Smart City

Städtische Mobilität auf dem Prüfstand

© Robert Schmetz (aboutpixel.de)

Stadtentwicklung und Mobilität gehören zusammen wie Pech und Schwefel. Kein anderes Medium prägt die städtische Entwicklung so maßgeblich wie der Verkehr. Zunehmende Verkehrsströme, gerade in Ballungszentren, nagen aber nicht nur an der Lebensqualität der Städter, sondern gelten auch als maßgebliche Quelle der vom Menschen verursachten CO2-Emissionen.

Ein Forschungsprojekt der Uni Düsburg/Essen (UDE) befasst sich nun damit, wie Stadtentwicklung und Mobilitätspolitik in Zukunft unter einen Hut zu bringen sind und dabei sowohl die klimatischen, als auch die lebensqualitativen Aspekte berücksichtigt. Gefördert wird das, unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. J. Alexander Schmidt stehende Projekt von der Mercator Stiftung, die sich neben Integration und kultureller Bildung auch dem Themencluster Klimawandel verschrieben hat.

Gerade das Stadtgefüge von Ballungszentren wie dem Ruhrgebiet wurde stark von der Verkehrsentwicklung geprägt. Ortschaften an den Verkehrskorridoren, die durch den zunehmenden Verkehrsstrom immer weiter ausgebaut werden mussten, um dem starken Verkehrsfluss gerecht zu werden, haben nicht nur das Stadtbild geprägt, sondern auch die dort ansässigen Menschen. Die Lebens- und Aufenthaltsqualität in dieser Region hat in den vergangenen Jahren deutliche Einbußen erfahren. Prognosen für die Zukunft sehen ebenfalls keineswegs rosig aus, denn der motorisierte Individualverkehr nimmt immer weiter zu, im Gegenzug sinkt die Lebensqualität im städtischen Raum weiter ab.

Ziel des Forschungsprojekts ist es, Alternativen zu suchen, wie der Stadtverkehr der Zukunft aussehen könnte. Zusammen mit der Transportation Research and Consulting GmbH (TRC) und dem Kulturwissenschaftlichen Institut (KWI) spielen die Wissenschaftler des UDE in ihrem Projekt unterschiedliche Szenarien durch und koppeln dabei urbane Leitbilder mit verschiedenen Mobilitätsszenarien. Hierdurch sollen alternative, umsetzbare Mobilitätslösungen herauskristallisiert werden, die sowohl dem Berufspendler, als auch dem Touristen oder Freizeitradler gleichermaßen gerecht werden und sowohl Umwelt als auch Lebensqualität schützen. Zusätzlich ergänzt wird das Forschungsprojekt durch eine sozialstrukturelle Komponente, die aufzeigen soll, ob bei den Menschen unterschiedlicher Sozialstrukturen überhaupt die Bereitschaft besteht, auf alternative Antriebe, etwa Elektroautos, umzusteigen. Somit kann eine realistische Handlungsoption geschaffen werden, die gleichzeitig die sozialen Aspekte berücksichtigt.

Judith Schomaker

Tags nachhaltige Stadtentwicklung | Stiftung Mercator Kategorien Mobilität Datum Dienstag, den 24. Januar 2012 um 07:00 Uhr Autor Judith Schomaker

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