Förderung von Elektroautos scheitert an der „Umwelt“-Prämie

Letzte Woche verabschiedete das Bundeskabinett den „Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität“. Ohne konkreter zu werden – dies wird der kommenden Regierung überlassen – sollen mit dem Plan Elektrofahrzeuge in Deutschland gefördert werden. Das angestrebte Ziel ist, dass bis zum Jahr 2020 eine Million Elektroautos auf den deutschen Straßen fahren. Abgesehen davon, dass dies nur ein Anteil von zwei bis drei Prozent aller Pkws ausmachen würde, bleibt die Finanzierung ungeklärt.   

Ursprünglich hatte das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) geplant, die Einführung der ersten 100.000 Elektrofahrzeuge mit jeweils 5.000 Euro zu fördern. Da die Staatskassen allerdings unter Anderem durch die Umweltprämie geleert sind, ist die Finanzierung der notwendigen 500.000 Euro für die Elektroauto-Förderung mehr als fraglich. Die Umweltprämie kostet die Steuerzahler insgesamt fünf Milliarden Euro. Dabei kann die positive ökologische Wirkung dieser Maßnahme in Frage gestellt werden. Zum einen wird ein großer Teil der CO2-Emissionen bereits bei der Fertigung eines Autos emittiert. Die längere Nutzung eines älteren Modells kann das Klima also durchaus weniger belasten. Außerdem müssen die neu angeschafften Wagen zwar die Euro-4-Abgasnorm erfüllen, der CO2-Ausstoß wird hierbei jedoch nicht beschränkt.

Umgangssprachlich wird die Umweltprämie gerne als „Abwrackprämie” bezeichnet. Dieser Begriff ist wohl auch zutreffender, da es sich um eine kurzfristige Wirtschaftsförderung der Automobilindustrie und nicht etwa um eine umweltschutzmotiviere Maßnahme handelt. In Politik und Wirtschaft ist es in den vergangenen Jahren in Mode gekommen, „Greenwashing” zu betreiben. Dabei wird Maßnahmen, die im Grunde nichts oder nur wenig mit Umweltschutz zu tun haben, ein grünes Image angehaftet, um die Öffentlichkeit von den guten Absichten zu überzeugen. Wenn bei der Erneuerung der Automobilflotte wirklich der Klimaschutz im Vordergrund stünde, wären die fünf Milliarden Euro bei der Förderung von Elektro- und Hybridfahrzeugen wohl besser angelegt gewesen. Dabei würde die deutsche Automobilindustrie allerdings kaum profitieren, weil sie die Entwicklung in diesem Bereich schlichtweg verschlafen hat und jetzt erst langsam aufholt.

Oliver Hölzinger

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2 Responses to “Förderung von Elektroautos scheitert an der „Umwelt“-Prämie”

  1. Ben Humpert sagt:

    Ganz tolle Idee der Regierungen: Elektroautos! Wie wollen wir denn die Energie für diese Fahrzeuge herstellen?
    Atomkraft? Mit Sicherheit nicht denn wenn unsere Regierung nicht einmal genau wusste wieviel Atommüll im Endlager vorhanden ist dann ist das eine der unsichersten Möglichkeiten – vielleicht wird morgen Bekanntgegeben, dass ein “verschollenes” Endlager mit 30 kg Atommüll wiedergefunden wurde…
    Luftkraft? Wollen wir wirklich die ganze Erde mit diesen widerlichen Turbinen vollkleistern und immer im “Schattenspiel” der Anlagen leben? Autsch!
    Wasserkraft? Noch nicht so weit entwickelt wie andere Techniken aber bisherige Projekte sehen vor, auf dem Meeresboden Turbinen anzubringen – und die dort lebenden Tiere? Denkt jemand daran, dass die Turbinen Vibtrationen verursachen, die sich im Wasser weitaus besser übertragen als in der Luft? Wie würde sich das auswirken? Wären die Turbinen gut genug geschützt, dass dadurch keine Lebewesen gefährdet werden, z.B. durch den Sog dieser Maschinen?!
    Sonnenenergie? Ähm, ja. Ansich die beste Möglichkeit (bisher) nur leider vergisst man, dass bei der benötigten Menge an Kollektoren die von diesen abgestrahlte Wärme den Treibhauseffekt noch viel schneller in die Höhe treiben würden.
    Freie Energie? Schade, dafür sind wir noch zu Rückständig!

    Was bleibt uns da? Vollständiger Austausch der Regierung. Harte aber gerechte Strafen für Energie- und Ressourcenvergeudung (z.b. dürften Verpackungen aller Art nur noch so groß sein wie sie es mindestens sein müssen um ihren Zweck zu erfüllen; 20 Lutscher in einer Tüte in die eigentlich 50 hineinpassen würden ist Verschwendung!). Und das wichtigste: Geburtenkontrolle.

    Mag alles etwas hart klingen aber lieber sterbe ich mit insgesamt 5 Mrd. Menschen an einer unverschuldeten Naturkatastrophe als mit 8 Mrd. an einer Selbstverschuldeten.

    Das einzige Problem was wir haben ist die ÜBERBEVÖLKERUNG.

  2. Oliver Hoelzinger sagt:

    Ich werde nicht auf alle Anmerkungen eingehen können, aber es ist zutreffend, dass alle Energieerzeugungsarten ihre negativen Seiten haben. Entsprechend gibt es keine optimale Lösung. Wenn man sich damit abfindet, stellt sich die Frage, welche Form der Energieerzeugung in der Summe die besten Eigenschaften hat. Da es vielfältige Anforderungen an die Energieversorgung gibt, ist nach Ansicht der meisten Wissenschaftler ein Mix aus erneuerbaren Energieträgern zu befürworten. Ich möchte hierzu zum Beispiel auf den IPCC Bericht 2007 verweisen. Darin werden auch die extremen Folgen dargestellt, die der Klimawandel hervorruft. Nun ist es natürlich eine persönliche Einstellung, ob einen Hitzewellen und Überschwemmungen stärker belasten als der Schattenwurf von Windrädern. Diese Frage muss jeder für sich selbst beantworten.

    Richtig ist, dass die Ressourcen- und Energieeffizienz deutlich gesteigert werden muss. Richtig ist auch, dass Elektroautos nur klimaschonend sind, wenn sie mit Ökostrom fahren. Zur Atomkraft verweise ich auf meinen Artikel kommenden Samstag.

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