Forschung

Feinstaub verursacht Dürre und Überschwemmungen

In einem Beitrag von vergangenem Freitag gibt die Berliner taz einen ersten Einblick in den „Sonderbericht Extremwetter“ des UN-Klimarats IPCC, der am 18. November im ugandischen Kampala vorgestellt werden soll. Demnach werden die Wetterverhältnisse immer extremer: Mit „mittlerer Sicherheit“ wird die Zunahme von Dürren und heftigen Regenfällen, sowie immer verheerendere tropische Wirbelstürme prognostiziert. Zu ähnlichen Vorhersagen kommt auch der deutsche Klimaforscher Stefan Hagemann vom Hamburger Max-Planck-Institut für Metrologie in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa.

Ein Team von Forschern berichtet nun im Fachmagazin Nature Geoscience, dass sich industriell verursachte Luftverschmutzung – in Form von Feinstaub und anderen Schwebteilchen – negativ auf Wetter und Klima auswirkt und eine der Ursachen für die immer extremeren Wetterverhältnisse ist. Die Wissenschaftler rund um Zhangqing Li von der University of Maryland in College Park analysierten dafür zehn Jahre an Wetterdaten und Luftmessungen einer Region im mittleren Westen von US-Amerika.

Als Ergebnis präsentierten sie die Erkenntnis, dass bestimmte Wolken aus Eiskristallen und Wassertropfen durch Schwebteilchen (Aerosole) sehr viel weiter in die Höhe wachsen und deshalb riesige Wassermengen speichern. Diese gehen dann oft als sintflutartige Regenschauer auf die Erde nieder und verursachen heftige Überschwemmungen.

Außerdem hemmen die Aerosole Wolken ohne Eiskristalle, die weniger Wasser enthalten. Dadurch werden Niederschläge in ohnehin schon trockenen Regionen unterdrückt und die Gefahr von Dürrekatastrophen steigt rapide an. Insbesondere Entwicklungsländer sind für derartige Extremwetterlagen anfällig und die voran schreitende Luftverschmutzung durch wachsendes Verkehrs- und Industrieaufkommen verschlimmert das Problem noch weiter.

Zhangqing Li sieht in den Ergebnissen den Beweis, „dass menschliche Aktivitäten die natürlichen Systeme unseres Planeten in weit größerem Ausmaß beeinflussen können als bisher angenommen“ und fordert als Konsequenz, dass die festgestellten Effekte der Schwebteilchen nun auch in Klimamodelle aufgenommen werden. Dadurch könnten sich „die Ergebnisse der Modellierungen signifikant verändern“ und sehr viel realistischere Ergebnisse erzielt werden.

Matthias Schaffer

Tags Dürre | Feinstaub | Klima | Klimawandel | Luftverschmutzung | Niederschlag | Überschwemmung | Wetter Kategorien Lifestyle Datum Mittwoch, den 16. November 2011 um 07:44 Uhr Autor Matthias Schaffer

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