Public Eye Awards 2011

Ende Januar reisen wie jedes Jahr an die 2.200 geladenen Gäste aus Wirtschaft, Politik und Medien in den Wintersportort Davos. Grund für die rege Zuwanderung in die Schweiz ist das Jahrestreffen des seit 1987 bestehenden Weltwirtschaftsforums. Dessen Gründer Klaus Schwab versucht mit dieser Plattform seit jeher die Unternehmen zu sozialem Handeln zu bewegen.  Eine ähnliche Forderung findet auf einer zeitgleichen Gegenveranstaltung statt, bei welcher die Public Eye Awards verliehen werden. Entstanden ist die Idee des Negativpreises im Jahr 2000. Mit der Kampagne will die von der Erklärung von Bern und Greenpeace organisierte Veranstaltung darauf aufmerksam machen, dass auf Worte auch Taten folgen sollen.  Seit dem zehnten Januar 2011 kann im Internet für den Preisträger abgestimmt werden. Zu den Nominierten gehören unter anderem:  • Der südafrikanische Bergbaukonzern AngloGold Ashanti, welcher in Ghana Goldabbau betreibt und hochtoxische Abfälle hinterlässt. • Der Schweizer Stromversorger Axpo, der Uran aus der russischen Wiederaufbereitungsanlage im verstrahlten Majak bezieht und Atomstrom dennoch als “sauber bezeichnet”. • Und auch der taiwanesische Elektronikhersteller Foxconn mit seinen Fabriken in China, welche die Arbeiter kontrollieren und nur Dumpinglöhne zahlen.  Momentan liegt Neste Oil aus Finnland mit über 10.500 Stimmen vorn: Ein Konzern, der “Grünen Diesel” aus indonesischen und malaysischem Palmöl verkauft und dabei behauptet, die Lieferkette sei durchsichtig. Ironischerweise ist diese sogenannte Nachvollziehbarkeit nicht einzusehen.  Doch alle Nominierten sorgen aufgrund ökologischer oder sozialer Misstände fernab ihres Unternehmensstandortes für Aufsehen. Die Produktionskette ist somit einfach schwerer nachvollziehbar.  Davos hat sich ja schon das ein oder andere Mal als erfolgreich herausgestellt, vor allem bei der Befriedung sich rivalisierdender Nachbarländer. So setzten sich 1987 die Ministerpräsidenten von Griechenland und der Türkei zusammen und unterzeichneten die “Davos Declaration“, in welcher von einem Krieg abgesehen wurde. Im Jahre 1994 kam es auf dem Forum zu einer neuen Übereinkunft über Gaza durch Schimon Peres und Jassir Arafat.  Nun gilt es, auch die oben genannten Versäumnisse anzugehen. Aus diesem Grund sollten die Forderungen der Public Eye Kampagne nicht klanglos untergehen sondern direkt auf dem Weltwirtschaftsforum vorgetragen werden.  Jenny Lohse
Ende Januar reisen wie jedes Jahr an die 2.200 geladenen Gäste aus Wirtschaft, Politik und Medien in den Wintersportort Davos. Grund für die rege Zuwanderung in die Schweiz ist das Jahrestreffen des seit 1987 bestehenden Weltwirtschaftsforums. Dessen Gründer Klaus Schwab versucht mit dieser Plattform seit jeher die Unternehmen zu sozialem Handeln zu bewegen. Eine ähnliche Forderung findet auf einer zeitgleichen Gegenveranstaltung statt, bei welcher die Public Eye Awards verliehen werden. Entstanden ist die Idee des Negativpreises im Jahr 2000. Mit der Kampagne will die von der Erklärung von Bern und Greenpeace organisierte Veranstaltung darauf aufmerksam machen, dass auf Worte auch Taten folgen sollen. Seit dem zehnten Januar 2011 kann im Internet für den Preisträger abgestimmt werden. Zu den Nominierten gehören unter anderem: • Der südafrikanische Bergbaukonzern AngloGold Ashanti, welcher in Ghana Goldabbau betreibt und hochtoxische Abfälle hinterlässt. • Der Schweizer Stromversorger Axpo, der Uran aus der russischen Wiederaufbereitungsanlage im verstrahlten Majak bezieht und Atomstrom dennoch als “sauber bezeichnet”. • Und auch der taiwanesische Elektronikhersteller Foxconn mit seinen Fabriken in China, welche die Arbeiter kontrollieren und nur Dumpinglöhne zahlen. Momentan liegt Neste Oil aus Finnland mit über 10.500 Stimmen vorn: Ein Konzern, der “Grünen Diesel” aus indonesischen und malaysischem Palmöl verkauft und dabei behauptet, die Lieferkette sei durchsichtig. Ironischerweise ist diese sogenannte Nachvollziehbarkeit nicht einzusehen. Doch alle Nominierten sorgen aufgrund ökologischer oder sozialer Misstände fernab ihres Unternehmensstandortes für Aufsehen. Die Produktionskette ist somit einfach schwerer nachvollziehbar. Davos hat sich ja schon das ein oder andere Mal als erfolgreich herausgestellt, vor allem bei der Befriedung sich rivalisierdender Nachbarländer. So setzten sich 1987 die Ministerpräsidenten von Griechenland und der Türkei zusammen und unterzeichneten die “Davos Declaration“, in welcher von einem Krieg abgesehen wurde. Im Jahre 1994 kam es auf dem Forum zu einer neuen Übereinkunft über Gaza durch Schimon Peres und Jassir Arafat. Nun gilt es, auch die oben genannten Versäumnisse anzugehen. Aus diesem Grund sollten die Forderungen der Public Eye Kampagne nicht klanglos untergehen sondern direkt auf dem Weltwirtschaftsforum vorgetragen werden. Jenny Lohse

Ende Januar reisen wie jedes Jahr an die 2.200 geladenen Gäste aus Wirtschaft, Politik und Medien in den Wintersportort Davos. Grund für die rege Zuwanderung in die Schweiz ist das Jahrestreffen des seit 1987 bestehenden Weltwirtschaftsforums. Dessen Gründer Klaus Schwabversucht mit dieser Plattform seit jeher die Unternehmen zu sozialem Handeln zu bewegen.

Eine ähnliche Forderung findet auf einer zeitgleichen Gegenveranstaltung statt, bei welcher die Public Eye Awards verliehen werden. Entstanden ist die Idee des Negativpreises im Jahr 2000. Mit der Kampagne will die von der Erklärung von Bern und Greenpeace organisierte Veranstaltung darauf aufmerksam machen, dass auf Worte auch Taten folgen sollen.

Seit dem zehnten Januar 2011 kann im Internet für den Preisträger abgestimmt werden. Zu den Nominierten gehören unter anderem:

• Der südafrikanische Bergbaukonzern AngloGold Ashanti, welcher in Ghana Goldabbau betreibt und hochtoxische Abfälle hinterlässt.
• Der Schweizer Stromversorger Axpo, der Uran aus der russischen Wiederaufbereitungsanlage im verstrahlten Majak bezieht und Atomstrom dennoch als “sauber bezeichnet”.
• Und auch der taiwanesische Elektronikhersteller Foxconn mit seinen Fabriken in China, welche die Arbeiter kontrollieren und nur Dumpinglöhne zahlen.

Momentan liegt Neste Oil aus Finnland mit über 10.500 Stimmen vorn: Ein Konzern, der “Grünen Diesel” aus indonesischen und malaysischem Palmöl verkauft und dabei behauptet, die Lieferkette sei durchsichtig. Ironischerweise ist diese sogenannte Nachvollziehbarkeit nicht einzusehen.

Doch alle Nominierten sorgen aufgrund ökologischer oder sozialer Misstände fernab ihres Unternehmensstandortes für Aufsehen. Die Produktionskette ist somit einfach schwerer nachvollziehbar.

Davos hat sich ja schon das ein oder andere Mal als erfolgreich herausgestellt, vor allem bei der Befriedung sich rivalisierdender Nachbarländer. So setzten sich 1987 die Ministerpräsidenten von Griechenland und der Türkei zusammen und unterzeichneten die “Davos Declaration“, in welcher von einem Krieg abgesehen wurde. Im Jahre 1994 kam es auf dem Forum zu einer neuen Übereinkunft über Gaza durch Schimon Peres und Jassir Arafat.

Nun gilt es, auch die oben genannten Versäumnisse anzugehen. Aus diesem Grund sollten die Forderungen der Public Eye Kampagne nicht klanglos untergehen sondern direkt auf dem Weltwirtschaftsforum vorgetragen werden.

Jenny Lohse

Autor Jenny Lohse Erstellt am Sonntag, 23. Januar 2011

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