Magazin für Nachhhaltigkeit und Umwelt

Klimawandel bedroht Plankton

Geschrieben von Matthias Schaffer :: [Donnerstag, 26. August 2010 06:42]
Klimawandel bedroht Plankton
Fische; Foto: shutterstock

Die Wissenschaftler belegen ihre Befürchtungen auch mit handfesten Zahlen. So ist seit 1899 mit jedem Jahr durchschnittlich ein Prozent Phytoplankton weniger in den Ozeanen vorhanden, im Vergleich zu 1950 sind es heute gar 40 Prozent weniger. Dieser Rückgang ist dermaßen gewaltig, dass die Wissenschaftler selbst überrascht waren und davon ausgehen, dass er sich bereits heute in nicht geringem Ausmaß auf das Leben im Meer auswirkt. Da sich das menschliche Interesse an den Ozeanen allerdings eher auf die küstennahen Gebiete beschränkt und der Rückgang sich in erster Linie auf dem offenen Meer bemerkbar macht, sind die konkreten Kenntnisse über die Folgen bisher mangelhaft.

Fakt ist auf jeden Fall, dass einer der Gründe für das Schwinden von Phytoplankton der Klimawandel ist. Die drei Autoren der Studie sehen ihn gar als die Hauptursache. Im Zuge der Erderwärmung erwärmt sich nämlich auch das Wasser an der Meeresoberfläche und das erschwert die Durchmischung mit den nährstoffreichen Kaltwasserschichten aus der Tiefe. Diese ist aber lebensnotwendig für Phytoplankton, das nun als Folge der fehlenden Nährstoffe immer weniger wird.

Neben ihrer immensen Bedeutung für die Ernährung anderer Meerestiere sind die winzigen Algen auch einer der wichtigsten Sauerstoffproduzenten. Schätzungen zufolge bewegt sich ihr Beitrag zum Sauerstoffgehalt unserer Atmosphäre zwischen 50 und 80 Prozent. Außerdem absorbieren sie gewaltige Mengen an Kohlendioxid. Mit ihrem Schwinden droht also auch eine weitere Beschleunigung des Klimawandels, wodurch wiederum das Phytoplankton weiter abnimmt.

So schließt sich wie so oft der Kreis und es wäre an uns Menschen, etwas zu unternehmen, unsere Lebensweise zu überdenken und unser umweltzerstörerisches Verhalten zu beenden. Denn auch ohne Klimawandel sieht es ziemlich düster für das Leben im Meer aus: Bereits heute sind mehr als drei Viertel der Fischbestände auf hoher See überfischt und wenn sich nichts ändert, droht Schätzungen zufolge 2050 der Kollaps der Fischerei.

Matthias Schaffer

Autor Matthias Schaffer Erstellt am Donnerstag, 26. August 2010

Kommentar schreiben

Sicherheitscode
Aktualisieren