Archive - Mai 2010

Vergangene Woche hat das Europäische Parlament mit breiter Mehrheit ein Gesetzespaket verabschiedet, mit dem die Energieeffizienz von Häusern und energieintensiven Haushaltsgeräten verbessert werden soll.

Zu dem Paket gehört eine Anpassung der bisherigen Energieeffizienzklassen, mit denen bereits Haushaltsgeräte wie Kühlschränke gekennzeichnet sind. Die Palette, die bisher von „A“ bis „G“ reicht, wird an die technische Entwicklung angepasst. Somit sollen Klassen wie „A+++…“ vermieden werden.

Außerdem befasst sich eine Arbeitsgruppe mit der Produktpalette, die von dem Labeling betroffen ist. Ausgeweitet wird das Labeling-System zum Beispiel auf industriell genutzte Produkte wie Kühlräume und Industriemotoren sowie auf energiebezogene Bauprodukte wie Fenster und Türen. Künftig muss die Energieklasse zudem bei Werbung angegeben werden, wenn Preis oder Energieverbrauch beworben werden. Sobald die neuen Regeln in einem Amtsblatt veröffentlicht werden, müssen sie innerhalb eines Jahres in nationales Recht übernommen werden.

Ab 2020 soll auch der Energieverbrauch von neuen Häusern drastisch reduziert werden. Unter anderem soll der Energieverbrauch in erheblichem Maße aus erneuerbaren Energien erfolgen. Dazu werden die Mitgliedsstaaten aufgefordert, ihre Bauvorschriften zu überarbeiten. Auch bei größeren Renovierungen, deren Investitionen die Schwelle von 20 Prozent des Gebäudewertes übersteigen, sind künftig Vorschriften bezüglich der Energieeffizienzsteigerung zu erwarten. Die genaue Ausgestaltung wird den nationalen Regierungen überlassen.

In einer Pressemitteilung gibt das Europäische Parlament an, durch diese Maßnahmen ihre Klimaschutzziele erreichen zu wollen. Im Copenhagen-Accord hat sich die EU verpflichtet, die Treibhausgasemissionen bis 2020 gegenüber dem Referenzjahr 1990 um mindestens 20 Prozent zu senken. Der Gebäudesektor ist in der EU der größte Energieverbraucher. Da die Maßnahmen im privaten Gebäudesektor allerdings erst ab 2021 verbindlich werden, ist fraglich, welchen Effekt die Regelung tatsächlich auf die Klimaschutzziele bis 2020 haben kann.

Oliver Hölzinger

Europäisches Parlament verabschiedet neue Energieeffizienzstandards

Vergangene Woche hat das Europäische Parlament mit breiter Mehrheit ein Gesetzespaket verabschiedet, mit dem die Energieeffizienz von Häusern und energieintensiven...

Bereits 2009 hatte ihn der südkoreanische Präsident Lee Myung-bak angekündigt, jetzt soll er bald Wirklichkeit werden: der so genannte neue grüne Sozialvertrag. Mit einer nationalen Strategie will der konservative Ex-Wirtschaftsboss die kleine Halbinsel zur Öko-Großmacht machen.

Ein ambitionierter Plan, der es in sich hat: Anfangen will Lee mit der Begrenzung von Kohlendioxidemissionen uns ihrer statistische Erfassung noch in diesem Jahr. Er verfolgt damit das Ziel, den CO2-Ausstoß des Landes bis zum Jahr 2020 um vier Prozent unter das Niveau von 2005 zu senken.

Das hört sich nicht nach viel an, ist aber für ein Land, das erst kürzlich den Status „Schwellenland“ überwunden hat und sich in einer Hochwachstumsphase befindet, nicht gerade gering.


Südkorea ist als einzige Industrienation im Krisenjahr 2009 gewachsen, wenn auch nur um 0,2 Prozent. Für dieses Jahr sehen die Prognosen schon anders aus: Viele Analysten sagen Wachstumsraten von 4,5 bis 5,5 Prozent voraus. Der Elektronikhersteller Samsung und der Autobauer Hyundai sind nur zwei südkoreanische Unternehmen, die mit für diesen Wirtschaftsboom verantwortlich sind.

Dieser Wachstumsdrang soll jetzt ein grünes Gesicht bekommen, jedenfalls was die Klimabilanz betrifft: Zwei Prozent des BIP will Südkorea in den kommenden Jahren zur Förderung umweltfreundlicher Techniken ausgeben.

Schon beim G20-Gipfel in Pittsburgh im September 2009 konnte Südkorea diesbezüglich mit seinem Tatendrang beeindrucken. Danach ist das Land in Sachen Öko-Investitionen derzeit einsamer Spitzenreiter. Die grünen Fonds machen 6,99 Prozent des BIP aus, weit mehr als im zweitplatzierten China (5,24 Prozent) oder in Deutschland auf Platz fünf (mit 0,36 Prozent).

Noch deutlicher wird Südkoreas Führungsrolle im Pro-Kopf-Ranking: Pro Nase investiert der ostasiatische Tigerstaat mit 1.238 Dollar fast dreimal so viel wie Australien auf Platz zwei und neun mal soviel wie Deutschland.

Erklärtes Ziel von Lees Plan ist es, in zehn grünen Techniksparten zu den weltweit führenden Industrienationen zu gehören, darunter beispielweise LED-Beleuchtung, Sonnenenergie, sogenannte „smart grids“ (intelligente Stromnetze) und Hybridantriebe.

Leider zählt auch die - aus koreanischer Sicht - extrem saubere Atomkraft dazu, bei der Südkorea mittlerweile zur Weltspitze aufgeschlossen hat. Sehr zum Ärger der Japaner schnappte der Atom-Newcomer gerade einen etliche Milliarden Dollar schweren Auftrag der Vereinigten Arabischen Emirate für den Bau von vier Atommeilern vor der Nase weg.

Bleibt nur zu hoffen, dass Lees Plan insgesamt gelingt. Und dass die „wirklich“ grünen Technologien am Ende doch noch gewinnen mögen.

Daniel Seemann

Südkorea: Der Tiger wird grün

Bereits 2009 hatte ihn der südkoreanische Präsident Lee Myung-bak angekündigt, jetzt soll er bald Wirklichkeit werden: der so genannte neue grüne Sozialvertrag. Mit...

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