Stadtplanung

Nachhaltige Stadtentwicklung durch Konversion am Beispiel Phoenix-See

© moellerh (Flickr.com)

Die Städte wachsen wieder und dies verlangt mehr Raum. Eine Chance bietet dabei die Konversion, durch welche ungenutzte Flächen der Stadt wieder zurückgeführt werden können.

Unter dem Begriff “Konversion” wird in der Stadtplanung die Umgestaltung von Flächen oder Gebäuden verstanden, welche zum einen durch die Dezimierung der Bundeswehr, zum anderen durch den Abzug der US-Streitkräfte in Deutschland zukünftig eine immer größere Rolle spielen wird. Aber auch durch eine Umgestaltung ehemaliger Industriegelände können Flächen der Stadt wieder zurückgeführt werden, wie das Beispiel des Phoenix-Sees in Dortmund zeigt.

Dieser künstlich angelegte See im Südosten Dortmunds ist das Ergebnis der Schließung und anschließenden Folgenutzung des Hochofenwerks Phoenix West 1998 und der Stilllegung des Oxygenstahlwerks Ost im Jahre 2001, wodurch 200 Hektar Fläche brach fielen. Schon im Jahre 2000 wurde deshalb durch das Planungsamt der Stadt Dortmund ein Stadtentwicklungskonzept für Phoenix Ost ausgearbeitet und durch eine anschließende Machbarkeitsstudie zum Bau eines künstlichen Binnensees vervollständigt.

Vier Jahre später wurde mit dem Rückbau des ehemaligen Stahlwerks begonnen, was eine Entfernung oberirdischer Fundamente und im Rahmen der bergbaulichen Sicherung die Ermittlung alter Stollen- und Schachtanlagen sowie deren Verfüllung notwendig machte. Nachdem 2009 der Seeaushub beendet und die Emscher wieder freigelegt worden war, wurde nur ein Jahr später der See aufgefüllt. Seitdem herrscht reger Baubetrieb um den drei bis vier Meter tiefen See herum, der 3,2 Kilometer lange Rundweg ist schon jetzt für die Bevölkerung nutzbar.

Der See ist als Rückhaltebecken für die Emscher bei Starkregenereignissen angelegt, die phosphatbindenden Armleuchteralgen garantieren zudem eine dauerhaft gute Wasserqualität. Während der südliche Teil mit Liegeplätzen, Spielflächen und Seedecks ausgestattet werden soll, Ruderboote und Segeljollen hier anlegen können und eine entsprechende Außengastronomie Besucher anlocken könnte, steht im nördlichen Teil die Erhaltung der ungestörten Natur im Vordergrund. Hier führt lediglich der Rundweg am See entlang und die Aue ist breit angelegt, wodurch dieser Raum ausschließlich Tieren vorbehalten wird.

So wurde mit dem Phoenix-See Areal ein völlig neuer Wohn- und Lebensraum geschaffen, der als gutes Beispiel für weitere Projekte in diesem Rahmen dienen kann.

Luisa Egenlauf

Tags nachhaltige Stadtentwicklung Kategorien Lifestyle Datum Samstag, den 04. Februar 2012 um 00:00 Uhr Autor Luisa Egenlauf

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