Mobilität

Smarte Elektrostudie

© Daimler

Auf der Detroit Auto Show Anfang Januar wurde die neue Elektrostudie smart for-us präsentiert, die das praktische Ladekonzept eines Pick-up erstmals in die Gegenwart des urbanen Verkehrs im 21. Jahrhundert übersetzt. Der Mini-Flitzer verspricht emissionsfreies Fahrvergnügen.

Der Elektroantrieb basiert auf dem innovativen Antriebssystem des smart fortwo electric drive, der ab Frühjahr 2012 in den Handel kommt. In dem Prototypen arbeitet erstmals der serienreife Permanent-Magnetmotor, der mit 55 Kilowatt/75 PS die Hinterachse antreibt und emissionsfreies Fahrvergnügen garantiert. Knapp 1.400 Kilo bringt der 55 Meter lange Zweisitzer mit Ladefläche auf die Waage. Bis zu 130 Newtonmeter Drehmoment sorgen für antriebsstarke und verzögerungsfreie Beschleunigung. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei über 120 Kilometer pro Stunde. Die Lithium-Ionen-Batterien sind hinter den Sitzen knapp über dem Boden untergebracht. Mit bis zu 17,6 Kilowattstunden erlauben sie eine Reichweite von 140 Kilometern. Das Aufladen der komplett entleerten Batterien an der Haushaltssteckdose dauert maximal acht Stunden, es soll aber auch ein Schnellladesystem geben, mit dem sich die Tankzeit auf eine Stunde verkürzt.

Der smart for-us besticht äußerlich und auch im Inneren durch martialisches und funktionales Design sowie kräftige Akzente. Wie schon im smart ForVision wird das gesamte Cockpit als Durchströmungskörper für die Innenraumbelüftung genutzt. Das Geschehen hinter dem Fahrzeug kann durch eine integrierte Videokamera beobachtet werden, um nur einige der Spielerein zu nenne, mit denen die Entwickler zu punkten gedenken.

Ein besonderes Spezifikum des smart for-us ist die Docking-Station auf der Ladefläche, auf der sich zwei E-Bikes einrasten und während der Fahrt deren Batterien aufladen lassen. smart-Markenchefin Annette Winkler erklärt: Der smart for-us ist mehr als ein Auto, er ist ein Mobilitätskonzept. „Mit dem for-us muss man jetzt nicht mal mehr zur Tankstelle!“. Auto und Rad lassen sich City-tauglich miteinander verknüpfen. Die E-Bikes werden in doppelter Hinsicht zu Range-Extendern: durch die Docking-Station sind sie immer geladen, zudem lassen sich so auch Ziele erreichen, die nur mit dem Auto nicht realisierbar wären. Die beiden E-Bikes basieren auf dem Serien-Bike, das smart im Frühjahr 2012 auf den Markt bringt. Sie bieten stadtgerechte Funktionalität gepaart mit hohem Technologieanspruch. Genau genommen handelt es sich um Pedelec (Pedal Electric Cycle), also um Hybride. Der Elektromotor, ein Hinterradnarbenmotor von BionX, schaltet sich zu, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Wie viel Leistung der 250 Watt-Elektromotor beisteuert, kann per Knopfdruck am Lenker geregelt werden. Serienmäßig dabei ist auch eine USB-Schnittstelle, die den Anschluß unterschiedlicher mobiler Endgeräte erlaubt.

Winkler will das Docking-System zu einem Baustein von Daimler Mietwagen-Konzept Car2Go machen. Der Vorteil ist, dass smart inzwischen auf schon vorhandene Technik und Infrastruktur aufbauen kann, und so die Idee des Mobilitäts-Gesamtkonzept chancenreicher ist, als in der Anfangszeit der Vision.

Josephin Lehnert

Tags Daimler AG | Elektroauto | Elektromobilität Kategorien Mobilität Datum Montag, den 27. Februar 2012 um 14:00 Uhr Autor Josephin Lehnert

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