Energiewende

In Taiwan wird Windkraft massiv ausgebaut

Als Insel hat Taiwan einen natürlichen Vorteil in Sachen Windenergie: Das Land kann sich über starke Winde nicht beklagen. Doch werden diese bislang wenig genutzt. Das soll sich ändern. Nach Regierungsplänen soll die Stromerzeugung aus Windkraft bis 2030 deutlich ausgebaut werden.

Um das Energiepotenzial des Windes zu nutzen, hat das Ministry of Economic Affairs einen Investitionsplan vorgestellt mit dem Ziel, die Windindustrie Taiwans auszubauen. Die Stromerzeugung aus Windkraft soll von gegenwärtig 530 Megawatt auf 4.200 Megawatt im Jahr 2030 gesteigert werden. Dazu ist die Installation von 1.050 Windturbinen sowohl an Land als auch Offshore vorgesehen.

Offshore-Windenergie soll Hauptrolle spielen

In einem ersten Schub soll bis 2020 eine Kapazität von 1.200 Megawatt errichtet werden, die hauptsächlich auf Onshore-Anlagen beruht. Zwischen 2020 und 2030 erfolgt dann der Ausbau von Offshore-Windkraft, die zur wichtigsten erneuerbaren Energiequelle Taiwans werden soll. Die ersten Pilotprojekte sind bereits geplant.

Taiwans Westküste ist für die Installation von Offshore-Windanlagen gut geeignet, da die Meerestiefe dort relativ gering ist. Gleichzeitig ist die potenzielle Windausbeute hoch. Nach Angaben der Taiwan Wind Turbine Industry Association ist beispielsweise die Küste vor Changhua ein guter Standort für Windparks. Dort läßt sich nach Verbandsangaben an fast 150 Tagen im Jahr Windenergie nutzen.

Zwar startet die taiwanesische Branche nicht bei Null, jedoch sind die Erfahrungen der heimischen Windkraftanlagenhersteller bislang auf landbasierte und kleinere Systeme beschränkt. Bei der Umsetzung des Windkraftplans bis 2030 soll daher auch auf ausländisches Know-how zurückgegriffen werden.

China wichtiger Exportmarkt

Bei den bestehenden Windparks in Taiwan haben hauptsächlich deutsche Branchenanbieter bisher ihre Expertise eingebracht. Enercon hält beispielsweise nach eigenen Angaben in Taiwan einen Marktanteil von 59 Prozent. Dabei ist das Unternehmen als unabhängiger Energieerzeuger allerdings stark von der Höhe der Einspeisevergütung abhängig, um seine Investitionen zu amortisieren.

Da der Windmarkt in Taiwan bislang nur wenig entwickelt ist, haben sich die Komponentenhersteller auf andere Absatzmärkte konzentriert. Die taiwanesischen Branchenhersteller setzen vor allem auf die Kooperation mit Windanlagenentwicklern auf dem chinesischen Festland. Die VR China hat die installierte Windkraftkapazität seit 2005 jedes Jahr verdoppelt. Der Windanlagenmarkt auf dem chinesischen Festland hat sich damit zum Größten weltweit entwickelt.

Daniel Seemann

Tags China | Deutschland | global | Offsh | Ökostrom | Onshore | Taiwan Kategorien Windenergie Wirtschaft und Unternehmen Politik Erneuerbare Energien Datum Mittwoch, den 24. August 2011 um 06:08 Uhr Autor Daniel Seemann

Kommentar schreiben

Sicherheitscode
Aktualisieren

* = Pflichtfeld
Hinweis: Um Kommentare zu abonnieren, müssen Sie angemeldet sein.

 
Cleantech Jobs in Dänemark