Empowering People Award für Verbrennungsofen

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© Fraunhofer IBP

Mohammad Aleysa, Ingenieur an der Fraunhofer Gesellschaft, hat mit seinem Team einen innovativen Verbrennungsofen entwickelt. Mithilfe dieses Ofens können im Gegensatz zu offenen Feuerstellen keine Schadstoffemissionen in die Häuser und Atmosphäre entweichen. Die umweltfreundliche Technologie soll nun in Ghana eingesetzt werden.

Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO ist in ärmeren Ländern die Indoor Luftverschmutzung durch das Kochen auf offenen Feuerstellen mit Brennstoffen wie Mist, Holz, Kohle oder sogar Plastik die häufigste Krankheits- und Todesursache. Die Verbrennung solcher Materialen kann die Risiken von Atemwegserkrankungen wie Bronchitis und Lungen-entzündungen verdoppeln. Viele Betroffene wissen, wie gefährlich die Giftstoffe für den Körper sind. Doch „[w]er keine andere Wärmequelle hat, für den gilt häufig: Die Kälte tötet schneller als die eingeatmeten Giftstoffe.“ Die WHO schätzt, dass rund vier Millionen Menschen jährlich an den Folgen der Indoor-Emissionen sterben.

Alyesa und sein Team präsentieren daher eine dringend benötigte Lösung, die nun mit dem Publikumspreis des Empowering People Awards der Siemens Stiftung ausgezeichnet wurde. Der neue WAFFCO-Ofen (kurz für Waste-Fuel Free Combustion) ist ein geschlossener Biomasse-Verbrennungsofen, der einfach und günstig produziert werden kann und hauptsächlich aus Metall und Ton besteht. Der Ofen dient dabei nicht nur für Heizungszwecke oder zur Erwärmung von Wasser, sondern löst vor allem auch das wachsende Müllentsorgungsproblem in ärmeren Ländern.

Zwei Jahre lang haben Aleysa und sein Team an der Funktionsweise und an dem Design des Ofens gearbeitet. Die technische Innovation könnte das Leben von Menschen in Entwicklungsländern maßgeblich verbessern. Dabei gehe es allerdings nicht darum, Technologien und Dienstleistungen aus Deutschland zu exportieren: „Wir wollen den Menschen dabei helfen, ihre Probleme in den Griff zu bekommen und die anfallenden Abfälle, etwa getrocknete Kokosnussschalen oder Maisreste sowohl ökonomischer als auch ökologischer zu verbrennen“, erläutert Aleysa.  In Ghana sollen nun einwöchige Seminare und Workshops in vier Pilotstationen eröffnet werden, in dem Ingenieure und Techniker des Fraunhofer Institutes für Bauphysik lokalen Anwohnern Trainings geben und gemeinsam jeweils 25 Ofen herstellen. Diese werden später in Ghana verteilt und sollen aufgrund ihrer simplen Struktur und den günstigen Materialien leicht nachzubauen sein.

Verbrennungsofen erhält Publikumspreis © Siemens Stiftung

Ein WAFFCO-Ofen hat eine erwartete Lebensdauer von zehn Jahren und kostet zwischen 30 und 40 US-Dollar, was selbst für Menschen mit einem nicht unüblichen Tageslohn von drei US-Dollar bezahlbar ist. Die Öfen weisen eine Effizienz von 75 bis 80 Prozent auf und haben eine Heizleistung von 5,6 kW. Das Produkt ist nicht nur sinnvoll in Privathaushalten, sondern auch in öffentlichen Einrichtungen, wie Schulen, Kindergärten oder Camps. In einem Land wie Ghana, in dem das Abfallmanagement noch unzuverlässig ist und der Abfall daher häufig in der Landschaft endet, spielen solche ökonomisch und umwelttechnisch nachhaltigen Lösungen eine wichtige Rolle. Ingenieur Aleysa und sein Team hoffen unterdessen auch auf die Umsetzung eine ihrer neueren Ideen: eine mobile Anlage,                                                                                                                               in der aus Kunststoffabfällen Öl gewonnen wird.

Quellen:
Reset – Smart Approaches to Sustainability
Stuttgarter Zeitung
E
mpowering People Award

 

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