219 Mrd. € für die Atomkraft

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Agentur für Erneuerbare Energien, Atomkraft, externe Kosten
© Agentur für Erneuerbare Energien

Bis spätestens Ende 2022 werden die letzten acht Atommeiler vom deutschen Netz gehen – dies hat die Regierung auf die Fukushima-Katastrophe in Japan hin beschlossen. Phillipp Vorher, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) bekundet dazu: „Inzwischen erzeugen die Erneuerbaren Energien mit ihrem starken Rückhalt in der Bevölkerung mehr Strom als es die Atomkraft je geschafft hat.“ Ein dynamischer Ausbau der Erneuerbaren Energien ermögliche den Ausstieg aus der Atomenergie, aber auch das stetige Abwenden von der fossilen Energie.

Auch in den kommenden Jahren wird ein stetiges Wachstum der Erneuerbaren Energien benötigt, um die Klimaziele der Regierung einzuhalten. Die Stromproduktion aus Erneuerbaren Energien erhöhte sich von 104 Terrawattstunden (TWh) im Jahr 2010 auf rund 188 TWh im Jahr 2016. Diese Steigerung um mehr als 80 TWh entspricht in etwa der deutschen Atomstromproduktion 2016.

Vohrer plädiert daher dafür, den Wachstum der regenerativen Energien nicht zu bremsen, und zusätzlich die Energiesysteme zu flexibilisieren und die Effizienz zu verbessern. „Das nützt Menschen, Wirtschaft und Umwelt und erspart uns eine Menge volkswirtschaftlicher Belastungen.“

Die finanziellen Belastungen durch konventionelle Energien waren für die Bürger groß: Bis 2014 profitierte die Steinkohle mit über 327 Mrd. Euro und die Atomenergie mit rund 219 Mrd. Euro an staatlichen Förderungen. Laut der Studie des Forums Ökologisch-soziale Marktwirtschat „Was Strom wirklich kostet“ ist das Problem folgendes: „Während die EEG-Förderung erneuerbarer Energien transparent und explizit im Strompreis ausgewiesen wird, erfolgen die staatlichen Förderungen von Atom und Kohle teils aus dem öffentlichen Haushalt, teils über Regelungen, die letztlich ebenfalls den Strompreis erhöhen.“

Der Eindruck könnte entstehen, dass Erneuerbare Energien durch die EEG-Vergütungen die Strompreise stärker erhöhen, doch diese Perspektive greift schlicht zu kurz: Atom und Kohle profitieren weiterhin außerhalb der Strompreisbildung – die Kosten sind dadurch „versteckter“. Des Weiteren spielen auch die „externen Kosten“, die z.B. durch Treibhausgasemissionen entstehen, hinzu, die zusätzlich von der Gesellschaft getragen werden müssen.

Im Jahr 2014 betrugen die externen Kosten der Stromproduktion aus Steinkohle 9,5 Ct/kWh, aus Braunkohle sogar 11,5 Ct/kWh, dagegen aus Wind nur 0,3 Ct/kWh und aus Photovoltaik 1,3 Ct/kWh.

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Quellen:
Greenpeace Energy und Forum Ökologisch-soziale Marktwirtschaft: Was Strom wirklich kostet
Agentur für Erneuerbare Energien