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Almeria, das Herz der spanischen Solarenergie

In Deutschland wird europaweit der meiste Solarstrom erzeugt, doch das Herz der europäischen Solarbranche befindet sich nicht in Deutschland, sondern in Spanien. Im andalusischen Almeria wird seit 1978 von einem internationalem Wissenschaftlerteam an der Nutzung von Solarenergie geforscht. Auf mehreren Versuchsfeldern - mit jeweils 500 Kilowatt Leistung - werden unter anderem Speichermedien getestet, die Sonnenergie auch nachts speichern.

Seit 1982 forschen auch das deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und das CIEMAT (Centro de Investgaciones Energéticas, Medioambientales y Tecnológicas) zusammen an der Speicherung von Solarenergie. Auf der Plataforma Solar de Almeria (PSA) - dessen Symbol der 83 Meter hohe Solarturm mit Namen Central Termosolar de Almeria (CESA-1) ist - befinden sich ihre Testanlagen.

CESA1 wurde 1983 vom spanischen Ministerium für Industrie und Energie gebaut und steht in Mitten von 300 Spiegeln. Mit der Anlage wurde zunächst über einem Wasser/Dampf-Receiver Sonnenenergie gespeichert. Diese Art der Speicherung erwies sich jedoch als uneffektiv. Nach einem Brandunfall bei Wartungsarbeiten wurde die Anlage neu aufgebaut und ein neuer Wärmespeicher eingesetzt. Auf der Suche nach dem besten und nachhaltigsten Speichermedium für Solarenergie wurde hier erstmals Salz erfolgreich getestet. Doch der Einsatz war wirtschaftlich noch nicht tragfähig, daher wurde nach weiteren Möglichkeiten geforscht.

Im Jahr 2007 gelang es der DLR, einen Dampfspeicher zu entwickeln, der den Dampf viele Stunden speichern und nachts wieder abgeben kann. Dieser Dampfspeicher wurde ermöglicht durch das EU-Projekt Energy Storage for Direct Steam Solar Power Plants (DISTOR). Für das Projekt wurde ein 100 Kilowatt-Speicher aus mehreren Schichten Graphitfolie und Latentwärmespeichermaterial aufgebaut, dem bis zu 200 Grad Celsius heißer Dampf entnommen werden kann, um eine Turbine anzutreiben und die Netzeinspeisung auch nachts vorzunehmen. Nach Aussage der DLR ist diese Methode wirtschaftlich und für Solarparks umsetzbar.

Doch Salz wird auch weiterhin als Speichermedium genutzt. Ein Jahr nach dem Erfolg der Dampfspeicherung durch die DLR in Almeria, gelang Forschern in Kalifornien die Speicherung von Sonnenergie in einem sogenannten Power Tower. Der Power Tower enthält einen Tank, der mit flüssigem Salz gefüllt ist und die Sonnenenergie über Nacht speichern kann.

Durch die Erfindung dieses Flüssigsalzspeichers und der DISTOR-Anlage in Almeria ist der Solarforschung der Durchbruch im Hinblick auf das Problem der dauerhaften Verfügbarkeit der Solarenergie gelungen. Sie ermöglicht es, neue Solarkraftwerke zu bauen, mit denen viel mehr Energie erzeugt werden kann, als in den kleinen Testparks bisher. Zusätzlich macht die Technologie die Nutzung der Solarenergie nun auch wirtschaftlich. Gleich mehrere große Solarparks im spanischen Granada sind Beispiele für die positive Entwicklung.

So sollen die drei Andasol-Projekte nach ihrer Fertigstellung zusammen etwa 150 Megawatt Leistung aufweisen und zirka 600.000 Haushalte mit Strom versorgen. Die Andasol-Kraftwerke werden nach der Fertigstellung 2011 die größten Parabolrinnenkraftwerke weltweit sein. Das macht sie aber noch nicht besonders. Das besondere dieser Kraftwerke sind nicht nur die Parabolrinnen, sondern auch die Speicherung von Sonnenergie im großen Stil. Hier kommt der Flüssigsalzspeicher zum Einsatz. Zwei Tanks mit einem Fassungsvermögen von 28.500 Tonnen Flüssigsalz speichern die Sonnenenergie und speisen sie für durchschnittlich 7,5 Stunden über Nacht ins Netz ein. Das Flüssigsalzgemisch besteht aus 60 Prozent Natriumnitrat (NaNO3) und 40 Prozent Kaliumnitrat (KNO3).

Mit der Einweihung im Jahr 2008 ist mit dem Solarpark Andasol I die Solarenergie auch nachts für eine große Anzahl Haushalte verfügbar. Neben spanischen Firmen war auch ein deutsches Unternehmen aus Erlangen an dem Bau beteiligt: Die Solar Millenium AG produzierte und lieferte die Turbine für das Kraftwerke, die über Nacht mit der gespeicherten Solarenergie in den beiden Flüssigsalztanks angetrieben wird. Mit der Fertigstellung aller drei Andasol-Projekte will Spanien seine Klimabilanz bis 2012 verbessern. Die Projekte werden wiederum von der EU gefördert.

Mit dem Bau der Solarparks verfolgen die Spanier ein ehrgeiziges Ziel, denn zwischen 1990 und 2005 erhöhte sich aufgrund des wirtschaftlichen Aufschwungs des iberischen Landes der Kohlendioxidausstoß um 53 Prozent. Um den Mehrbedarf an Energie zu decken wurde auch in Spanien schon in die Atomenergie investiert. Daher werden den Solarparks und der Solarforschung in Spanien von allen Befürwortern der erneuerbaren Energien besondere Hoffnungen beigemessen, um nicht wie das Nachbarland Frankreich von der Atomenergie abhängig zu werden.

Matuzalem Rodriguez

Autor Gast Beitrag Erstellt am Sonntag, 25. April 2010

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