Konferenz zum Washingtoner Artenschutzübereinkommen

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Umweltschützer sind erleichtert: Das Handelsverbot von Rhinozeros-Horn bleibt weiterhin bestehen © WWF
Umweltschützer sind erleichtert: Das Handelsverbot von Rhinozeros-Horn bleibt weiterhin bestehen © WWF

Jedes Jahr sterben mehrere tausend Tier- und Pflanzenarten aus. Von den etwa zwei Millionen Spezien, die der Menschheit bekannt sind, stehen weitere 23.928 Arten auf der aktuellen Internationalen Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN).

Die Gründe dafür sind oft menschengemacht, wie beispielsweise Lebensraumverlust, Wilderei, Überfischung oder der Klimawandel, die in manchen Fällen eine Kettenreaktion auslösen, bei der aufgrund des Aussterbens der einen Art eine andere gefährdet wird.

Auf internationaler Ebene wird das Thema immer wieder heiß diskutiert, wie auch im Rahmen von CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora – CITES). Letzte Woche ging die 17. Konferenz des sogenannten Washingtoner Artenschutzübereinkommens, wie CITES auch bezeichnet wird, zu Ende.

CITES ist ein Übereinkommen zum Schutz von Tieren und Pflanzen, die als natürliche Lebensgrundlage, aber auch als Mitgeschöpfe des Menschen bewahrt werden sollen. Diesem Übereinkommen, das aktuell gut 5000 Tier- und 29.000 Pflanzenarten umfasst, haben sich seit seiner Beschließung 1973 insgesamt 181 Vertragsparteien weltweit angeschlossen. Der Präambel zufolge dient es:

  • „dem Schutz von Tieren und Pflanzen in ihrer Schönheit und Vielfalt als unersetzlicher Bestandteil der natürlichen Systeme“
  • „der Erhaltung der Bedeutung der Tiere und Pflanzen in ästhetischer, wissenschaftlicher und kultureller Hinsicht“
  • „für heutige und künftige Generationen, sowie im Hinblick auf Erholung und Wirtschaft“

In der zwei Wochen andauernden Konferenz wurde über insgesamt 175 Anträge entschieden, wobei die Teilnehmer unter anderem zu folgenden wichtigen Beschlüssen kamen:

  • Hinsichtlich des Elefantenschutzes verstärkte die Konferenz zwar das Handelsverbot, doch strengere Schutzmaßnahmen für die Elefantenpopulationen lehnte sie ab. 1989 wurde bereits der internationale Handel mit Elfenbein verboten, nun wurde diese Resolution auch auf den nationalen Handel ausgeweitet.
  • Für Erleichterung bei Umweltschützern sorgte die Entscheidung über das Handelsverbot von Rhinozeros-Horn: Der Bann bleibt weiterhin bestehen.
  • Besserer Schutz für Graupapageien, Schuppentiere und Reptilien: Mehrere Tierarten wurden in die höchste Schutzkategorie des Artenschutzabkommens aufgenommen: zu ihnen gehören die stark gefährdeten Graupapageien sowie Schuppentiere, die am stärksten gehandelten Säugetiere der Welt. Auch 55 Reptilienarten wollen die Mitgliedsländer künftig besser schützen.
  • Zudem wurden Handelsbeschränkungen für 55 Rosenholzarten beschlossen, um den Kahlschlag der Regenwälder einzudämmen.
  • Enttäuscht wurden Umweltschützer dagegen beim Schutz der Löwen. Obwohl deren Populationen in den vergangenen Jahren dramatisch sanken, konnten sich die Delegierten nicht auf einen besseren Schutz verständigen. Die Großkatzen wurden nicht in eine höhere Kategorie eingestuft. Zudem dürfen die Knochen von gezüchteten Tieren weiter verkauft werden. Nur der Handel mit Knochen und Skelettteilen von freilebenden Löwen wurde verboten.

„Man wird sich an die diesjährige Konferenz als historischen Moment erinnern, an dem sich das Blatt zugunsten des Schutzes gefährdeter Arten wendete“, erklärt CITES-Generalsekretär John E. Scanlon. Auch Umweltorganisationen wie der WWF zeigten sich zufrieden mit der Konferenz:„Die Beschlüsse stellen wichtige Weichen im Kampf gegen das Artensterben. Es macht Hoffnung, dass dem Schutz der biologischen Vielfalt so oft Vorfahrt vor übermäßiger, kommerzieller Ausbeutung der Natur eingeräumt wurde. Jetzt kommt es darauf an, dass die Staaten auch bei Umsetzung und Kontrolle des Abkommens gut und effektiv zusammenarbeiten beispielsweise im Kampf gegen Wilderei oder bei der Kontrolle der Hai- und Rochenfänge“, meint Arnulf Köhncke, Artenschutzexperte des WWF, der die Konferenz in Johannesburg begleitete. „Besonders mit den neuen Richtlinien im Kampf gegen  illegalen Elfenbeinhandel existiert jetzt ein schärferes Schwert, um geschlossen  gegen die existenzbedrohende Wilderei auf Afrikas Elefanten vorzugehen. Staaten, die die Kontrollregelungen zu lax umsetzen, riskieren sogar Handelssanktionen“, so Köhncke.

Quelle:
http://www.nationalgeographic.de/aktuelles/meldungen/die-loewen-haben-das-nachsehen
http://www.wwf.de/2016/oktober/bahn-frei-fuer-mehr-artenschutz/
http://www.bmub.bund.de/themen/natur-arten-tourismussport/artenschutz/internationaler-artenschutz/cites/
http://cmsdocs.s3.amazonaws.com/summarystats/2016-1_Summary_Stats_Page_Documents/2016_1_RL_Stats_Table_7.pdf

 

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