Arbeitsmarkt

Dänemark: Cleantech-Experten zur Umsetzung einer Vision gesucht

Dänemark setzt auf die Cleantech-Branche
Dänemark setzt auf die Cleantech-Branche
© Bigstock

Die Ölkrise 1973 hat in der industrialisierten Welt einen Schock ausgelöst – aber kaum ein Land hat so konsequent darauf reagiert wie Dänemark. Das Land hat in den letzten Jahren eine boomende Cleantech-Industrie aufgebaut und sich ambitionierte Klima- und Energieziele gesetzt. Um diese zu erreichen, braucht das Land Tausende erfahrener Experten aus aller Welt. Eine spannende Perspektive auch für deutsche Arbeitnehmer, denn das Land hat viel zu bieten.  

Dänemark: Auf dem Weg zur CO2-freien Gesellschaft
Die Diskussionen um Kosten und Praktikabilität der Energiewende hier in Deutschland halten an. Währenddessen demonstriert unser nördlicher Nachbar, was eine zukunftsorientierte und gleichzeitig ressourcenschonende Energiepolitik bewirken kann. So ist die dänische Wirtschaft in den letzten 25 Jahren um 70 Prozent gewachsen, bei weitgehend stagnierendem Energieverbrauch und kontinuierlich sinkenden CO2-Emissionen. Das kommt nicht von ungefähr: Dänemark hat seit der Ölkrise 1973 massiv in den Aufbau des Cleantech-Sektors investiert, der seit 2010 der am schnellsten wachsende unter den Exportbranchen des Landes ist.

Ambitionierte Ziele – Experten zur Umsetzung gesucht!
Dabei soll es nicht bleiben, denn die Ziele Dänemarks sind ambitioniert: So soll das Land bis 2050 vollständig unabhängig von fossilen Energien sein. Bis 2020 soll der Energieverbrauch Dänemarks um 12 Prozent niedriger liegen als 2006; zudem peilt das Land für 2020 einen Anteil erneuerbarer Energien von 35% und einen Anteil der Windenergie bei Stromverbrauch von 50% an.

Um diese Ziele umzusetzen, braucht das Land Tausende erfahrener Cleantech-Spezialisten. Mit einer innovativen, professionellen und vielfältigen Unternehmens- und Forschungslandschaft, hervorragenden Jobperspektiven und einer attraktiven Unternehmenskultur hat Dänemark schon viele internationale Fachkräfte angezogen, darunter auch nicht wenige Deutsche. Es sollen jedoch noch deutlich mehr werden: „Derzeit sind rund 75.000 Arbeitskräfte im Cleantech-Sektor beschäftigt; allein bis 2015 brauchen wir jedoch noch 4.000 weitere”, bestätigt Nikolaj Lubanski, Direktor Talent Department bei Copenhagen Capacity.

Vernetzung zwischen Unternehmen und WissenschaftTA payoff grafik RGB green
Cleantech-Fachkräfte finden in Dänemark eine hochentwickelte und bestens etablierte Branche vor, die sich durch eine starke Vernetzung zwischen Wirtschaft und Wissenschaft und eine intensive Forschungstätigkeit auszeichnet. Bereits heute beschäftigen über 1.200 dänische Cleantech-Unternehmen mehr als 110.000 Mitarbeiter; zudem verfügt Dänemark über 46 Forschungsinstitutionen mit Cleantech-Bezug. 

Unangefochtene Nummer eins der Branche ist mit rund 28.000 Mitarbeitern und in Dänemark ansässigen Global Playern wie Vestas und Siemens Wind Power nach wie vor die Windkraft. Dänemark deckt damit bereits heute 30 Prozent seines Strombedarfs ab – weltweit ein Spitzenwert. Die starke Fokussierung auf nachhaltige Technologien in Dänemark hat das Land jedoch auch zu einem Spitzenreiter in den Bereichen Energiespeicherung, Smart Grids, Green Buildings, Elektromobilität, Recycling, Abfallmanagement und anderen Bereichen gemacht. In all diesen Bereichen zeichnet sich das Land durch ein hohes Maß an Innovation aus.

Blühende Forschungslandschaft – boomender Arbeitsmarkt
Dass Regierung, Unternehmen und Wissenschaft gleichermaßen im Cleantech-Sektor attraktive Zukunftsperspektiven sehen, wird auch an den Forschungsausgaben im Land erkennbar. Allein dänische Unternehmen investieren derzeit jährlich 600 Millionen Euro in die Energieforschung – 12 Prozent der gesamten Investitionen des privaten Sektors. Exzellente Forschungsbedingungen und das hohe Qualifikationsniveau in Dänemark haben inzwischen verschiedene Global Player der Branche dazu bewogen, R&D-Zentren in Dänemark einzurichten, darunter Vestas, Siemens Wind Power und Suzlon.

Die dänische Regierung fördert zudem über staatliche Programme mehr als 550 dänische Forschungs- und Entwicklungsprojekte mit einem Gesamtvolumen von jährlich 134 Millionen Euro. Der Zugang zu staatlicher Förderung ist dabei für Unternehmen ebenso wie Universitäten vergleichsweise einfach. Und davon profitieren über attraktive Weiterbildungsprogramme letztlich auch die Mitarbeiter der Unternehmen.  

Die Kombination aus staatlichen und privaten Investitionen, einer reichen Unternehmens- und Forschungslandschaft, strategisches Handeln von Seiten der Regierung und viel Innovationsgeist hält den Jobmotor Cleantech am Laufen. Im internationalen Vergleich hohe Gehälter plus Benefits, flache Hierarchien und eine hohe Work-Life-Balance machen dänische Unternehmen zu attraktiven Arbeitgebern. Unter anderem unterstützt Talent Attraction Denmark die dänische Cleantech-Branche in diesem Herbst mit einer Kampagne, die die Vorzüge des Standorts und seine Perspektiven bei internationalen Cleantech-Experten bekannt machen soll. Diese sind aufgerufen, an einem der weltweit ambitioniertesten Programme zur Etablierung einer nachhaltigen Wirtschaft aktiv teilzunehmen – eine faszinierende Perspektive. Auch für sie selbst!

Soweit zum Cleantech-Sektor in Dänemark – aber wie sieht der Lebens- und Arbeitsalltag für deutsche Fachkräfte in Dänemark nun in der Praxis aus? Das CleanEnergy Project lässt in Kürze zwei Experten über ihre Erfahrungen zu Wort kommen.

Autor Claudia Wittwer Erstellt am Mittwoch, 29. Oktober 2014

Kommentare  

0 otto f.krammer 2014-10-29 18:52
Einen normalen Autofahretr trifft die Schockstarre, wenn er hört, dass künftige Führerscheinprüfungen auch die Kenntnisse der Ohmschen Gesetze, R=U/I , zum Gegenstand haben werden. Es gehört einfach zum ökonomischen Verständnis, dass er mir elektrischer Energie richtig umgehen lernt.
Jeder soll wissen, was ist Spannung und was ist Strom, weil manche Grundschulen vermittzeln solches nicht, da ist das Auswendiglernen des Koran wichtiger.
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