2010 – das Jahr der Katastrophen

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Ein Rückblick auf das Jahr 2010 eröffnet Erschreckendes. Schon der Beginn des Jahres deutete darauf hin, dass 2010 in die Geschichte eingehen würde – als Katastrophenjahr. Zahlreiche gewaltige Naturereignisse, aber auch „hausgemachte“ Tragödien sollten das vergangene Jahr geißeln, wobei sich trotz der ganzen Katastrophen ein positiver Aspekt entwickelte. Die Gesellschaft ist in Sachen Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein deutlich sensibler geworden!

Beben, Fluten, Brände – kaum ein Jahr hat die Menschheit so herausgefordert wie das Jahr 2010. Gleich im Januar wurde das von Armut gebeutelte Haiti von einem zerstörerischen Beben heimgesucht, noch immer herrschen Chaos und Kriminalität, die Aufbauarbeiten gehen nur schleppend voran. Auch in den Folgemonaten gaben die Bewegungen im Erdinneren kaum Zeit für eine Verschnaufpause. Ein schweres Erdbeben in Chile folgte im Febuar, im März ein Beben in der Osttürkei und im April legte der Ausbruch des isländischen Eyjafjallajökull den Flugverkehr lahm, die Aschewolke verzog sich nur sehr zögerlich. Die Sommermonate 2010 waren geprägt von extremer Hitze Wald- und Torfbrände bedrohten Russlands Städte und auch Brasilien hatte mit einer extremen Waldbrand-Saison zu kämpfen. In Deutschland, Polen und Tschechien hingegen sorgten die geöffneten Himmelsschleusen für Hochwasserkatastrophen, von denen auch Pakistan und Südwestchina im vergangenen Jahr nicht verschont blieben.

Die vom Menschen verursachten Katastrophen waren im Jahr 2010 ebenfalls mit enormer Macht vertreten. Alleine die Explosion auf der „Deepwater Horizon“ werden der Menschheit sicherlich noch lange in spürbarer Erinnerung bleiben und das nicht nur bei den direkt Betroffenen an weiten Teilen der US-Golfküste. Das Giftschlamm-Unglück in Ungarn und die vielen verschütteten Bergleute in China, Russland, USA, der Türkei und Neuseeland setzen ein weiteres i-Tüpfelchen auf die Katastrophen-Skala 2010 – und machen die Bevölkerung sensibler für das Thema Umweltschutz.

Der Ruf nach mehr Nachhaltigkeit wird immer stärker, was nicht zuletzt auch die Rekordproteste jüngster Atommülltransporte hierzulande gezeigt haben. Ein bitterer Tiefschlag für die Politik, die ihrerseits die Laufzeitverlängerungen für Atommeiler gnadenlos durchzogen und die Einspeisevergütungen für erneuerbare Energien drastisch senkten. Und dennoch wächst das Öko-Bewusstsein im Jahr 2010 unaufhaltsam.

Judith Schomaker

 

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