Lebensmittel

Josef Zotter, der unorthodoxe Chocolatier

© H. Lehmann

In Fachkreisen gilt der Österreicher Josef Zotter als Wegbereiter für nachhaltige Produktion. Sein Ziel ist die Revolutionierung der Schokoladebranche. Der wirtschaftlicher Erfolg des Unternehmers verblüfft viele Wirtschaftsexperten. Mit Zotter Schokoladen hat der Querdenker ein einzigartiges Unternehmen gegründet und spricht offen tabuisierte Themen wie Kinderarbeit oder Bestechung an. Das CleanEnergy Project beschäftigt sich mit den Hintergründen.

Mastermind Josef Zotter. Der Gründer der Zotter Schokoladen Manufaktur passt definitiv in keine Schublade. Sein unkonventioneller Managementstil wurde noch vor wenigen Jahren belächelt; im besten Fall gerade noch ignoriert.

Spätestens die jüngste Wirtschaftskrise sowie oftmals fehlende wirtschaftliche Perspektiven lenken jedoch immer mehr Blicke nach Riegersburg, dem Sitz des Unternehmens im Osten Österreichs. Selbst eine Fallstudie der renommierten Harvard Business School befasst sich mittlerweile mit dem Phänomen Zotter Schokolade. Darin wird der österreichische Unternehmer als Pionier bezeichnet, der Schokolade direkt von der Kakaobohne weg in Bio- und Fairtrade-Qualität produziert.

Ideale und Grundsätze.
“Für mich war es immer wichtiger, meine Ideen umzusetzen und nicht nur Geld zu verdienen”, meint der Österreicher dazu. Die logische Konsequenz ist eine Schokolade, die ihren eigenen Charakter und einen unvergleichlichen Geschmack aufweist. Davon kann sich jeder überzeugen, der ein Stück Schokolade mit der Geschmacksrichtung “Oliven mit Zitrone” oder “Kaffeepflaume mit Speck” kostet.

Die sorgfältige Verarbeitung der biologisch produzierten Grundstoffe zeichnet die Produkte ebenso aus, wie der bewusste Genuss. Wer hinter die Kulissen der Schokoladen Manufaktur blickt, stößt unvermeidlich auf eine Fülle an nachhaltigen und ökosozialen Projekten.

Dabei sieht sich Josef Zotter selbst gar nicht als besonders sozialer oder ökosozialer Unternehmer. Vielmehr verfolgt er das ehrgeizige Ziel, seinen Lieferanten jene Freiheiten zu ermöglichen, die sie benötigen, um die bestmöglichen Rohstoffe zu liefern. Selbstverständlich wird das gesamte Sortiment ohne chemische Zusätze, künstliche Aromen oder Konservierungsmittel hergestellt.

Vielfalt und Innovation. 300 Schokoladesorten bilden das Grundgerüst des Sortiments. Dieses wird laufend durch neue Kreationen bereichert. Dazu zählt etwa auch eine Serie, deren Verpackung aus CO2-neutralem Karton besteht, der mit Lebensmittelfarbe bedruckt ist.

Mi-Xing Bar startet am 26. Februar 2011. Josef Zotter beschreibt seine neueste Kreation als Schokolade 2.0. In diesem Fall können die Kunden ihre jeweilige Schokolade via Internet oder direkt vor Ort selbst kreieren. Das Endprodukt ist bereits kurze Zeit später fertig. 18 Millionen Variationen sind durch das neue Konzept möglich.

Selbst im Vertrieb setzt der Chocolatier auf Vielfalt und eine breite Struktur. Um den Mittelstand zu fördern, ist die Schokolade bei vielen Einzelhändlern im deutschsprachigen Raum erhältlich. Als Ergänzung dient Zotters Onlineshop.

Joachim Kern

Kommentar schreiben

Sicherheitscode
Aktualisieren

* = Pflichtfeld
Hinweis: Um Kommentare zu abonnieren, müssen Sie angemeldet sein.