Treibhausgase

Heute schon an den Klimawandel angepasst?

Neben der Reduktion von Treibhausgasen müssen wir uns auch zunehmend auf Klimaänderungen einstellen. Viele Maßnahmen, die damit zusammenhängen, sind sowieso ratsam und nachhaltig. Durch Wetterextreme wird die Dringlichkeit nur verstärkt. Im Jahre 2008 wurde deshalb die deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel beschlossen. Voraus gingen ihr das Klimaschutzprogramm sowie die Verpflichtung durch die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen. Zwar wird der Klimawandel vor allem in Entwicklungsländern zu spüren sein - und diese benötigen unsere finanzielle Hilfe, da sie durch ihre wirtschaftliche Situation weniger Möglichkeiten haben sich anzupassen. Doch auch in Deutschland macht sich die Änderung der Temperaturen bemerkbar.

Schutz der Biologischen Vielfalt

In unseren Breiten geht man von einer Artenarealverschiebung in die höheren Lagen (vertikal) und in den Norden (horizontal) aus. Lebewesen, die wegen ihrer Beschaffenheit oder aufgrund von Arealzerschneidungen (zum Beispiel durch Straßen), nicht migrationsfähig sind, sind somit stärker bedroht. Auch Arten mit einem geringen Toleranzbereich können sich schlechter auf Temperatur- und Feuchtigkeitsänderungen einstellen. Somit ist auch die Region der Alpen betroffen, welche viele endemische Arten beherbergt. Schätzungen zufolge könnten durch die Klimaänderungen fünf bis 30 Prozent der heimischen Flora und Fauna aussterben. Eine Anpassung an den Klimawandel zum Schutz der Biodiversität zielt aus diesem Grund vor allem auf eine verstärkte Biotopvernetzung und die Erhaltung von Feuchtgebieten ab.

Anpassung der Forstwirtschaft

In der Forstwirtschaft sind vor allem Fichte und Buche gefährdet, da beide Arten eine geringe Trocken- und Hitzetoleranz aufweisen. Als Lösung gilt in trockenen Regionen die Pflanzung von verschiedenen Mischwaldbäumen. Auch Aktionen wie eine Verjüngung des Baumbestandes tragen zur Anpassung bei, da junge Bäume weniger anfällig sind.

Verbesserung des Stadtklimas

Da die meisten Menschen in Deutschland in urbanen Räumen leben, spielt für uns natürlich auch das Stadtklima eine Rolle. Es unterscheidet sich von der Umgebung aufgrund der Bebauung und Bodenversiegelung. Das damit einhergehende Fehlen der Vegetation sowie der Ausstoß von Abgasen erhöhen – zusätzlich zur globalen Erwärmung – die Lufttemperatur. Mit der Begrünung von Dächern oder der Berücksichtigung von Kaltluftschneisen für den Luftaustausch lässt sich das lokale Klima verbessern. Um die Städter zu einer besseren Anpassung zu motivieren gibt es einige Initiativen. Dazu gehören Programme vom Naturschutzbund sowie Umweltbundesamt. Der NABU kreierte im Jahr 2009 das Projekt "StadtKlimaWandel", welches Beispiele für eine Verbesserung des Stadtklimas vorstellt. Angesprochen sind Bürger, Bauherren und Stadtplaner, die Hausfassaden begrünen oder ganze Viertel ökologisch gestalten möchten. Das Projekt wird durch das Umweltbundesamt mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gefördert.

Ein Informationsportal für Anpassungsaktivitäten in Deutschland bildet das Kompetenzzentrum Klimafolgen und Anpassung im Umweltbundesamt. So werden mit Hilfe des "Klimalotsen" Unternehmen und Kommunen dabei unterstützt, Auswirkungen des Klimawandels besser zu koordinieren.

Jenny Lohse

Tags climate change | Klimawandel Kategorien Lifestyle Wissenschaft Datum Donnerstag, den 10. Februar 2011 um 05:20 Uhr Autor Jenny Lohse

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