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Neubelebung Mini-KWK-Förderung in 2012

ecopower mini-BHKW von Vaillant; Quelle: openPR
© Vaillant

Die Bundesregierung plant, die zusätzliche Förderung von Mini-Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK) im nächsten Jahr wieder zu aktivieren und damit die Aussetzung der Förderung zu beenden. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen hervor.­­­

Das Förderprogramm für kleine KWK-Anlagen ist 2008  gestartet und wurde 2010 aufgrund der großen Nachfrage offiziell eingefroren. Schon seit September 2009 hatte das für die Abwicklung zuständige BAFA keine Anträge mehr angenommen, weil die zu diesem Zeitpunkt vorliegenden Anträge schon die Haushaltsmittel bis Ende 2010 vereinnahmt hatten. Nun hat die Bundesregierung zugesagt 20 Millionen Euro für die zusätzliche Mini-KWK-Förderung in 2012 zur Verfügung zu stellen. Angesichts der starken Nachfrage könnte das jedoch deutlich zu wenig sein. 2009 lag die Fördersumme bei 33 Millionen Euro, wobei zu diesem Zeitpunkt noch ein weit geringeres Angebot an Geräten vorhanden war. In den letzten zwei Jahren hat sich auf dem Gebiet der Kraft-Wärme-Kopplung einiges getan, insbesondere bei Kleinstkraftwerken, die für Ein- und Zweifamilienhäuser konzipiert sind.

Durch Kraft-Wärme-Kopplung können hohe Mengen CO2 eingespart werden – bis zu 35 Prozent. Sie haben eine ausgezeichnete Brennstoffumsetzung. Zudem lässt sich sowohl Strom wie auch Wärme erzeugen. Durch die zusätzliche Auskopplung von Wärme bei der Stromerzeugung kann ein Teil der Energie, die in Großkraftwerken normalerweise als Abwärme einfach verpufft, genutzt werden, um Gebäude zu beheizen. Der doppelte Energiegewinn muss dabei nur einmal bezahlt werden und schlägt sich somit positiv in der Kostenbilanz nieder. Positiv stellt sich auch die Nähe zum Verbraucher dar. Weil der Stromtransport entfällt werden die Netze entlastet.

Mini-KWK sind vielfältig einsetzbar: von Privatleuten, Gewerbebetrieben, Wohnungsbaugesellschaften bis hin zu Hotels, Sportanlagen, Schulen oder Krankenhäusern. Die Technik ist ausgereift und Mini-KWK schon seit Jahren erfolgreich im Einsatz. Vor allem aufgrund der guten Klimaschutzpotenziale will die Bundesregierung den Anteil an KWK-Strom bis 2020 auf 25 Prozent verdoppeln und damit mindestens 20 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Heizungsanlagen sind die Anfangsinvestitionen jedoch relativ hoch. Trotz der späteren Kostenersparnis bedarf es einer entsprechenden Marktbelebung und eines verlässlichen Anreizprogramms. Bei einem vorzeitigen Förderstopp erhält der Markt einen immensen Dämpfer. Eine Stop-and-Go-Förderung ebenso wie vage Ankündigungen oder langwierige Diskussionen über künftige Förderbedingungen führen bei Investoren zu Zurückhaltung, erklärt Jens Wichtermann von Vaillant. Der Hamburger Ökostrom-Anbieter Lichtblick, der zusammen mit VW bereits Mini-Kraftwerke herstellt und bis Ende des Jahres insgesamt 400 installiert haben will, begrüßte die neue Förderzusage als positives Signal. Jetzt komme es darauf an, die Mittel dauerhaft zu sichern, erklärte Vorstand Gero Lücking.

Die Fördermittel sollen aus dem Etat des Energie- und Klimafonds stammen. Dieser speist sich aus den Einnahmen aus CO2-Zertifikaten. Wenn der Zertifikatepreis auf dem derzeit sehr niedrigen Niveau verharrt, könnte das zu Mindereinnahmen von etwa einem Drittel führen, heißt es in der Antwort der Umweltstaatssekretärin Katherina Reiche im Parlament auf die Anfrage der Grünen. Das bedeutet wiederum unsichere Aussichten für die Zukunft der Mini-KWK.

Josephin Lehnert

Autor Josephin Lehnert Erstellt am Dienstag, 06. Dezember 2011

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