015 erneut wärmstes Jahr

Laut einer aktuellen Analyse von globalen Wetterdaten der Organisation Berkeley Earth war das Jahr 2015 das mit Abstand wärmste je gemessene. Damit ist das Jahr 2014 als Rekordhalter schon wieder abgelöst. Aber auch 2015 dürfte den Platz an der Spitze nicht lange halten. Laut der Berkeley-Forscher könnte die auf der Weltklimakonferenz in Paris beschlossene Zwei-Grad-Grenze bei anhaltender Erwärmung bereits in etwa 50 Jahren überschritten sein.

Das von der Europäischen Union ins Leben gerufenen Programm zur Analyse von Klimadaten „Copernicus“ hat es bereits im Dezember vorhergesagt, jetzt haben wir die erste Bestätigung: 2015 war das mit Abstand wärmste Jahr, das je gemessen wurde. An dieser Tatsache gibt es laut des Projekts Berkeley Earth keinen Zweifel. Wie die Forscher mitteilen, sei der Wärmerekord mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,996 Prozent so gut wie sicher.

Rund 0,1 Grad wärmer als im bisherigen Rekordjahr 2014 sei es vergangenes Jahr gewesen. Das ist statistisch gesehen eine extrem starke Erwärmung. Zum Vergleich: Im bisherigen Rekordjahr 2014 war es lediglich 0,04 Grad wärmer gewesen, als in den wärmsten Jahren davor (2005 und 2010). Doch Meteorologen und Klimaforscher dürften 2015 wohl noch aus einem anderen Grund in Erinnerung behalten: So war es vergangenes Jahr durchschnittlich 1,14 Grad wärmer, als in den Jahresmitteln zu Beginn der Industrialisierung (1850-1900).

2015 war damit das erste Jahr überhaupt, dass die „Ein-Grad-Grenze“ überschritten hat. Von der auf der Weltklimakonferenz in Paris beschlossenen Zwei-Grad-Grenze sind wir damit seit 2015 – sollte der Trend anhalten – nur noch weniger als ein Grad entfernt.

Zwei Jahre in Folge eilen wir nun von einem Temperaturrekord zum nächsten. Nach Meinung der Forscher aus Berkeley sei damit auch die vieldiskutierte Erwärmungspause kein Argument mehr gegen den Klimawandel. Richard Muller, wissenschaftlicher Leiter von Berkeley Earth sagt: „Diese neuen Temperaturrekorde bestätigen unsere frühere Vermutung, dass die Pause nur temporär stattgefunden und die globale Erwärmung sich nicht verlangsamt hat“. Der leitende Wissenschaftler des Projekts, Robert Rohde ergänzt: „Der jahrzehntelange Temperaturanstieg aufgrund der Treibhausgasemissionen geht deutlich sichtbar weiter“.

Laut Messungen habe sich die Erde seit 1900 um durchschnittlich 0.08 Grad pro Jahrzehnt erwärmt. Seit 1970 werde es sogar um 0,17 Grad pro Jahrzehnt wärmer. Sollten wir nicht bald weit weniger Treibhausgase freisetzen, wird die von den UN in Paris vereinbarte Zwei-Grad-Grenze damit bereits in etwa 50 Jahren überschritten sein, so die Forscher.

„Um die globale Erwärmung wirksam einzudämmen, muss unsere Energieeffizienz gesteigert werden. Außerdem müssen wir verstärkt Erneuerbaren Energien, Erdgas und Atomkraft nutzen“, so Elizabeth Muller, Direktorin von Berkeley Earth. „Und wir müssen aufhören, wählerisch darin zu sein, was die beste Möglichkeit im Kampf gegen den Klimawandel ist. Wir brauchen alle Lösungen, die uns zur Verfügung stehen“.

Dass 2015 mit einer Temperaturerhöhung von rund 0,1 Grad gegenüber 2014 alle bisherigen Erwärmungstrends gesprengt habe, sei aber allein mit dem Klimawandel glücklicherweise nicht zu erklären. Auch das Klimaphänomen El Nino habe zu der außergewöhnlich starken Erwärmung beigetragen.

Übrigens ist 2015 zwar im globalen Durchschnitt klar der neue Rekordhalter, in den USA war es aber nur das zweitwärmste Jahr in der Geschichte der Wetteraufzeichnungen. Und im US-Bundesstaat Maine schaffte es 2015 gar nur auf den 32. Rang. In Deutschland war 2015 wahrscheinlich ebenfalls nicht das wärmsten je gemessenen Jahr. Genaue Daten stehen allerdings noch aus. 

In anderen Ländern zeigte sich die Erderwärmung dagegen unmissverständlich: In Brasilien (+1.38 Grad Celsius), Italien (+1.69 C), Finnland (+2.71), Äthiopien, (+1.35 C), der Ukraine (+2.19 C) und Vietnam (+1.07 C) war es so warm wie nie zuvor. Insgesamt, so schätzen die Berkeley Forscher, wurde der Wärmerekord auf 16,9 Prozent der Oberfläche der Erde erzielt.

Quelle: Berkeley Earth (pdf)

 

 

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