Archive - Dezember 2009

Ökosysteme müssen sich sputen, wenn sie mit dem Klimawandel mithalten wollen.

Eigentlich ist die Studie von Wissenschaftlern der Carnegie Institute of Science, Climate Central, und der Berkeley Universität, die im Journal Nature publiziert wurde, nichts Neues. Die steigenden Temperaturen bewirken, dass sich die Verbreitungsgebiete von Pflanzen und Tieren langsam aber sicher nach Norden oder bergauf verschieben müssen. Aber eine solche Verschiebung wird weder langsam noch sicher sein.

Im Durchschnitt, so die Studie, werden sich Ökosysteme der Welt um 0,42 Kilometer pro Jahr verschieben.

Der Grund dafür ist, dass Pflanzen und Tiere an einen bestimmten Temperaturbereich angepasst sind. Ändert sich die optimale Temperatur, dann verschiebt sich die Verbreitung einer Art. Dieser Vorgang ist im Prinzip ganz natürlich und hat schon oft im Laufe der Jahrtausende stattgefunden, vor allem durch das Verschieben der Klimazonen in den Eiszeiten. 

Was den Vorgang heutzutage beunruhigend macht sind vor allem zwei Tatsachen:
1. Die Klimaveränderungen sind schneller als je zuvor. Vor allem Pflanzenarten verbreiten sich relativ langsam. Es ist daher zu befürchten, dass viele Arten der rasanten verschiebung der Klimazonen nicht mithalten können.

2.  Viele Ökosysteme existieren nur noch in relativ kleinen Naturschutzgebieten, wie zum Beispiel Moore und Feuchtgebiete. Von solchen Gebieten aus können sich Arten nicht einfach nach Norden ausbreiten, denn dort gibt es möglicherweise kein Habitat in das sie übersiedeln können. Stattdessen stehen dort inzwischen Einkaufszentren, Autobahnen, oder Neubausiedlungen.

Um das Aussterben vieler Tier- und Pflanzenarten zu verhindern ist es daher nötig, so schnell wie möglich die Emissionen von Treibhausgasen zu verringern, um die Klimaveränderungen so gering wie möglich zu halten. Außerdem benötigen wir eine sehr viel stärkere Vernetzung existierender Naturschutzgebiete, wie in Natura 2000 geplant, um den Tier- und Pflanzenarten eine Anpassung an die sich ändernden Klimabedingungen zu ermöglichen.

Maiken Winter
Quelle: ScienceDaily

Keep moving!

Ökosysteme müssen sich sputen, wenn sie mit dem Klimawandel mithalten wollen. Eigentlich ist die Studie von Wissenschaftlern der Carnegie Institute of Science, Climate...

Der Anstieg der CO2-Konzentration in der Erdatmosphäre macht die Meere lauter.

CO2 , dies kleine unscheinbare unsichtbare Gas, das uns das Leben auf diesem Planeten erst ermöglicht hat, zeigt sich immer mehr von seiner schlechten Seite. Das ist natürlich nicht Schuld des Gases, sondern ist allein dadurch bedingt, dass sich dieses lebenswichtige Gas in immer höherer Konzentration in unserer Atmosphäre akkumuliert. Und nicht nur in unserer Atmosphäre, sondern auch in unseren Ozeanen.



Im Wasser vereinen sich die CO2-Moleküle mit denen des Wassers (H2O) wodurch Kohlensäure (H2CO3) entsteht. Gleichzeitig werden Wasserstoff (H+) Ionen freigesetzt. Der Anstieg der Konzentration von H+-Ionen bewirkt wiederum, dass sich der pH-Wert des Wassers verringert: die Ozeane versauern. Seit Beginn der Industrialisierung ist der Säuregehalt (also der pH-Wert) der Meere um 0,1 gesunken. Da der pH-Wert mit einer logharitmischen Skala gemessen wird, bedeutet das, dass die Meere heute um 25 Prozent saurer sind als vor der Industrialisierung.

Ein Fortfahren der Versauerung kann das Überleben vieler kleinen Krustentiere stark gefährden, weil sie darauf angewiesen sind, Kalk in ihre Schalen einzubauen. Kalk löst sich aber in saurem Wasser auf. Da Krustentiere an der Basis der meisten marinen Nahrungsketten stehen, könnte es dadurch zu einem Zusammenbruch vieler mariner Arten kommen. Natürlich sind auch Korallen (die ein Kalkskelett haben) von dieser Versauerung stark negativ betroffen.
Nun hat sich herausgestellt, dass nicht nur Materie von der Versauerung betroffen ist, sondern auch die Übertragung von Schallwellen: In saurem Wasser werden Schallwellen mit niedriger Frequenz sehr viel weniger stark absorbiert.

Noch in diesem Jahrhundert könnte sich der pH-Wert der Meere um 0,6 pH-Einheiten verringern, wenn wir CO2 wie gehabt weiter emittieren. Das würde bedeuten, dass sich die Schallabsorption bis zur Jahrhundertwende um bis zu 70 Prozent verringert. Dies publizierten Forscher von der “School of Ocean and Earth Science and Technology” an der Universität von Hawaii, zusammen mit Peter Brewer vom “Monterey Bay Aquarium Research Institute”, im Journal Nature Geoscience. Kurzwellige Schallwellen könnten sich dann im Meer sehr viel weiter ausbreiten als bisher. Zunächst klingt diese Entwicklung nicht beunruhigend, sollte es doch positiv sein, wenn marine Tiere sich über längere Entfernungen verständigen können, und Beute aus weiterer Entfernung aufspüren können.

Jedoch werden die Änderungen der akustischen Eigenschaften der Ozeane sehr schnell stattfinden. Ob sich marine Säugetiere schnell genug an die veränderten Schalleigenschaften anpassen können, und weiterhin Entfernungen zueinander, sowie zu Gefahren- und Nahrungsquellen abschätzen können, bleibt zu sehen. Besonders beunruhigend ist, dass insgesamt die Meere lauter werden, und die Schallverunreinigung durch Schiffe noch stärker die Kommunikation mariner Säugetiere beeinflussen werden (beide Schallquellen haben eine ähnliche niedrige Frequenz). Werden die marinen Säugetiere sich trotz des Lärms weiterhin effektiv verständigen und ihre Wanderrouten bestimmen können? Auch das bleibt zu sehen.

Erschreckend an dieser Studie ist, wie vielfältig, weitreichend, und unvorhergesehen der negative Einfluss von uns Menschen auf sämtliche Bereiche auf unserem Globus sind. Welche neuen Erkenntnisse kommen wohl als nächstes?

Maiken Winter

Source: ScienceDaily

Das Meer wird lauter

Der Anstieg der CO2-Konzentration in der Erdatmosphäre macht die Meere lauter. CO2 , dies kleine unscheinbare unsichtbare Gas, das uns das Leben auf diesem Planeten erst...

The Copenhagen summit turned out to be little more than a charade, as the major nations refused to make firm commitments or even engage in an honest discussion of the consequences of failing to act.
by bill mckibben, reposted with permission from Yale360

It’s possible that human beings will simply never be able to figure out how to bring global warming under control — that having been warned about the greatest danger we ever faced, we simply won’t take significant action to prevent it. That’s the unavoidable conclusion of the conference that staggered to a close in the early hours of Saturday morning in Copenhagen. It was a train wreck, but a fascinating one, revealing an enormous amount about the structure of the globe.

Let’s concede first just how difficult the problem is to solve — far more difficult than any issue the United Nations has ever faced. Reaching agreement means overcoming the most entrenched and powerful economic interests on Earth — the fossil fuel industry — and changing some of the daily habits of that portion of humanity that uses substantial amounts of oil and coal, or hopes to someday soon. Compared to that, issues like the war in Iraq, or nuclear proliferation, or the Law of the Sea are simple. No one really liked Saddam Hussein, not to mention nuclear war, and the Law of the Sea meant nothing to anyone in their daily lives unless they were a tuna.

Faced with that challenge, the world’s governments could have had a powerful and honest conversation about what should be done. Civil society did its best to help instigate that conversation. In late October, for instance, 350.org — the organization of which I am a founder — held what CNN called the “most widespread day of political action in the planet’s history,” with 5,200 demonstrations in 181 countries all focused on an obscure scientific data point: 350 parts per million (ppm) of CO2, which NASA scientists have described as the maximum amount of carbon we can have in the atmosphere if we want a planet “similar to the one on which civilization developed, and to which life on Earth is adapted.”

In fact, that kind of scientific reality informed the negotiations in Copenhagen much more thoroughly than past conclaves — by midweek diplomats from much of the world were sporting neckties with a big 350 logo, and 116 nations had signed on to a resolution making that the dividing line. A radical position? In one sense, yes — it would take the quick transition away from fossil fuels to make it happen. But in another sense? The most conservative of ideas, that you might want to preserve a planet like the one you were born onto.

From the beginning, the most important nations chose not to go the route of truth-telling. The Obama administration decided not long after taking office that they would barely mention “global warming,” instead confining themselves to talking about “green jobs” and “energy security.” Perhaps they had no choice, and it was the only way to reach the U.S. Senate — we’ll never know, because they clung to their strategy tightly. On Oct. 24, when there were world leaders from around the globe joining demonstrations, they refused to send even minor officials to take part. Instead, they continued to insist on something that scientists kept saying was untrue: The safe level of carbon in the atmosphere was 450 ppm, and their plans would keep temperature from rising more than 2 degrees Celsius (3.6 F) and thus avoid “catastrophic consequences.” (Though since 0.8 degrees C had melted the Arctic, it wasn’t clear how they defined catastrophe).

In any event, even this unambitious claim was a sham. That’s strong language, so here’s what I mean. Thirty-six hours before the conference drew to a close, a leaked document from the UN Secretariat began circulating around the halls. It had my name scrawled across the front, not because I’d leaked it but apparently because it confirmed something I’d been writing for weeks here at Yale Environment 360 and elsewhere: Even if you bought into the idea that all we needed to do was keep warming to 2 degrees C and 450 ppm, the plans the UN was debating didn’t even come close. In fact, said the six-page report, the plans on offer from countries rich and poor, if you added them all up, would produce a world where the temperature rose at least 3 degrees C, and carbon soared to at least 550 ppm. (Hades, technically described). It ended with a classic piece of bureaucratic prose: Raising the temperature three degrees, said the anonymous authors, would “reduce the probability” of hitting the two degree target. You think?

The document helped make already-suspicious vulnerable nations even more suspicious. Remember: The reports from the Intergovernmental Panel on Climate Change have made it clear that a two-degree temperature rise globally might make Africa 3.5 degrees C hotter. Almost everyone thinks that even 450 ppm will raise sea level enough to drown small island nations. There wasn’t much solace in the money on offer: $10 billion in “fast start” money for poor nations (about $2.50 a head — I’d like to buy the world a Coke) and an eventual $100 billion in annual financial aid that U.S. Secretary of State Hillary Clinton promised when she arrived on Thursday morning. Even if that money ever materialized (Clinton couldn’t say where it would come from, except “special alternative financial means”) it wouldn’t do much good for countries that weren’t actually going to exist once sea levels rose. They were backed to the wall.

And so, they squawked. They didn’t knuckle under quite as easily as usual, despite the usual round of threats and bribes. (One island nation left a meeting with the U.S. fearing for its International Monetary Fund loans; one African nation left a meeting with the Chinese hoping for two new hospitals if only it would toe the line.)

This annoyed the powerful. When President Obama finally appeared on Friday, his speech to the plenary had none of the grace and sense of history that often mark his words — it was an exasperated and tight-lipped little dressing-down about the need for countries to take “responsibility.” (Which might have gone over better if he’d even acknowledged that the United States had some special historical responsibility for the fix we’re in, but the U.S. negotiation position all along has been that we owe nothing for our past. As always, Americans are eager for a fresh new morning). In any event, it didn’t suffice — other nations were still grumbling, and not just the cartoonish Hugo Chavez.

In fact, the biggest stumbling block to the kind of semi-dignified face-saving agreement most people envisioned was China. According to accounts I’ve heard from a number of sources, Obama met with 25 other world leaders after his press conference for a negotiating session. It was a disaster — China turned down one reasonable idea after another, unwilling to constrain its ability to burn coal in any meaningful way (and not needing to, since power, especially in any non-military negotiation, has swung definitively in its direction).

In the end, things were clearly coming apart, so a non-face-saving pact was quickly agreed between China, India, and the U.S., with South Africa added for reasons you can guess at. In any event, this cartel of serious coal-burners laid out the most minimal of frameworks, and then Obama set off for the airport.

Eventually, sometime around dawn, some of the poorest nations signed on to “save a place at the table,” though clearly it will be at the children’s table. (And the Sudan did its best to remind everyone why the UN process can be so trying, comparing the agreement to the Holocaust). The Guardian quickly declared the whole thing a Failure, in large point type, followed by most of the world’s other newspapers, though the American press was a little kinder. Kumi Naidoo, the wonderful head of Greenpeace International, said Copenhagen was a “crime scene.” The leaders of the global youth movement gathered under the Metro station outside the Bella Center to chant: “You’re wrecking our future.”

James Hansen, the great climate scientist who started the global warming era with his 1988 testimony before the U.S. Congress, and whose team provided the crucial 350 number that now defines the planet’s habitability, refused to come to Copenhagen, predicting it would be a charade. He was correct. On Sunday he predicted a greater than 50 percent chance that 2010 would be the warmest year ever recorded. If you want to bet against him, you can. If you want to argue that this non-agreement will help Obama get something through Congress, it’s possible you’re right. If you want to despair, that’s certainly a plausible option.

I’d like to go home and sleep for a while. The new world order is going to take a little while to figure out.

Copenhagen: Things fall apart and an uncertain future looms

The Copenhagen summit turned out to be little more than a charade, as the major nations refused to make firm commitments or even engage in an honest discussion of the...

Es gibt nicht mehr viele Menschen die daran zweifeln, dass sich das Klima verändert, und dass diese Veränderungen menschengemacht sind. Aber weiterhin wird das Ausmaß dieser Veränderungen unterschätzt. Ein neuer Index soll dem Abhilfe leisten.

Der Klimawandel schreitet stetig voran. Die Kohlendioxidkonzentration, in ppm gemessen, erhöht sich um zirka zwei ppm pro Jahr; die Temperaturen steigen, innerhalb dieses Jahrhunderts um zirka 0.8 Grad Celsius; der Meeresspiegel steigt um mehrere Millimeter pro Jahr, und die Eisflächen schmelzen um viele Kubikkilometer pro Jahr. All diese verschiedenen Einheiten sind verwirrend, und sagen relativ wenig aus, wenn man selbst nicht gut mit der Materie vertraut ist. Und vor allem, wie sieht eigentlich das Gesamtbild aus?

Dem wollen Wissenschaftler des International Geosphere-Biosphere Programs abhelfen. Sie erstellten kürzlich einen Index, in dem sie vier wesentliche Größen, die durch den Klimawandel verändert werden  - CO2, Temperatur,  Ausdehnung des arktisches Seeeis, und Meeresspiegel - in einem Klima-Index zusammenfassen. Dabei wird jede Größe auf einen Wert zwischen -100 (Abnahme der Änderungen)  und +100 (Verstärkung der Veränderungen) standardisiert. Null bedeutet, dass sich nichts verändert hat. Der Mittelwert der vier standardisierten Größen ergibt den Indexwert, separat für jedes Jahr. Daraus ergibt sich die obere Kurve, die eindeutig zeigt, dass sich die Klimaveränderungen unaufhaltsam verstärken.

Ob die Politiker in Kopenhagen sich diese Grafik gründlich angesehen haben?

Quelle: ScienceDaily

Maiken Winter

Klima-Index zeigt eindeutigen Trend

Es gibt nicht mehr viele Menschen die daran zweifeln, dass sich das Klima verändert, und dass diese Veränderungen menschengemacht sind. Aber weiterhin wird das Ausmaß...

Wer dirigiert eigentlich die Welt?

Vorweihnachtszeit. Das ist wohl eine der schönsten, geruhsamsten Zeiten im Jahr. Kerzenschein, Plätzchen essen, Musik anhören, zum beispiel das wunderschöne Weihnachtsoratorium von Bach.

Dort spielen so ungefähr alle klassischen Instrumente, die es gibt, von Geigen und Celli zu Pauken und Trompeten. Die Querflöte blättert der Solo-Oboe die Noten um, die Oboe der Querflöte, der Geiger der Geigerin,...ein ständiges Geben und Nehmen von kleinen Hilfestellungen und ein Zusammenspiel das harmonisch aber rigoros vom Dirigenten geleitet wird.

Singt nur eine der Solisten, von Cello und Orgel begleitet, braucht der Dirigent gar nichts zu tun, als aufzupassen, dass der Takt eingehalten wird. Bei komplizierteren Stücken wird jedem Mitspieler der Einsatz gegeben, damit sich das Spiel nicht in einem großen Wirrwarr zerläuft.

Wie ist das eigentlich bei anderen Zusammenkünften von Menschen, wo es auf ein harmonisches Zusammenspiel ankommt? Eigentlich gibt es immer jemanden, der oder die eine Führungsrolle einnimmt, um sicher zu stellen, dass effektiv gearbeitet wird. Sei es ein Filmregisseur, eine Diskussionsleiterin, oder eine Bundeskanzlerin. Wie aber ist es mit der Welt? Wer ist eigentlich dafür verantwortlich, dass die Welt effektiv und zum Wohle aller agiert? Fehlt uns nicht ein Dirigent? Und wenn dem so ist, wer könnte das sein?

Maiken Winter

Ein Orchester ohne Dirigent

Wer dirigiert eigentlich die Welt? Vorweihnachtszeit. Das ist wohl eine der schönsten, geruhsamsten Zeiten im Jahr. Kerzenschein, Plätzchen essen, Musik anhören, zum...

Was wäre, wenn aus einer Pflanze nicht nur wertvolle Biomasse zum Heizen gewonnen werden könnte, sondern diese auch gleichzeitig zahlreiche andere Verwendungsmöglichkeiten zu bieten hätte? Eine Pflanze, dessen Anbau keine Gegner auf den Plan ruft, wenn es um die heiße Diskussion des fragwürdigen Energiepflanzenanbaus geht. Kein Gewissenskonflikt beim Getreideanbau für die CO2- arme Energieerzeugung auf der einen und der Bekämpfung von Hungersnöten auf der anderen Seite. Wunschdenken? Nicht ganz, denn eine ganz bestimmte Pflanze, die Naturfreunde wohl eher aus dem heimischen Garten kennen, wartet gleich mit einer ganzen Palette an Einsatzmöglichkeiten auf - und bringt auch noch den eigenen Heizkessel zum glühen.

Was lange Zeit von Gärtnern geschätzt war, um einen möglichst schnellen und attraktiven Sichtschutz in den Garten zu zaubern, begeistert nun auch die Industrie. Und das gleich in mehreren Punkten. Miscanthus Rhizome, wohl besser bekannt unter dem Namen Chinaschilf oder Elefantengras, wird in den höchsten Tönen gelobt. Seine vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten und sein enorm schnelles Wachstum, bei gleichzeitig Anspruchslosigkeit, machen es auch für die Industrie zu einem lukrativen Objekt der Begierde.

Zahlreiche Verwendungsmöglichkeiten
Die Einsatzmöglichkeiten liegen sowohl auf dem Gartensektor, als auch bei der Herstellung von Zellulose oder Baustoffen. Selbst als Einstreualternative für die Landwirtschaft punktet das Elefantengras Dank seiner extremen Saugfähigkeit. Doch das Hauptaugenmerk liegt auf der Verwendungsmöglichkeit als Biomasselieferant, denn diese werden angesichts der Wichtigkeit, schädliches Klimagas auf ein Minimum zu reduzieren, immer beliebter. Schließlich gelangt bei deren Verfeuerung nur so viel CO2 wieder in die Umwelt, wie die Pflanzen im Laufe ihres Wachstums selber verbraucht haben.

Anspruchslose Energiepflanze
Hinzu kommt die Ertragsfreude des - bis zu vier Meter hohen - Elefantengrases. Auch ohne Dünger, allein die nährstoffreichen, toten Blätter der Pflanze, die dem Boden nach dem Abfallen wieder genügend Nährstoffe zukommen lassen, gedeihen die Pflanzen ganz prächtig und werfen ordentlich Biomasse-Material ab. Ein Hektar Chinaschilf, so schätzen Experten die Ausbeute auf europäischen Gefilden ein, entsprechen dabei über 5.000 Litern Heizöl extra leicht. Bedenkt man die Rohölpreise und die knapper werdenden Ressourcen des fossilen Rohstoffs, steckt ein hohes Gewinnpotenzial im Schilf.

Langsam aber sicher
Gut Ding will dennoch Weile haben und so ist auch die erste Ertragsernte erst zwei Jahre nach dem Setzen der Wurzelstöcke möglich. Im dritten Jahr hat das Chinagras dann seine eigentliche Größe erreicht und kann ab diesem Zeitpunkt jährlich geerntet werden – bei einer Nutzungsdauer von mindestens 20 Jahren. Die Ernte von Chinagras erinnert dabei an die des Maises. Mittlerweile gibt es Kombinationsgeräte, die das Elefantengras nicht nur Häckseln, sondern auch direkt pressen. Das garantiert höchste Reinheit des Ernteguts und damit hervorragende Brenneigenschaften, denn der Bodenkontakt und die hiermit verbundenen Verunreinigungen können so umgangen werden.

Ausbreitung ausgeschlossen
Auch ein eventueller Konflikt durch eine Vermischung mit einheimischen Pflanzen, das Elefantengras kommt ursprünglich aus Japan, muss kaum befürchtet werden, denn sie bildet keine Samen aus, sondern treibt aus dem Wurzelstock Jahr für Jahr wieder neu aus. Eine wahres Allroundtalent also, von dem in Zukunft sicherlich noch einiges zu hören sein wird.

Judith Schomaker

Elefantengras – ein echter Alleskönner

Was wäre, wenn aus einer Pflanze nicht nur wertvolle Biomasse zum Heizen gewonnen werden könnte, sondern diese auch gleichzeitig zahlreiche andere...

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