Tourismus

Klimaneutral und schick: Das feldmilla. designhotel in Südtirol

© feldmilla.

Nun hat auch Südtirol sein erstes klimaneutrales Hotel. Das familiengeführte feldmilla. designhotel im Tauferer Ahrntal hat in Zusammenarbeit mit der Klimaschutzberatung ClimatePartner aus München seinen genauen CO2-Fußabdruck ermittelt und darauf aufbauend diverse Klimaschutzmaßnahmen eingeleitet. Seit Mitte Oktober besteht nun für Gäste die Möglichkeit klimaneutral zu übernachten.

Dabei ist erneuerbare Energieversorgung absolut kein Neuland für die Hotel-Betreiberfamilie Leimegger. Das feldmilla. designhotel verfügte bereits 1939 über ein erstes eigenes Wasserkraftwerk, das die Energie des Flusses Ahr in elektrischen Strom umwandelte. 1999 wurden die alte Turbine und das 3.000 Kilogramm schwere Schwungrad durch eine effizientere und zeitgemäße Anlage ersetzt, die dem Hotel seitdem emissionsfreien Strom liefert.

Auch die Wärme für Heizung und Warmwasser wird klimaneutral bereit gestellt und kommt direkt aus eigenen Wärmepumpen, für die ebenfalls Bachwasser aus der Ahr verwendet wird. Und wenn die so erzeugte Heizungswärme einmal nicht ausreicht, wird zusätzliche Wärme aus dem Biomasse-Fernheizwerk der Heimatgemeinde Sand in Taufers bezogen. Dass Nachhaltigkeit nämlich nicht nur in dem Hotel, sondern der ganzen Marktgemeinde ein wichtiges Thema ist, beweisen diverse Auszeichnungen wie der Climate Star 2009, oder der Europäische Dorferneuerungspreis.

Hotel2Die CO2-Emissionen, die trotz Wasserkraft, Wärmepumpen und Fernheizwerk nicht vermeidbar sind, werden seit der CO2-Fußabdruck-Ermittlung von ClimatePartner durch die Unterstützung eines Wasserkraftwerkes im guatemalischen Pueblo Nuevo Vinas ausgeglichen. Laut Ruth Leimegger, der Inhaberin des Designhotels, fiel die Wahl gerade auf dieses Projekt, weil es „als Betreiber eines eigenen Wasserkraftwerks“ nahe lag „für den CO2-Ausgleich ebenfalls ein Wasserkraftwerk auszuwählen“.

Mit diesen Maßnahmen und den bereits getätigten Investitionen soll aber für das feldmilla. designhotel längst noch nicht Schluss sein. Tristan A. Foerster, der Geschäftsführer der Münchner Klimaschutzberatung ClimatePartner spricht davon, dass die Hotelinhaber „die CO2-Emissionen in den kommenden Jahren durch den Bezug lokaler Lebensmittel noch weiter reduzieren“ wollen. Neben dem Engagement für Klima und Umwelt hat sich das Hotel außerdem dem Prinzip der Gemeinwohl-Ökonomie verschrieben. Dabei bemüht sich das Unternehmen um ständige Verbesserungen auf gesellschaftlicher und sozialer Ebene und präsentiert diese dann in Form einer öffentlichen Gemeinwohl-Bilanz.

Matthias Schaffer

Kommentar schreiben

Sicherheitscode
Aktualisieren

* = Pflichtfeld
Hinweis: Um Kommentare zu abonnieren, müssen Sie angemeldet sein.

 
Cleantech Jobs in Dänemark