Windenergie made in USA

Die USA sind bekannt für ihre langen Küstenlinien und die steife Brise, die hier nicht nur in der Hurrikan-Saison für frischen Wind sorgt. Perfekte Bedingungen für Offshore-Windanlagen, möchte man meinen.

Das hat sich auch die Regierung von US-Präsident Obama gedacht und das National Renewable Energy Laboratory, eine Behörde des Energieministeriums der USA, damit beauftragt herauszufinden, wie viele Offshore-Windanlagen sich vor den US-Küsten aufstellen lassen könnten.

Von hoher See direkt zum Verbraucher

Das beeindruckende Ergebnis: Wenn auf jedem verfügbaren Quadratkilometer innerhalb der 50-Meilen-Zone vor den US-Küsten eine Windkraftanlage mit einer Leistung von fünf Megawatt gebaut werden würde, könnte dadurch eine Windenergie-Kapazität von über 4.000 Gigawatt errichtet werden. Wenn die dann 4.000 Stunden jährlich unter Volllast laufen würden, könnte so gut und gerne das Dreifache des derzeitigen Stromverbrauchs der USA produziert werden.

Auffällig an den Erkenntnissen des NREL ist neben dem schieren Umfang des Windkraftpotenzials dessen praktischer Nutzwert für die amerikanischen Energie-Endverbraucher. Nach den Erkenntnissen der Forscher liegen die besten Regionen für den Bau von Windparks vor den Küsten der Neu-England-Staaten sowie vor Kalifornien.

Hier finden sich auch die großen Verbrauchszentren mit hohem Energiebedarf wie Boston, New York, San Francisco oder Los Angeles. Auch Industriestandorte wie Chicago und Detroit an den großen Seen im Norden finden dort gute Voraussetzungen, um sich mit Strom aus Offshore-Anlagen in den Seenlandschaften versorgen zu lassen.

Gigantisches Potenzial für Windenergie

Natürlich ist die Berechnung noch etwas ungenau, denn beispielweise wurden weder Naturschutzgebiete noch andere maritime „No-Go-Areas“ von der Rechnung ausgeschlossen. Andererseits ist die Verteilung von einer Windkraftanlage pro Quadratkilometer großzügig bemessen. Und letztendlich wurde die Rechnung ohne das riesige Onshore-Potenzial amerikanischer Windkraft gemacht. Würde dies ebenfalls in die Rechnung mit einfließen, die realen Produktionskapazitäten für Windkraft made in USA wären gigantisch.

In den USA sind inzwischen an Land zahlreiche Windparks entstanden, aber auch die Photovoltaikanlagen wachsen und wachsen. Erst Mitte September wurde in der kalifornischen Mojave-Wüste der Startschuss für den Bau des weltweit größten Solarthermie-Kraftwerks gegeben. Bei Fertigstellung soll es eine Leistung von 1.000 Megawatt haben, was in etwa der Energieproduktion eines modernen Kohle-Großkraftwerks entspricht.

Daniel Seemann
Tags Kalifornien | Kohle | Obama | Offshore | Ökostrom | Photovoltaik | USA Kategorien Erneuerbare Energien Politik Windenergie Datum Sonntag, den 10. Oktober 2010 um 05:03 Uhr Autor Daniel Seemann

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