Portrait

Das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie

Das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie beschäftigt sich mit angewandter Nachhaltigkeits-forschung. Dies bedeutet, dass die Wissenschaftler des Instituts Leitbilder, Strategien und Instrumente für eine nachhaltige Entwicklung auf regionaler, nationaler und auch internationaler Ebene erarbeiten. Das Institut sieht sich dabei als Berater für Politik, Wissenschaft und Gesellschaft.

Gegründet wurde das Wuppertal Institut im Jahr 1991 von Johannes Rau, der damals Ministerpräsident des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen war. Grund für die Entstehung des Instituts war, dass man zu jener Zeit den Klimawandel als neue Herausforderung für die Menschheit identifiziert hatte und aufgrund dessen auch einen Bedarf an fundierter Aufarbeitung sowie Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse feststellte.

Nordrhein-Westfalen berührten diese Entwicklungen angesichts der Bedeutung als Energiestandort besonders. Bei der Konzipierung des Instituts wurde besonderer Wert darauf gelegt, dass neben der Stromerzeugung auch gleichzeitig der Energieverbrauch von Industrie, Verkehr sowie privaten Haushalten mit untersucht werden sollte, damit von Beginn an nicht nur auf Angebots- sondern auch auf Nachfrageseite gesellschaftlich verträgliche Lösungen erforscht würden. Deswegen lautete die Auftragsbeschreibung des Wuppertal Instituts im Gesellschaftervertrag schließlich wie folgt: „[Aufgabe des Wuppertal Instituts ist] die Förderung von Maßnahmen und Initiativen zur Sicherung der Klimasituation, zur Verbesserung der Umwelt und zur Energieeinsparung als Schnittstelle zwischen wissenschaftlicher Erkenntnissuche und praktischer Umsetzung".

Neben dem Hauptsitz des Instituts in Wuppertal besteht seit 2004 auch ein Berliner Büro. Außerdem gründete das Institut im Jahre 2005 zusammen mit dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) das „UNEP/ Wuppertal Institute Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production“ (CSCP). Dabei handelt es sich um ein internationales Beratungsinstitut mit Sitz in Wuppertal zur wissenschaftlichen Zusammenarbeit auf höchstem Niveau, das weltweite Anerkennung findet.

Da die Fragen in Bezug auf eine nachhaltige Entwicklung häufig nicht innerhalb von Ressortgrenzen zu beantworten sind, baut das Forschungsprogramm des Wuppertal Instituts auf einem interdisziplinären und am Systemverständnis orientierten Arbeiten auf.

Die Arbeit wurde dabei in vier Forschungsgruppen aufgeteilt:

-         Forschungsgruppe 1: Zukünftige Energie- und Mobilitätsstrukturen
-         Forschungsgruppe 2: Energie Verkehrs- und Klimapolitik
-         Forschungsgruppe 3: Stoffströme und Ressourcenmanagement
-         Forschungsgruppe 4: Nachhaltiges Produzieren und Konsumieren

Wenn bei entsprechenden Querthemen, wie zum Beispiel dem Thema „Zukunftsfähiges Deutschland in einer globalisierten Welt“, Bedarf besteht, arbeiten die Forschungsgruppen zusammen. Darüber hinaus kommt es auch immer wieder mit vielen Universitäten und Instituten im In- und Ausland zur Zusammenarbeit.

Das Wuppertal Institut ist eine gemeinnützige GmbH, die ihre Grundfinanzierung vom Bundesland Nordrhein-Westfalen erhält und dem Verantwortungsbereich des Ministeriums für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie des Landes untergeordnet ist. Den größten Teil des Budgets erwirtschaftet das Institut allerdings mit extern finanzierten Projekten.

Gründungspräsident ist Ernst Ulrich von Weizsäcker. Dieser entwickelte mit dem revolutionären „Faktor Vier“-Konzept eine Formel für eine nachhaltige Entwicklung. Sie besagt folgendes: „Durch den effizienten Umgang mit Ressourcen gelingt es, den Naturverbrauch zu halbieren und gleichzeitig den Wohlstand zu verdoppeln.“ Dieser neue Denkansatz führte einen Paradigmenwechsel herbei. Verbanden die meisten Menschen Umweltschutz bis dato ausschließlich mit Verzicht und Einschränkung, so weitete das Wuppertal Institut den Blickwinkel und lenkte die Aufmerksamkeit auf den effizienten Umgang mit Ressourcen.

Des weiteren erkannte der langjährige Präsident des Instituts, Peter Hennicke, in der Energieeffizienz die Schlüsselressource für den globalen Klimaschutz und eine nachhaltige Entwicklung. Schon früh bewies er, dass der Verbrauch fossiler Energieträger gesenkt werden muss, um die erneuerbaren Energien zur Marktreife führen zu können.

Diese und viele weitere herausragende Forschungsergebnisse des Wuppertal Instituts bestätigen die regionale, nationale und auch internationale Wichtigkeit seiner Forschungsarbeit.

Kerstin Krause

Tags Energie | Forschung | Klima | Klimawandel | Umwelt | Wissenschaft | Wuppertal Institut Kategorien Wissenschaft Datum Freitag, den 16. April 2010 um 08:43 Uhr Autor Kerstin Krause

Kommentar schreiben

Sicherheitscode
Aktualisieren

* = Pflichtfeld
Hinweis: Um Kommentare zu abonnieren, müssen Sie angemeldet sein.