Selbstversorgung: Unkraut essen

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© Nadine Carolin Wahl

Unkräuter sind Pflanzen, die spontan wachsen ohne vom Menschen bewusst ausgesät oder gepflanzt worden zu sein – mit anderen Worten: Wildpflanzen. Im allgemeinen Sprachgebrauch werden unter Unkräutern oft Pflanzen verstanden, die dort wo sie wachsen nicht gewollt sind.

Von diesen Unkräutern sind manche essbar – zum Beispiel Brennnessel, Löwenzahn, Giersch, Labkraut und Spitzwegerich – und es lohnt sich einen genaueren Blick auf diese wilden Pflanzen zu werfen.

Vorteile von Unkräutern

Unkräuter wachsen einfach so. Man hat keinen Aufwand für Anbau und Pflege sondern kann einfach zugreifen, sobald sie soweit sind. Besonders praktisch ist die Erkenntnis, dass Unkräuter interessante Nahrungsmittel sind, für jeden, der einen Garten pflegt und sie sowieso aus dem Boden zupft.

Im besten Fall wachsen sie ohne Einflüsse durch Spritzmittel oder synthetische Dünger, weswegen darauf zu achten ist, sie dort zu sammeln, wo dies nicht passiert.

Während Kulturgemüse wie Salate, Möhren usw. über Jahrhunderte auf Eigenschaften wie Größe, Robustheit oder feinen Geschmack gezüchtet wurden, sind Unkräuter in dieser Hinsicht deutlich unberührter. Sie enthalten deshalb oft deutlich höhere Nährstoffkonzentrationen.

Wie kann man Unkraut essen?

Roh und gekocht

Die meisten essbaren Unkräuter schmecken roh gut, jedoch auch sehr intensiv. Umso besser eignen sie sich als Kombizutat im Salat oder Kräuter-Quark. Auch gekocht in Suppen, zu Gemüse-, Fleisch- oder Eigerichten passen die Kräuter. Teilweise sind speziell die Samen besondere Delikatessen – etwa die von Brennnesseln.

Bei Brennnesseln sollte man außerdem darauf achten, dass vor dem Essen die Brennhärchen unschädlich gemacht, also abgebrochen werden. Zum Beispiel durch Kontakt mit Flüssigkeit (Waschen, Salatsauce, Suppe) oder durch abreiben (im Handtuch). Bei Spitzwegerich und anderen Pflanzen mit langen Fasern kann es vorteilhaft sein, die Blätter zu zerschneiden, um nicht die langen Fasern zerkauen zu müssen.

Getrocknet (und zerrieben)

Unkräuter schmecken auch getrocknet – und werden dadurch zusätzlich haltbar. Die Verwendungsgebiete sind im Grunde dieselben. Einweichzeiten müssen in der Regel keine eingehalten werden, jedoch sollten die Kräuter in Kontakt mit Flüssigkeit kommen, um diese aufsauegen zu können – egal ob Suppe, Salatsauce oder Quark.

Besonders einfach klappt das, wenn die Kräuter, einzeln oder als Mischung, nach dem Trocknen zerrieben bzw. zerbröselt werden. Das geht leicht mit einem Mörser aber auch einfach so mit den Händen oder anderweitig. Dieses Pulver kann man als Nährstoffkick über alles streuen, zu dem es passt.

Nützliche Tipps zum Wildpflanzen-Sammeln (auch in der Stadt) sind hier zu finden.

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Nadine Carolin Wahl schreibt als Freie Autorin über Selbstversorgung und alternative Lebensweisen. Aktuell tüftelt Sie mit Ihrem Partner an der „Ferme de la Culture Sauvage“, dem Hof der Wilden Kultur.