Helden der Nachhaltigkeit

Sima Samar – Botschafterin der Frauenrechte im Nahen Osten

„Sima Samar 2012“ von Heinrich-Böll-Stiftung - Flickr: Sima Samar.
„Sima Samar 2012“ von Heinrich-Böll-Stiftung - Flickr: Sima Samar.
© Wikimedia Commons

Die Demokratie ist in Afghanistan noch lange nicht angekommen. Nach fast 13 Jahren NATO-Kampfeinsatz herrscht noch immer Unruhe im Land. Besonders die Rechte der Frauen und Kinder sind unzumutbar. Tagtäglich kämpfen Aktivisten und Entwicklungshelfer für eben jene Demokratisierung des Landes. Eine von ihnen ist Sima Samar – die Menschenrechtlerin ist Afghanistans effektivste Waffe, wenn es um den Krieg für mehr Freiheit geht.

Sima Samar ist selbst in Afghanistan geboren und aufgewachsen. Sie studierte Medizin an der Universität Kabul und wurde schließlich 1984 zur Ärztin. Während des sowjetischen Einmarschs in Afghanistan verschwand ihr Ehemann plötzlich und tauchte nicht wieder auf. Bis heute weiß Sima Samar nicht, was mit ihm geschehen ist. Nach diesen Geschehnissen hielt sie es in ihrem Heimatland nicht länger aus. Es war viel zu unsicher geworden durch die Sowjets und so floh sie nach Pakistan. Dort arbeitete Samar in einem afghanischen Flüchtlingslager als Ärztin und gründete im Jahr 1987 ein Hospital für afghanische Frauen und Kinder. Das Krankenhaus befand sich in der Grenzstadt zu Afghanistan Quetta.

Das Märtyrium

1989 gründete Sima Simar die Organisation „Shuhada“, was so viel wie „Märtyrer“ bedeutet. Mit der Shuhada Organisation kämpft sie um das Wohlergehen und den Fortschritt der afghanischen Bürger, aber vor allem um die Stärkung der Rolle der Frauen und Kinder. Gesundheit, Bildung, Menschenrechte, die Stärkung der Frauen und Demokratie sind Hauptaugenmerk und Mission der Organisation und werden von dem Slogan „Working for a better tomorrow“ („Arbeiten für eine bessere Zukunft“) unterstützt. Durch das Engagement von Sima Samar wurden bereits über 100 Schulen und 15 Krankenhäuser in Afghanistan und Pakistan gebaut, welche sich um die Gesundheitsversorgung und Bildung für die afghanischen Bürger und im Besonderen um Frauen und Mädchen kümmern. Die Organisation bietet außerdem noch Ausbildungen in den Bereichen Gesundheitshilfe, Krankenpflege und Geburtshilfe an, um Frauen die Chance zu geben, einen Beruf zu erlernen. Frauen haben mittlerweile auch die Möglichkeit, Englisch zu lernen, IT-Kenntnisse zu erwerben und an Alphabetisierungsprogrammen teilzunehmen. Für bedürftige und gefährdete Frauen wurden Frauenhäuser gegründet. Deren Ziel ist es, Frauen zu ermöglichen durch Bildung und Ausbildung ein eigenständiges Leben zu führen und sich selbst versorgen zu können.

Frauen unter dem Regime der Taliban

In der Zeit von 1996 bis 2001, der Regierungszeit der Taliban, wurden den Frauen in Afghanistan immer mehr Rechte genommen. Unter dem Vorwand, den Frauen ein sicheres Umfeld zu schaffen, wurden diese gezwungen in Zurückgezogenheit zu leben. Das bedeutet insbesondere die Verschleierung des gesamten Körpers mit einer Burka und oft verbreitet sind auch Gesichtsschleier wie der Tschador. Die Verschleierung dehnte sich aber aus bis hin zur Abschottung nach draußen. So durften Frauen nicht ohne einen männlichen Begleiter auf die Straße, es war ihnen nicht einmal mehr erlaubt, allein einen Arzt zu konsultieren. Arbeiten und zur Schule gehen war ebenso untersagt, zumindest wurden die Mädchen bis zum achten Lebensjahr unterrichtet – doch der Unterricht beschränkte sich nur auf die Lehren des Korans. Kurz gesagt, der Lebensstil der Frau wurde massiv radikalisiert durch den Regierungswechsel der Taliban.

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Autor Karina Elmer Erstellt am Freitag, 05. September 2014

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